100 Jahre Ruhrbühne Witten
»Theater ist und bleibt das schönste Hobby der Welt!«
Seit einem ganzen Jahrhundert widmen sich bei der Ruhrbühne Witten e. V engagierte, ideenreiche und unerschrockene Kulturschaffende in ihrer Freizeit mit großer Leidenschaft dem Theater – eine fantastische Verwirklichung von künstlerischer Kreativität und Gemeinschaftssinn.
Märchen, Thriller, Komödie …
… Musical, Operette, Lesung, Kleinkunst: Es ist wirklich unglaublich, welche Vielfalt BesucherInnen bei den Aufführungen der Ruhrbühne immer wieder erleben. Doch mehr: In dem Theaterverein lassen sich Darstellung und Schaffenskraft auch ausleben! Rund 120 Menschen zwischen 8 und 87 Jahren bringen sich enthusiastisch ein: vor, auf und hinter der Bühne sowie als Förder- und Ehrenmitglieder. Diese Begeisterung lässt sich auch immer wieder bei den Proben erleben, denn alle spüren höchst lebendig, dass Schauspiel weit mehr bedeutet, als in Kostüme zu schlüpfen.
Wahre Bereicherung für Groß und Klein
»Theaterspielen bietet die Möglichkeit, etwas selbst zu gestalten und aktiv zu erleben«, berichtet Schauspielerin und Regisseurin Martina Ende-Bollin, die selbst schon seit 55 Jahren mit Leib und Seele Mitglied des Vereins ist. »Damit fördert es viele Fähigkeiten wie Selbstvertrauen, Konzentration und soziale Kompetenzen und stärkt das Selbstbewusstsein. Diese Erfahrung ist vor allem für Kinder und Jugendliche enorm wertvoll.« Doch auch für Erwachsene ist Theaterspielen eine wahre Offenbarung und bereichert ihr Leben auf vielfältige Weise – für viele eine hervorragende Chance, Alltagsstress abzubauen und eine kreative Auszeit zu genießen.
»Nicht jeder muss sich auf die Bühne trauen«
Wobei es im Theaterverein Ruhrbühne Witten auch so einige Mitglieder gibt, die ihre Liebe zum Theater gar nicht selbst ›theatralisch‹ darstellen möchten, erfahren wir. »Die Ruhrbühne Witten lebt vom Engagement der Mitglieder. Dabei muss man sich nicht einmal auf die Bühne trauen, um bei uns mitzumischen – wobei das nicht schaden kann, wenn man dann auch mitspielen möchte«, erklärt der erste Vorsitzende Martin Grunewald. »Vom Schneidern der Kostüme, Schminken und Frisieren in der Maske über die Gestaltung des Bühnenbilds und die technische Begleitung während der Aufführungen bieten sich vor, während und nach den Aufführungen fantastische Möglichkeiten, sich auch ›im Hintergrund‹ an den Stücken zu beteiligen. Doch damit ist noch lange nicht Schluss: Heimwerker können sich an unserem Gebäude austoben, Backbegeisterte unser Waffel- und Kuchenbuffet vergrößern, Hobbygärtner unser Grundstück verschönern … Sie sehen: Bei uns ist immer was zu tun und für jeden Geschmack was dabei.«
Für jeden Geschmack …
… ist auf jeden Fall auch bei den kommenden Theaterstücken und Jubiläumsevents etwas dabei. So startet am 25. April die Aufführung des bekannten Lustspielklassikers ›Pension Schöller‹: eine sagenhafte Komödie mit pointierter Komik und der zeitlosen Frage, was eigentlich ›normal‹ ist und wer darüber entscheidet. Am 6. Juni lädt die Ruhrbühne zu einem stimmungsvollen Geburtstags-Sommerfest für Groß und Klein – mit Kinderaktionen, Live-Programm, leckerem Essen, Blicken hinter die Kulissen und einem Abend auf der Tanzfläche. Und für September steht auch schon das nächste Schauspiel auf dem Plan.
Wie geht es weiter?
