Stadtmagazin Witten: In der Stadt

Hier stimmt die Chemie!

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Wittener Universitätsgesellschaft baut Brücken zwischen Universität und Stadt

Normalerweise würden wir an dieser Stelle auf ein absolutes Ruhrstadt-Kultur-Highlight hinweisen: die Hohensteiner Tafelrunde. Seit ihrer Gründung vor 23 Jahren veranstaltet die Wittener Universitätsgesellschaft e. V. (WUG) das beliebte Festdinner mit äußerst prominenten Gastrednern. Leider muss es dieses Jahr aus allzu bekannten Gründen auf 2021 verschoben werden. Dies bedeutet aber keinesfalls, dass die so wertvolle Arbeit der WUG brachliegt. »Im Gegenteil!«, betont Geschäftsführer Klaus Völkel. »Wir bringen uns wie immer, wenn nicht sogar noch stärker für die Projekte unserer Studentinnen und Studenten ein und geben alles, um zwischen den Mitgliedern und Aktivitäten der UW/H und den Bürger*innen der Stadt und der Region Brücken zu bauen.«

›Initiativlabor‹: Engagement, Vernetzung und Nachhaltigkeit

In der Tat, es sind sehr bemerkenswerte Projekte, die durch die WUG gefördert werden, wie beispielsweise das ›Initiativlabor‹, mit deren Mitarbeiter*innen – Leona Schupp, Oliver Köninck und Barbara Herr – wir uns heute auf der Terrasse vor ihrem Büro, das in der Bahnhofsstraße über dem Unikat Platz gefunden hat, auf ein Gespräch zusammensetzen. Ebenfalls dabei in der munteren Plauderrunde mit Blick auf die Bahnhofstraße ist Domenik Treß, der das ›Initiativlabor‹ vor vier Jahren mitbegründete und inzwischen, nach Abschluss seines Studiums, in der neu eingerichteten UW/H Vernetzungsstelle Nachhaltigkeit tätig ist. Was genau passiert im Labor, um welche Initiativen geht es, fragen wir neugierig. Leona Schupp: »Das ›Initiativlabor‹ widmet sich zwei großen Aufgabengebieten. Ein Bereich ist die Betreuung, Beratung und Vernetzung der zurzeit rund 50 studentischen Initiativen an der Universität Witten/Herdecke. Wir begleiten und organisieren Projekte unterschiedlichster Art, von daher hat unsere Förderung ein sehr breites Spektrum.« »Vor allem geht es darum, Ideen und Möglichkeiten auszutesten, damit aus den Konzepten gute Dauerprojekte werden«, betont Domenik Treß. »Es ist quasi ein Experimentierraum für einfallsreiche Vorhaben: eben das ›Initiativlabor‹.«

Stärkung der Nähe von Campus und Stadt

Der zweite Schwerpunkt widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit, erfahren wir. »Wir fördern mit verschiedenen Projekten die nachhaltige Entwicklung der UW/H, aber auch die der Stadt Witten, überhaupt arbeiten wir auch über die studentischen Initiativen viel in Kombination mit der Stadt«, führt Leona Schupp aus. Klaus Völkel nickt ihr begeistert zu: »Genau das war der Grund dafür, dass wir sofort ›Ja‹ gesagt haben zum ›Initiativlabor‹ und es als Förderprojekt mit einem Sachkostenzuschuss in Höhe von 500,00 Euro sowie der Übernahme eines Jahreslohns einer Hilfskraft ausgesprochen gern unterstützen. Schließlich ist für uns der Wunsch, die Nähe von Student*innen und Bürger*innen, von Campus und Stadt zu stärken, seit jeher ein extrem wesentlicher Aspekt der Wittener Universitätsgesellschaft.« »Ich denke auch, dass es wichtig ist, immer zu schauen, wie man mit der Stadt optimal kooperieren kann«, sagt Barbara Herr. »Aus diesem Grund ist auch unser Standort hier über dem Unikat einfach perfekt: in der Mitte der Stadt sitzen und arbeiten zu können.«

Klimawoche, Stadtradeln, NachhaltigkeitsGuide …

Und wirklich, an diesem zentralen Arbeitsplatz werden tolle Aktionen kreiert und organisiert, so wurde gemeinsam mit den Nachhaltigkeitsinitiativen der UW/H Ende 2019 eine Klimawoche durchgeführt. Oliver Köninck: »Ein weiteres Beispiel ist der zukünftige NachhaltigkeitsGuide, mit dem wir das nachhaltige Leben in Witten fördern werden: durch Informationen, wo und in welchen Geschäften ökologisch und sozial unbedenkliche Produkte eingekauft werden können, aber auch mit Tipps zu ›Green Jobs‹ oder umweltfreundlichen Events, wie der jährlichen Teilnahme am Stadtradeln. Eine andere richtig tolle Sache war jetzt Mitte September die Teilnahme am ›Ruhr clean up‹, eine gemeinsame Müllbeseitigungstour rund um die Ruhr von Bochumern und Wittenern, organisiert durch ›Bochum bolzt‹. Und ich war wirklich begeistert, wie viele Menschen enthusiastisch und engagiert insgesamt zwei Tonnen Abfall und Schrott aufgesammelt haben.« Moment einmal, ›Bochum bolzt‹? Das ist doch vermutlich eine Initiative aus der Nachbarstadt? »Ja und nein«, antwortet Klaus Völkel. »Wie der Name schon sagt, ist es schon ein durch den UW/H-Studenten Patrick Schulz zusammen mit dem Fanprojekt des VfL Bochum 1848 initiiertes Projekt, das sich für den Umweltschutz kombiniert mit Fußball einsetzt. So werden oft beispielsweise Fußballturniere für Schüler*innen auf einem nahegelegenen Bolzplatz oder direkt auf dem Schulhof organisiert, in deren Pausen die Bolzplatzheld*innen animiert werden, die Spielfläche und die unmittelbare Umgebung von achtlos weggeworfenem Müll zu befreien. Inzwischen hat ›Bochum bolzt‹ aber auch in Witten zahlreiche Partnerschulen gefunden. Deshalb unterstützt die WUG auch dieses Projekt. Ansprechpartner bei uns an der Universität ist übrigens das Initiativlabor.«

