›Lass dir bei deiner Zukunft keinen vom Pferd erzählen!‹
13. Wittener Markt der Ausbildung bietet echte Einblicke
Ob Eltern, Lehrer, die beste Freundin oder Onkel Dieter beim Familienfest: Geht es um Ausbildung und Karriere, wissen plötzlich alle, was das Beste für einen ist. Nett gemeint, aber nicht immer hilfreich. ›Lass dir bei deiner Zukunft keinen vom Pferd erzählen‹, heißt daher das Motto beim 13. Wittener Markt der Ausbildung. Statt oberflächlicher Ratschläge aus zweiter Hand gibt es hier echte Einblicke, ehrliche Gespräche und jede Menge Möglichkeiten zum Ausprobieren.
Im Zeichen der Praxis
»Zu meiner Zeit waren Messen noch nicht so verbreitet«, erinnert sich Heiko Platzhoff, Ausbildungsleiter bei der KarriereWERKSTATT der Deutschen Edelstahlwerke. »Ich habe damals vor allem die schulischen Praktikumsphasen genutzt, um mich beruflich zu orientieren.« Praktische Erfahrungen gelten jedoch bis heute als Schlüssel zur Entscheidungsfindung, und so steht auch der Wittener Ausbildungsmarkt im Zeichen der Praxis. Wer sich auf die Angebote an den zahlreichen Mitmachstationen einlässt, kann innerhalb kürzester Zeit verschiedenste Bereiche kennenlernen. Das Event findet am 3. Juli von 12 Uhr bis 16 Uhr auf dem Gelände der KarriereWERKSTATT an der Herbeder Straße 39 statt. Neben den Deutschen Edelstahlwerken sind die Stadt Witten, die Stadtwerke Witten, die IHK Mittleres Ruhrgebiet sowie die Sparkasse Witten und das Berufskolleg Witten in die Organisation eingebunden. Der Eintritt ist wie immer frei.
»Mehr offene Stellen als Bewerber«
Im vergangenen Jahr präsentierten 50 Unternehmen und Institutionen aus Witten und Umgebung über 700 Ausbildungsplätze in mehr als 100 Berufen von A bis Z. Auch bei der 13. Ausgabe der Veranstaltung wird eine große Bandbreite an Ausbildungsberufen und Studiengängen erwartet, von Industrie und Handwerk über Dienstleistung und Verwaltung bis zur digitalen Zukunft. 50 Akteure aus unterschiedlichsten Branchen haben sich bereits angemeldet. Nicht wenige von ihnen klagen über Engpässe. Denn durch die geburtenschwachen Jahrgänge und die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren hat sich der Fachkräftemangel weiter verschärft. Für junge Menschen ergeben sich daraus gute Chancen, nicht nur in den Sparten Handwerk, Industrie und Pflege. »Es gibt mehr offene Stellen als Bewerber«, heißt es von Seiten der KarriereWERKSTATT. »Viele Ausbildungsplätze werden sogar noch auf den letzten Drücker zu besetzen sein.«
Von der Flugsimulation bis zur Lasergravur
Um sich die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler zu sichern, greifen die teilnehmenden Unternehmen traditionell tief in die Trickkiste. Geplant sind Praxis-Stationen und Multimedia-Präsentationen. »Im vergangenen Jahr wurde der Flugsimulator gut angenommen, ebenso das virtuelle Schweißen«, berichten die Organisatoren. »Und auch an der Lasermaschine war der Zulauf groß: Die Gäste konnten ihre Namen in Kugelschreiber eingravieren und diese als Erinnerung mit nach Hause nehmen.« Man darf gespannt sein, welche Aktionen sich die Aussteller im 13. Jahr der Messe einfallen lassen. »In jedem Fall werden wir wieder ein Glücksrad aufstellen, an dem es tolle Preise zu gewinnen gibt, und auch die Popcornmaschine darf natürlich nicht fehlen.«
