Stadtmagazin Witten: Kunst und Kultur

Ein Blog über Krisen, Chancen, Lustiges und Wichtiges

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Weshalb lassen Altbauten mehr Raum für Emotionen? Warum unterscheiden sich Männer und Frauen – schweizer und deutsche Paare hingegen kaum? Und wieso sind Langstreckenläufe gut für den Kopf? In ihrem Blog Palmert-Ille schreiben der Wittener Christoph Palmert und sein Heidelberger Kollege Harald Ille über Krisen, Chancen, Lustiges und Wichtiges. Ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, dafür mit Herz und gesundem Menschenverstand.

Von Twitter-Freunden zu Kollegen

Schon das Kennenlernen der beiden Wortjongleure ist eine Geschichte für sich: Sie trafen sich nämlich bei Twitter. »Harald war damals für die sozialen Medien der Stadt Frankfurt verantwortlich«, erzählt Christoph Palmert. »Ich selbst hatte jahrelang Social Media Manager ausgebildet und habe ihn als Dozenten ins Boot geholt. Obwohl wir uns im Leben erst dreimal persönlich getroffen haben, würden wir uns als Freunde bezeichnen. Irgendwann vor zwei Jahren kam uns dann die Idee, einen gemeinsamen Blog aufzubauen, in dem wir über das sprechen, was uns bewegt – sowohl fachlich als auch privat.«

Unausgesprochenes in Worte fassen

Christoph Palmert hat Kaufmann im Einzelhandel gelernt, Textilbetriebswirtschaft, Soziologie und Psychologie studiert. Danach betätigte er sich von 2006 bis 2017 als selbstständiger »Kommunikationsheini«. Heute ist er Papa und Hausmann, Hobbyläufer und ehrenamtlicher Mitarbeiter des ASB. Für den Arbeiter-Samariter-Bund initiierte er das Corona-Sorgentelefon ›Offenes Ohr‹ (in Kooperation mit der UWH) und ein Team für die sogenannte ›Psychosoziale Notfallversorgung‹ – die Betreuung von Betroffenen in Krisensituationen. All diese Themen – aber auch private Erfahrungen – fließen in seine Texte mit ein. Da geht es etwa um Verlust und Suizid, die ›zweite Welle‹ oder um die Vorteile eines Urlaubs auf dem Bauernhof zu Coronazeiten. »Jeder Autor schreibt auch für sich – wer etwas anderes behauptet, der lügt«, verrät er mit einem Schmunzeln. »Das Bloggen tut mir gut und hat mir im Lockdown mit zwei Kindern die Möglichkeit geboten, mich sinnvoll zu beschäftigen. Gleichzeitig geht es uns aber natürlich auch darum, Menschen zu erreichen und Unausgesprochenes in Worte zu fassen.«

»Alles hat zwei Seiten«

Trotz ernster Töne sind die Beiträge aber keineswegs Stimmungskiller. »Alles hat zwei Seiten, eine lustige und eine traurige, Höhen und Tiefen. Man muss die Waage finden. Ich versuche, durch meine Schreiberei ein positives Gefühl zu vermitteln.« Das kommt an, nicht nur bei Menschen aus dem Umfeld der Blogger, sondern deutschlandweit. Und so haben sich aus den Essays schon manche Facebook-Diskussionen und angeregte Email-Korrespondenzen entwickelt. »Natürlich sind Ansichten immer subjektiv«, so Christoph Palmert. »Aber ich lege Wert darauf, fundierte Argumente heranzuziehen und immer verschiedene Perspektiven zu sehen.« Er führt aus: »Ich bin kein Fan von Dogmen. Es gibt nie nur A oder B. Nehmen wir die Corona-Pandemie als Beispiel: Manch einer, dem es im März noch gut ging, denkt heute vielleicht anders über bestimmte Maßnahmen, nachdem er sein Restaurant schließen musste. Man mag sein Verhalten ablehnen, kann sich aber nicht davon frei machen, in einer vergleichbaren Situation ähnlich zu reagieren. In Krisensituationen trifft man den Kern des Menschen.«

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