›Markt der Möglichkeiten‹: ein schöner Start ins Semester

Wobei wir wieder bei unserem eigentlichen Gesprächspartner sind. Was ist Ihnen bei Ihrer Initiativlaborarbeit ein besonderes Anliegen, fragen wir. »Füreinander da zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen. So kommen immer Kommiliton*innen auf uns zu, die Hilfe brauchen, zum Beispiel beim Fundraising von Projekten oder Hochschulgruppen«, erklärt Leona Schupp. »Viele sind sich auch nicht immer sicher, an wen sie sich bei unterschiedlichsten Fragen wenden können. Schließlich herrscht an unserer Uni eine hohe Fluktuation, da kann der bisherige bekannte Ansprechpartner nach seinem Abschluss logischerweise nicht mehr zur Verfügung stehen. Eine super Sache ist von daher der durch uns organisierte ›Markt der Möglichkeiten‹: Hier haben die Initiativen die Möglichkeit, sich an ihren Ständen vorzustellen. Die Studierenden können dann die verschiedenen Projekte kennenlernen, sich inspirieren und von der fantastischen Motivation anstecken lassen und herausfinden, wo sie sich am liebsten engagieren möchten. Das ist wirklich ein schöner Start ins Semester mit einer besonderen Stimmung.«

Bunte Vielfalt gesellschaftlicher, sozialer und kultureller Projekte

Apropos Hilfestellung, auch der damalige Mitbegründer und heute offizielle UW/H-Ansprechpartner für und ›Kümmerer‹ um das Initiativlabor Domenik Treß kann auf das Team bauen: »Im Rahmen meiner Arbeit gilt es ja vor allem, die Ziele, die sich die Uni selbst für mehr Nachhaltigkeit gesetzt hat,  im Blick zu behalten. Am sichtbarsten ist dabei wohl aktuell unser nachhaltiger Neubau in moderner Holz-Hybrid-Bauweise. Für viele Ideen und Projekte brauche ich eine enge Kooperation mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Uni, Studierenden, aber auch der Stadt Witten und lokalen Organisationen, das könnte ich allein nicht schaffen. Umso schöner ist es, dass ich hier im Initiativlabor so aktive Unterstützung finde. Und Sie glauben gar nicht, wie froh die Uni darüber ist, dass durch diese enge Zusammenarbeit und das studentische Engagement Stadt und Universität besser und enger zusammenwachsen.  Überhaupt ist es nicht zuletzt der bunten Vielfalt der UW/H-Projekte zu verdanken, dass Witten sich mehr und mehr als Universitätsstadt anfühlt und sichtlich jünger geworden ist.« Dem kann sich Klaus Völkel nur anschließen. »Ja, es ist schlechthin bemerkenswert, wie groß die Spannbreite der Projekte ist: gesellschaftliche, soziale, kulturelle Initiativen, die sich gegenseitig bereichern und inspirieren. Hier stimmt die Chemie, und wir als WUG möchten auch weiterhin die so wertvollen Aktionen und Konzepte unbedingt unterstützen.«

Unikat-Club …

… nachdem das von Studenten geführte Kultur- und Begegnungszentrum zunächst im Bahnhof und später an der Westfalenstraße beheimatet war, hat es 2018 seine neuen Räumlichkeiten an der unteren Bahnhofstraße bezogen. Mitten in der City bieten sich jetzt noch bessere Voraussetzungen, um Studierende, Bürger und Besucher von außerhalb zusammenzubringen. »Wir haben den Club bereits in seiner Startphase finanziell gefördert und leisten auch jetzt wieder Unterstützung«, so Klaus Völkel. »Die Initiative passt perfekt zu unserer Idee, die Studierenden vom Campus ins Zentrum zu holen und mehr Miteinander zu schaffen.«
www.unikat.events

Als Mitglied …

… der Wittener Universitätsgesellschaft nutzen Sie die Möglichkeiten eines bedeutsamen Engagements und zahlreiche Vorteile: Sie wirken mit und stiften Sinn – für sich und für andere. Durch die Förderung wertvoller Projekte wie das Deutschlandstipendium, Bibliothek, Chor und Orchester der Universität, Teddykrankenhaus, das Nähprojekt Nouranour von Flüchtlingsfrauen und zahlreichen weiteren Initiativen unterstützen Sie das gesellschaftliche, soziale und kulturelle Engagement der UW/H und ihrer Studierenden und tragen so mit zur Steigerung der Attraktivität und zur Stärkung der Region bei.
Weitere Informationen finden Sie unter
www.wug.ruhr

Infos zum Initiativlabor
www.uni-wh.de/initiativlabor

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