Stadtmagazin Witten: Kunst und Kultur

Promi-Interview mit Tanja Wedhorn

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»Ich hatte das große Glück, mein aufregendes Hobby zum Beruf zu machen«

Tanja Wedhorn sammelte ihre ersten Bühnenerfahrungen in der Theater-AG am Wittener Schiller-Gymnasium. 1994 begann sie ihr Schauspielstudium an der Universität der Künste in Berlin. Den Durchbruch feierte sie 2004 mit der Titelfigur in der ersten deutschsprachigen Telenovela ›Bianca – Wege zum Glück‹. Seither ist sie dem Theater- und Fernsehpublikum für Rollen mit Herz und Haltung bekannt. Seit 2017 steht die Wittenerin in der ARD-Reihe ›Praxis mit Meerblick‹ als Inselärztin Nora Kaminski auf Rügen vor der Kamera – wo sie sich mit großem Engagement für ihre Patienten einsetzt und auch privat so manche Turbulenzen erlebt.

Name: Tanja Wedhorn
Alter: 54
Beruf: Schauspielerin
Familienstand: verheiratet
 
Wo sind Sie zur Schule gegangen?
Zuerst auf die kleine zauberhafte Borbachschule, dann aufs Schiller-Gymnasium in Witten.

Was wollten Sie als Kind werden?
Backgroundsängerin fand ich ganz gut. Ich stand viel vor dem Spiegel: auf hohen Schuhen meiner Mama, in der Hand eine Rundhaarbürste als Mikrofon …

Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?
Überall da, wo ich im Moment auch bin.

Wie vertreiben Sie sich Ihre Freizeit? Haben Sie ein ­ausgefallenes Hobby, von dem kaum jemand weiß?
Ich hatte das große Glück, mein aufregendes Hobby, Theater zu spielen, zum Beruf zu machen. Jetzt sind es andere Hobbys wie Lesen, Sport, Kino, Freundinnen treffen, Kaffee trinken …

Lieblingsfilm:
Als ob es nur einen gibt!!! Aber an dieser Stelle ein ganz, ganz großes Dankeschön an den Wittener Filmclub, der mir im Alter von 15 bis 22 Jahren gezeigt hat, was gute Filme sind!

Was lesen Sie gerade?
Gut, dass Sie fragen: ›Demon Copperhead‹ von Barbara Kingsolver. Absolut grandios!

Bei welcher Musik können Sie am besten entspannen?
Am besten entspanne ich tatsächlich, wenn es einfach nur still ist. Musik höre ich beim Kochen und beim Aufräumen der Wohnung.

Lieblingsessen:
Ich liebe eine gute Lasagne, belgische Pommes und noch warmen Apfelkuchen.

Das Ruhrgebiet ist ...
… definitiv meine Heimat!

Lieblingsort in Witten:
Ohne Frage das Annener Freibad!

Welches Land würden Sie bereisen, wenn Sie die Wahl hätten?
Ich würde mal mit Neuseeland beginnen. Dann weiter nach Thailand und Südamerika.

Mit wem möchten Sie gern einmal ­Kaffee trinken gehen?
Mit Jürgen Heimannsberg! Er hat die Theater-AG am Schiller-Gymnasium und die freie Theatergruppe Mimesis in Witten geleitet und ist leider viel zu früh verstorben. Jürgen war so ein feiner Mensch, und ich habe ihm sehr viel zu verdanken.
 
Größte Stärke:
Vielleicht Humor und Disziplin
 
Größte Schwäche:
Toffifee
 
Was macht Ihnen Angst?
Die globale Entwicklung!

Was macht Sie glücklich?
Glücklicherweise eine ganze Menge Dinge: Zeit mit meiner Familie zu verbringen, mein Beruf, die Natur, reisen …

Das außergewöhnlichste Erlebnis in ­Ihrer Zeit als Schauspielerin:
Wirklich gelitten habe ich, als ich vor über 20 Jahren zu ›Wetten, dass..?‹ musste, um für die Telenovela ›Bianca – Wege zum Glück‹ Werbung zu machen. Ich bin vergangen vor Aufregung! ›Wetten, dass..?‹ war in meiner Kindheit Pflichtprogramm am Samstagabend, gebadet und im Frottee-Schlafanzug … Und jetzt sollte ich da hin?! Die Halle in Leipzig war riesig, irgendwo probte Beyoncé und meine Garderobe war zwischen der von Angelina Jolie und Renée Zellweger – keine Ahnung, wie ich es da heil wieder rausgeschafft habe.
 
Stehen Sie lieber auf der Bühne oder vor der Kamera?
Ich möchte mich nicht entscheiden müssen. Abends live vor Publikum zu spielen, kostet mich allerdings sehr viel mehr Überwindung und Nervosität, als vor der Kamera zu stehen.

Ihre bisher anspruchsvollste Rolle:
Das war vermutlich die krebskranke Lehrerin ›Fritzie‹ in der Serie ›Fritzie – Der Himmel muss warten‹. Die Verabredung beim Schauspielen ist, so zu tun, als ob. Aber als gesunder Mensch eine krebserkrankte Frau zu spielen, während so viele Menschen tatsächlich betroffen sind und sehr genau wissen, wie das ist, hat mir großen Respekt eingeflößt.

Machen Sie uns neugierig: Welchen Film bzw. welche Serie mit Ihnen sollten wir nicht verpassen?
Seit dem 10. April werden an sechs Freitagen nacheinander die neuen ›Praxis mit Meerblick‹-Folgen gesendet. Wir sind mittlerweile im zehnten Jahr, was wirklich verrückt und toll ist! Wer die ersten neun Jahre verpasst hat und Lust hat, mal reinzugucken: Es gibt alle Episoden in der ARD Mediathek. Wir drehen auch dieses Jahr wieder einige Folgen ›Praxis mit Meerblick‹ …

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