Wir sind natürlich auch neugierig, wie es weitergeht mit der Ruhrbühne Witten. Was wünschen Sie sich für die nächsten 100 Jahre, fragen wir Martin Grunewald. »Immer wieder Leute, die mehr machen als sie müssen, die Verantwortung übernehmen, vor allem auch im Hintergrund. Wir brauchen die Arbeitskraft im Ehrenamt – sie hält uns am Leben! Und auch finanzielle Unterstützung ist enorm wichtig, denn um unser altes Vereinsgebäude instandzuhalten und unsere so wichtige kulturelle Arbeit fortzusetzen, sind wir dauerhaft auf jeden Cent angewiesen – durch die Unterstützung von Fördermitgliedern, aber auch durch kleine oder größere Spenden. Doch ich vertraue darauf, dass es auch in Zukunft Menschen geben wird, die weitermachen und trotz neuer, heute unvorhersehbarer Herausforderungen nicht aufgeben, sondern gemeinsam nach vorne schauen und die Ruhrbühne durch die nächsten 100 Jahre manövrieren. Denn Theater ist und bleibt nun einmal das schönste Hobby der Welt!«
Sein Tipp: »Freut euch auf ein Jahr voller schöner Momente, besonderer Aktionen und kleiner wie großer Überraschungen. Schaut immer mal wieder auf unserer Website vorbei und begleitet uns durch unser Jubiläumsjahr. Möchtet ihr uns persönlich kennenlernen, kommt doch einfach mal zu unseren Vereinsabenden: Mittwochs ab 19 Uhr freuen wir uns immer auf neue Gesichter. Und wer vorher erst einmal Kontakt aufnehmen will, kann uns ganz einfach eine E-Mail senden, um mit uns auf Tuchfühlung zu gehen. Nur Mut – wir beißen nicht (wenn ihr es nicht wollt)!« ![]()

Rückblick
Am 10. Januar 1926 gründeten sieben Mitglieder aus zwei Theatervereinen ihren eigenen Theaterverein ›Waldesrose‹ Papenholz. Gut, genau genommen handelte es sich um einen Bochumer Teil des Wäldchens, aber Langendreer und Witten waren ja immer höchst eng miteinander verknüpft. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die ›Waldesrose‹ mit ihren zahlreichen Aufführungen zu einem äußerst beliebten Theater. Leider musste der Verein 1935 in der Zeit des Nationalsozialismus, in der kleineren Vereinen keine Daseinsberechtigung zugebilligt wurde, seine Theaterarbeit einstellen. Im Jahr 1948 konnte der Spielbetrieb glücklicherweise wieder aufgenommen werden, und nur zwei Jahre später kam wegen Saalschwierigkeiten der Wechsel von Bochum nach Witten. Im Lokal ›Wilhelm Zeller‹ am Crengeldanz fand die ›Waldesrose‹ ihre neue Heimat.
Seinen neuen Namen ›Ruhrbühne Witten‹ erhielt das Theater im Jahr 1967, damit wollte sich der Verein für ein publikumswirksameres Auftreten und eine Belebung seiner Vereinstätigkeit einsetzen. Allerdings gab es noch einige weitere Umzüge: 1969 zurück ins Papenholz in den Saalbau Hellmann, 1987 in die Räumlichkeiten einer ehemaligen Hauptschule in Witten-Bommern. Dabei ging es bei weitem nicht nur dort auf die Bühne, auch auf den Brettern von Gaststätten und Veranstaltungshallen sowie im 1975 erschaffenen Saalbau Witten begeisterte die Ruhrbühne immer wieder mit ihren fantastischen Schauspielen. 1999 jedoch entdeckte der Verein endlich das perfekte eigene Theater in der Ruhrstadt: in der ehemaligen Rudolf-Steiner-Schule in der Bochumer Straße 10 a, die mit großem Engagement in Eigenarbeit renoviert wurde.
Aktiver Einsatz für Räumlichkeiten und Kulisse, Gemeinschaftssinn und gemeinsames Miteinander, kreatives Schaffen und eine höchst lebendige Kultur: Nach wie vor bringen sich die Mitglieder des Vereins am Crengeldanz mit Herz, Hand und Leidenschaft für ihr Theater ein. Dieser Schaffensdrang zeichnet den Verein jetzt über ein ganzes Jahrhundert aus, so konnten auch harte Zeiten – wie die tragischen Auswirkungen von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg oder der absolute Stillstand des Theaters aufgrund von Corona und der kompletten Überflutung beim Jahrhunderthochwasser – hervorragend gemeistert werden. Die Kultur lebt!
Komödie ›Pension Schöller‹
Die meisten Vorstellungen sind schon
ausverkauft, es gibt aber noch Karten für
So. 17 Mai um 18 Uhr
Tipp: Früh buchen lohnt sich!
Sommerfest
Buntes Programm für Groß und Klein
Mi. 6. Juni ab 14 Uhr
Theater der Ruhrbühne Witten
Bochumer Straße 10 a · 58455 Witten
Weitere Infos zum Verein und seinen
Veranstaltungen finden sich unter
Ruhrbuehne-witten.de
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