Stadtmagazin Witten: In der Stadt

So lässt sich leben!

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Werner Jacob – ein wahres Denkmal

»Alt werden ist nichts für Feiglinge! Ich bin kein Feigling – ich werde 90!« Mit dem humorvollen Spruch auf der Einladung zur Feier seines 90. Geburtstags brachte uns Werner Jacob spontan zum Lachen, und gleichzeitig ging uns sofort das Herz auf, denn mit dem sympathischen, sagenhaften Bommeraner am 5. Juli sein rundes Wiegenfest feiern zu dürfen, hat uns riesig gefreut!

Bommeraner …

… wie viele (!) wissen, steht diese Bezeichnung nicht nur für den Wittener Vorort, mit dem Werner Jacob von klein auf eng verbunden ist, sondern ist auch der Name der von ihm über viele Jahre hinweg geleiteten Stadtteilzeitschrift. Aus gutem Grund gab es deshalb schon vor 30 Jahren anlässlich seines ebenfalls runden, wenn auch ›kleineren‹ Geburtstags eine Sonderausgabe der Zeitschrift: Freunde und Familienangehörige kreierten ›Der Bommeraner wird 60‹ mit zahlreichen wertvollen Infos und lustigen Anekdoten über den Redakteur und sein enthusiastisches berufliches Engagement. Neben seiner journalistischen Arbeit brachte – und bringt – er sich aber auch in seiner Freizeit mit Leib und Seele für seinen heißgeliebten Stadtteil ein mit unterschiedlichsten Aktivitäten, wie unter anderem für den Heimat- und Geschichtsverein Bommern e. V. Lebendige Feiern, Feste und Veranstaltungen zu organisieren und mitzugestalten, aber auch historische Momente lebendig zu erhalten oder zu neuem Leben zu erwecken, ist ihm seit jeher ein höchstes Anliegen. Dies ist nicht nur in seinen äußerst lesenswerten Büchern mit wunderschönen Kindheitserinnerungen zu lesen, sondern auch an dem ein oder anderen Denkmal live zu erleben.

Apropos Denkmal …

… jetzt kommen wir doch zu einem höchst interessanten Thema. Witzigerweise kam dieser Begriff bereits in der oben erwähnten ›Bommeraner‹-Sonderausgabe zur Sprache. 1995 hatten die Erschaffer dieser Edition zu Ehren von Werner Jacob ältere Fotos von ihm – teils noch aus Kinderzeiten – zu einer Collage verarbeitet, in der sein Gesicht mittels Computertechnik auf älter getrimmt und auf seinen 90. Geburtstag projiziert worden war. Tja, KI gab es damals noch nicht. Da saßen die Kreateure wohl etwas länger dran – wobei dies ja fantastisch zum Thema Denkmal passt. Genauso wie die damalige Bildzeile: dass diese Portraits doch eine hervorragende Basis dienen können, Werner Jacob mal für sein wertvolles Schaffen ein wahres Denkmal zu setzen. smiley›Wohl wahr!‹ dachte vermutlich auch der damalige Wittener Stadtbaurat Helmut Dorsch, als er beim Blättern durch die Zeitschrift auf diesen humorvollen Hinweis stieß, und seine ›Rache‹ folgte prompt. Kurz darauf erhielt Werner Jacob von ihm einen höchst offiziellen Brief der Stadt Witten, in dem es hieß, dass ihm aufgrund seiner Verdienste – oder war es doch eher wegen der humorvollen Anregung des ›Bommeraner‹? – ein Denkmal gesetzt würde.

Wahres Versprechen …

… oder scherzhaftes Hirngespinst? »Nun ja, ich habe damals nicht geglaubt, dass sie es ernst meinen«, erzählt Werner Jacob mit herzhaftem Lachen. »Dann schickte ich aber dieses Jahr doch aus dem Bauch heraus das damalige ›offizielle Schreiben‹ von Herrn Dorsch noch mal an unterschiedliche Ansprechpartner der Stadt mit dem Verweis auf meinen anstehenden 90. Geburtstag und der Mitteilung, dass ich davon ausgehe, dass die Zusage von Herrn Dorsch doch wohl eingehalten und umgesetzt wird. smiley Natürlich war das keine höchst offizielle Aufforderung, wer geht schon davon aus, sich in Marmor oder Stein demnächst auf einem städtischen Platz bewundern zu können? Allerdings war ich schon ein klein wenig irritiert, als ich so gar keine Rückmeldung erhielt. Da hätte doch wenigstens mit Augenzwinkern drauf reagiert werden können.« Gut, die Politiker­Innen und städtischen Mitarbeitenden haben eine Vielzahl von nicht zu unterschätzenden Baustellen, Hürden und Herausforderungen zu meistern, was wir oftmals gar nicht so auf dem Schirm haben. Da kann ein solches Anliegen – insbesondere bei der Fragestellung ›ist das jetzt ernst gemeint oder ein Joke?‹ – schon mal durchgehen. Dennoch schade, denn ein ›Jacobsdenkmal‹ wäre doch nicht verkehrt gewesen, oder? wink

Das Denkmal steht!

Jetzt müssen wir uns aber korrigieren, ›wäre gewesen‹ trifft nicht zu: Das Denkmal steht! Allerdings nicht kreiert von Stadt oder Stadtteil, sondern vom ›Denkmalmotiv‹ selbst. »Im Zuge der Vorbereitungen der kleinen Feier kam mir spontan die Idee, mir ein eigenes Denkmal zu setzen«, berichtet Werner Jacob schmunzelnd. Und so entstand das Plastikstandbild – geschaffen von einer guten Bekannten –, auf dem er in Lebensgröße abgebildet ist, und das ›Geburtstagskind‹ enthüllte es vor Familienangehörigen, Freunden, Bekannten, Kumpels auf seiner stimmungsvollen Feier auf der Terrasse seines Hauses auf Steinhausen. Die zahlreichen Geburtstagsgäste waren allesamt sichtlich begeistert, denn die Statur bringt ›die Type‹ mit ihrer wunderbaren Mischung aus Humor, Intellekt und Charisma voll auf den Punkt. So lässt sich lästern, lachen und leben.

Zudem lässt uns das Denkmal spontan mal denken: Warum nicht in den nächsten Ausgaben des Stadtmagazins das Denkmal zum Thema Denkmal aktiv werden lassen? Und er macht es: Freuen Sie sich auf den ein oder anderen Artikel von Werner Jacob über historische Gedenksteine und Mahnmäler. Feststeht: Wir freuen uns!

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