Stadtmagazin Witten: Junge Familie

Auf Safari im Pott

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Zeche Nachtigall bietet Programm für kleine Entdecker*innen

»Was macht der Frosch im Winter?« Dies ist nur eine der Fragen, um die es bei der Zechen-Safari im LWL Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten geht. Tourguide Birgit Ehses hat sich für Besucher*innen im Alter von 6 bis 10 Jahren so einiges ausgedacht, um einen informativen wie unterhaltsamen Einblick in die hiesige Tierwelt und deren Vorbereitung auf den Winter zu gewähren.

Natur entdecken im Forscherteam

»Die Inhalte unserer Veranstaltungen variieren abhängig von der Jahreszeit«, erklärt Birgit Ehses. »Wer also heute teilnimmt, wird im Frühling wieder Anlass finden, eine Safari zu besuchen und viel Neues erfahren können. Genau das ist bereits seit 2007 einmal im Monat Sinn der Sache: Wir wollen die Natur für Kinder erlebbar machen, natürliche Zusammenhänge mit echten Erlebnissen verknüpfen und ein ökologisches Bewusstsein in die Köpfe der kleinen Entdecker*innen bringen.« Die Natur entdecken, das können neugierige Nachwuchsforscher*innen natürlich auch im Team, wie Birgit Ehses ergänzt: »Unsere Safaris kann man für Schulklassen, Kindergartengruppen und auch für Kindergeburtstage buchen! Das macht dann immer besonders viel Spaß, weil sich die Kids bereits kennen und es gleich losgehen kann!«

Lebendiges Leben in Wald, See und Wiese

Zu lernen gibt es vieles – für Klein und Groß. Klar, was ein Säugetier gegenüber einem Vogel auszeichnet oder welches Tier Winterschlaf hält, ist den meisten Erwachsenen sicherlich noch bekannt. Wer jedoch nicht täglich draußen unterwegs ist, dem wird schon bei der Einleitung der Safari bewusst gemacht, wie viele Lebewesen die heimische Natur tatsächlich beherbergt. Sei es Maulwurf, Fisch, Natter, Eichhörnchen, Salamander, Hase, Schnecke, Maus, Reh, Wildschwein, Igel, Fledermaus und viele, viele mehr: Sie alle tummeln sich in Wald, See und Wiese, wie auch in direkter Nähe des Menschen. Jedenfalls verraten sich die Eidechsen in der Gebäudemauer der Zeche Nachtigall durch ihren kaum sichtbaren Kot vor dem Eingang ihres Winterquartiers. »Immerhin bleibt das Wohnzimmer sauber. Wahrscheinlich«, wirft ein sichtlich erheiterter Vater eines teilnehmenden Kindes ein und sorgt damit für den ersten Lacher der Tour.

Spuren deuten, Sinne schärfen

Birgit Ehses schärft nicht nur den Blick für solcherlei verräterische wie amüsante Details, sie lüftet auch so manches Geheimnis rund um diese Bewohner des Ruhrgebiets. Wer weiß beispielsweise schon, dass Schnecken wahre Meister darin sind, sich vor Kälte mit kalkhaltigem Wandputz im Haus zu schützen? »Ganz so ist das natürlich nicht«, klärt die Tourleiterin auf. »Aber es stimmt, dass sie den Eingang ihres Schneckenhauses durch einen kalkhaltigen Schleim verschließen können, der dann gewissermaßen aushärtet und einen besseren Schutz vor niedrigen Temperaturen bietet, ehe diese Barriere im Frühjahr wieder geöffnet wird.« So ist es überhaupt nicht schlimm, wenn sich manche Zechenbewohner nicht sofort zeigen mögen, denn sie sind da! Das spürt jedes Kind an diesem Tag, und es lernt, Spuren zu deuten, die Sinne zu schärfen. Es kommt gar eine Art detektivische Stimmung auf, bei jenen Tieren, die man eben nicht sieht, deren Fährten jedoch unverkennbar sind!

Aha, oho – der UHU!

Erstaunen macht sich breit, als Birgit Ehses von der weltweit größten Eulenart berichtet: »Wer nun glaubt, die müsse doch sicherlich in Kanada oder in den Weiten Alaskas zu finden sein, der irrt gewaltig. Wir bekommen ihn ganz selten zu Gesicht, aber an Winterabenden hören wir ihn oft: Irgendwo im Bereich des Steinbruchs hinter dem Zechengebäude tummelt sich ein Uhu. Und dies ist tatsächlich die größte Eulenart unseres Planeten, direkt vor unserer Haustür!« Zum Abschluss der Safari wird dann noch etwas Nützliches zum Mitnehmen gebastelt: Eine Futterglocke soll tierischen Nachbarn im Winter adäquate Unterstützung im heimischen Garten bieten.

Programm nicht nur für Kinder

Im Verlauf der Tour lässt sich beobachten, dass auch so manches Elternteil, das sein Kind anfänglich mit gebührendem Abstand bei eben einer ›Kinderveranstaltung‹ begleitete, sich allmählich nähert und schlussendlich selbst enorm interessiert einbringt. »Das sehen wir oft und freuen uns sehr darüber«, bestätigt Birgit Ehses. »Es ist auch der Grund, warum wir hier im Industriemuseum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe ebenso Naturführungen für Erwachsene und viele weitere interessante Programmpunkte anbieten. Ein Blick auf unsere Internetseite lohnt sich also!«

Auch für den Schutz in der Pandemie ist gesorgt: Alle Veranstaltungen erfolgen unter Einhaltung der jeweiligen Corona-Schutzregeln und finden in großen Teilen im Freien statt. Genau so wie eine echte Safari eben stattfindet. Mit kleinen Wundern und Überraschungen. Mit kleinen Abenteuern und neuen Erkenntnissen. Nur eben nicht in exotischen Gegenden unseres Planeten, sondern direkt bei uns zu Hause: mitten im Pott!

LWL-Industriemuseum

Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35 · 58452 Witten
Tel. 0 23 02 / 9 36 64-10
zeche-nachtigall.lwl.org

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