»Heutzutage ist nichts mehr in Stein gemeißelt«
An vielen Ständen treffen die Schülerinnen und Schüler auf junge Leute, die ihnen nur wenige Jahre voraus sind: Azubis berichten aus ihrem Berufsalltag und beantworten Fragen, die man dem Chef beim ersten Gespräch vielleicht nicht so direkt stellen würde. Wie ist das Arbeitsklima? Was sind die Aufgaben in diesem oder jenem Fachgebiet? »Jugendliche haben häufig keine konkrete Vorstellung davon, was sich hinter den Berufsbildern verbirgt«, weiß Heiko Platzhoff. »Vom Mechatroniker haben sie eventuell schon mal gehört – aber was macht eigentlich ein Verfahrenstechnologe oder eine Zerspanungsmechanikerin?« Neben den allgemeinen Ausbildungsinhalten werden auch die Optionen zur Vertiefung und Weiterbildung Thema sein. »Heutzutage ist nichts mehr in Stein gemeißelt«, so der Ausbildungsleiter. »Angehende Kaufleute für Büromanagement können sich beispielsweise im Zuge ihrer Ausbildung entscheiden, ob sie in Richtung z. B. Personal, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungstechnik oder Finanzen gehen wollen (um nur vier von zehn Fachrichtungen zu benennen). Gewerblich-technische Berufe bieten ähnliche Spezialisierungsmöglichkeiten.«
Last-Minute-Börse für Spätentschlossene
Wie in den vergangenen Jahren wird es auch 2026 eine sogenannte Last-Minute-Börse geben. Was es damit auf sich hat? »Viele Firmen haben ihre Plätze für das laufende Jahr bereits vergeben und suchen erst wieder ab 2027 neue Azubis – es gibt aber immer auch freie Stellen, die zeitnah zu besetzen sind«, erklärt Heiko Platzhoff. Gemeinsam mit der Stadt Witten ist seine Mannschaft gerade dabei, die aktuellen Zahlen aufzubereiten. »Am Messetag erhalten die jungen Leute von uns einen Laufzettel, auf dem akut freie Ausbildungsplätze nach Berufsbezeichnungen alphabetisch aufgelistet werden. Sie können dann zielgerichtet zu den betreffenden Ständen gehen und sich erkundigen.« Spätentschlossene haben somit noch die Chance, sich vor Ort auf dem Messegelände bei den Betrieben ihrer Wahl zu bewerben. »Im letzten Jahr konnten wir auf diese Weise einige Kandidaten vermitteln.«
»Für junge Menschen mit echtem Interesse«
Das Team der KarriereWERKSTATT freut sich auf eine rege Teilnahme am 3. Juli. Durch die zeitliche Verortung am Freitagnachmittag kommen die meisten Schülerinnen und Schüler direkt nach dem Unterricht. Nicht wenige bringen ihre Eltern oder Großeltern mit. »Insgesamt hat sich der Wittener Ausbildungsmarkt als Veranstaltung für junge Menschen mit echtem Interesse etabliert«, so das Unternehmen. »Die Besucher wollen in der Regel nicht nur Give-aways abgreifen, sondern wirklich etwas lernen und Kontakte knüpfen.« Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, denn Teile des Programms sind auf dem Außengelände untergebracht. Und auch die Rostbratwurst schmeckt besser bei Sonnenschein: Das Team der hauseigenen Kantine ›Rostfrei‹ grillt zur Feier des Tages Fleisch und Veggy-Kost.
13. Wittener Markt der Ausbildung
3. Juli 2026 · 12–16 Uhr
Deutsche Edelstahlwerke
KarriereWERKSTATT
Herbeder Straße 39 · 58455 Witten
Eintritt frei
Weitere Infos:
www.dew-karrierewerkstatt.com
www.wittener-markt.de
www.instagram.com/wittenermarkt
www.facebook.com/wittenermarkt
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