Stadtmagazin Witten: Lehren und Lernen

Starkes Fundament – aber Mangel an Fachkräften

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Heute wie früher beschäftigen zahlreiche Schulabgänger dieselben Fragen: Wie geht es nun weiter? Wie starte ich am besten ins Berufsleben? Soll ich studieren oder mir doch eine Lehrstelle suchen? Und für welchen Beruf bin ich überhaupt geeignet? Das Angebot ist vielfältig – besonders in unserer Region. Die ansässigen Wirtschaftsstandorte Ennepe-Ruhr-Kreis und Witten verfügen über ein starkes industrielles Fundament. Allein bei uns gibt es ca. 2.140 Unternehmen mit etwa 30.400 Beschäftigten – in der Mehrzahl kleine oder mittelständische Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern. 63 Prozent der Beschäftigten (ca. 19.100) gehen hier ihrer täglichen Arbeit nach. Die übrigen 37 Prozent (11.300 Beschäftigte) sind in Großunternehmen angestellt.

Etliche Weltmarktführer in Witten und dem Ennepe-Ruhr-Kreis
Deutlichstes Merkmal all dieser Betriebe: »Sie zeichnen sich durch einen hohen Spezialisierungsgrad, hohe Leistungsfähigkeit sowie gut ausgebildete Belegschaften aus«, so die Einschätzung von Marcus Dick-Cortmann von der städtischen Wirtschaftsförderung. »In Witten und im Ennepe-Ruhr-Kreis sind etliche Weltmarktführer angesiedelt. Und die Beschäftigungsrate im verarbeitenden Gewerbe – vor allem in der Metall- und Maschinenbauindustrie – liegt mit 35 Prozent im Ennepe-Ruhr-Kreis bzw. 33 Prozent in Witten weit über dem Landesdurchschnitt (22 Prozent).«

Intensivierung der Ausbildungsaktivitäten
Die Wirtschaft kommt augenscheinlich in Fahrt – doch es mangelt an qualifizierten Fachkräften. Die Bevölkerung wird zunehmend älter. In naher Zukunft werden zahlreiche Fachkräfte in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Und nicht überall steht bereits der Nachwuchs in den Startlöchern. Im Gegenteil: Die Zahl der Schulabgänger sinkt – ein Erbe der geburtenschwachen Jahrgänge. Lösungen müssen also her, um dem Bedarf an Erwerbspersonen und Fachkräften gerecht zu werden. »Um das Potenzial aller Jugendlichen optimal auszuschöpfen, müssen wir die Ausbildungsaktivitäten intensivieren«, so Marcus Dick-Cortmann. »Auch muss die Qualifikation bereits vorhandener Mitarbeiter systematisch vorangetrieben werden. Die betriebliche Ausbildung muss an Attraktivität gewinnen, zum Beispiel durch die Kombination mit einem Studium.«

Gefragte Berufszweige
Der größte Bedarf an Fachkräften zeichnet sich in folgenden Berufszweigen ab:

  • Zerspanungsmechaniker/in
  • Industriemechaniker/in
  • Verfahrensmechaniker/in
  • Elektrotechniker/in
  • Mechatroniker/in und
  • Maschinenanlagenführer/in.

»Daneben werden im verarbeitenden Gewerbe vor allem auch Ingenieure gesucht«, betont Marcus Dick-Cortmann, »besonders in den Sparten Maschinenbau und Elektro. Dem Dienstleistungssektor mangelt es an Fachkräften vorrangig im Bereich des Gesundheitswesens.«

›2. Wittener Nacht der Ausbildung‹
Die hiesigen Betriebe sind demnach in ausgeprägtem Maße daran interessiert, jugendlichen Nachwuchs für sich zu gewinnen. Hierzu nutzen sie auch publikumswirksame Ausbildungsevents wie die ›2. Wittener Nacht der Ausbildung‹ am 12. Juli 2013. Zahlreiche regionale Unternehmen unterschiedlichster Branchen – Metallverarbeitung und Elektroindustrie, Gesundheits-, Krankenpflege- und Erziehungswesen, der kaufmännische bzw. Finanzsektor – sind vertreten. Auf dem Gelände der DEW Karrierewerkstatt GmbH informieren sie über sich und ihre Ausbildungsplätze für 2014.

Auch wir wollen dem Fachkräftemangel in der Region entgegentreten. Auf den folgenden Seiten präsentieren wir einige Betriebe, die mit Tatkraft, Engagement und verlockenden Lehrangeboten zu Werke gehen, um jungen Menschen eine Perspektive für die Zukunft zu eröffnen.

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