Stadtmagazin Witten: In der Stadt

Liebe Wittenerinnen, liebe Wittener,

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ein neues Jahrzehnt hat begonnen – Anlass genug, einen Blick zurück und den Ausblick in die Zukunft zu tun.

Was waren Meilensteine in der Entwicklung Wittens in den letzten zehn Jahren? Als kinder- und familienfreundliche Stadt haben wir sehr am Ausbau unserer Kinderbetreuung gearbeitet. Viele neue Kindergärten sind entstanden. Dazu zählen die AWO-Kindergärten in Annen an der Kreisstraße, in Heven am Neddenburweg und in der Innenstadt am Crengeldanz und am Ledderken. Die FLiWi gGmbH hat Kindergärten an der Dortmunder Straße und in Bommern eröffnet, und erweitert wurde die städtische Kita in Vormholz. Hierdurch wurden in den letzten 10 Jahren über 500 neue Kindergartenplätze geschaffen.
Der Ausbau reicht aber bei Weitem nicht aus, die Bedarfe an U3- und Ü3-Plätzen zu decken. Neue Plätze sind an der Annenstraße, der Breite Straße, der Pferdebachstraße, in Buchholz, in Durchholz und in Rüdinghausen in der Planung. Kreative Lösungen auf der Suche nach weiteren Erzieherinnen werden gesucht.

Nach der vorwiegend energetischen und sanitären Sanierung vieler Grundschulen steht der weitere Ausbau an Plätzen der Offenen Ganztagsgrundschule ebenfalls vorne auf der Agenda. Mehr als 50 % beträgt mittlerweile die Versorgung mit Plätzen der OGS, insgesamt werden mittlerweile über 1500 Kinder betreut. Allein in den letzten 5 Jahren wurden 191 neue Plätze geschaffen.
Veränderte und zusätzliche Raumbedarfe, um die Kinder adäquat betreuen zu können, müssen erfüllt werden und stellen die Stadtverwaltung vor große Herausforderungen. Eine multifunktionale Nutzung von Schulräumen gewinnt eine immer größere Bedeutung.

Viele positive Spuren hat das Programm ›Soziale Stadt Annen‹ in Annen hinterlassen. Der Park der Generationen wird gut angenommen, die Annenstraße ist saniert worden, die Versorgung mit Ärzten und mit entsprechender Nahversorgung ist sichergestellt und die Ansiedlung des Technischen Rathauses auf der ehemaligen Wickmannfläche ist ein belebender Faktor im Stadtteil.

In Erweiterung des Programms ›Soziale Stadt Annen‹ ist der Neubau der Baedecker-Grundschule mit Begegnungsmöglichkeiten für Vereine und Organisationen sowie einer Dreifachsporthalle für die kommenden Jahre aus dem Bundesprogramm ›Gute Schule‹ in Vorbereitung. Damit werden wir in Zusammenarbeit mit vielen Beteiligten ein neues Schul- und Begegnungszentrum in Annen errichten.
Im Rahmen des Spielflächenentwicklungskonzeptes ist es gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendparlament gelungen, zahlreiche Schwerpunktspielflächen wieder ordentlich auszustatten. Zuletzt wurden im Rahmen des Programms ›Soziale Stadt Heven/Crengeldanz‹ die Spielplätze am Steinhügel, an der Billerbeck und an der Oberkrone sowie der Schulhof an der Hellwegschule neu gestaltet. Für die kommenden Jahre steht insbesondere die Spielfläche am Hohenstein im Fokus, die im Rahmen einer baldigen Neugestaltung zu einer inklusiven und barrierearmen Spielmöglichkeit aufgewertet werden soll.

Ein 100 Millionen Euro Programm für die weiterführenden Schulen wird hier in den nächsten Jahren zu einer deutlichen Verbesserung der Aufenthaltsqualität führen. Die pädagogischen Arbeiten für einen neuen naturwissenschaftlich-mathematischen Trakt am AMG sind weitestgehend abgeschlossen. Baubeginn ist Frühjahr 2021, bis dahin wird der externe Planer beauftragt und die Planung sowie die Ausschreibung durchgeführt.
Erste vorbereitende Gespräche stehen Anfang des Jahres mit dem Ruhrgymnasium bevor. Nach der Sanierung der denkmalgeschützten Fassade und der Toiletten muss eine Lösung für einige stark sanierungsbedürftige Bereiche des Ruhrgymnasiums gefunden werden. Dazu gehört auch ein Konzept für ein Sportangebot in der Innenstadt für die hier ansässigen Schulen.

Eine große Herausforderung stellt ebenfalls die Sanierung der Hardenstein Gesamtschule dar. Mit der Sanierung des naturwissenschaftlichen Traktes ist begonnen worden. Bis zum nächsten Jahr werden dort über 3 Millionen Euro für adäquat ausgestattete Räumlichkeiten ausgegeben. Selbstverständlich gehört hier wie auch in den anderen Schulen eine entsprechende Digitalisierungsstrategie auf die Agenda der nächsten Jahre.

Viele dieser Maßnahmen gehören auch zum Themenfeld der klimatischen Verbesserungen in unserer Stadt. Im Rahmen vieler Fördermaßnahmen ist es gelungen, den Energieverbrauch in zahlreichen städtischen Gebäuden zu reduzieren. Dazu gehört auch die Sanierung unseres Rathauses. Mehr als 80 Prozent der zu verausgabenden Mittel sind Fördergelder, die u. a. auch für die energetische Sanierung unseres Rathauses zur Verfügung gestellt werden. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes, des Rathausforums im Südflügel ist für das Frühjahr 2021 geplant.
In Bezug auf die Entwicklung der Innenstadt tragen die Sanierung unseres Rathauses, die Entwicklung des Kornmarktes und die Aufwertung des Karl-Marx-Platzes mit entsprechender Bebauung weiter zur Belebung bei. In der Fortschreibung des integrierten Handlungskonzeptes für die Innenstadt sind vielfältige Maßnahmen vorgesehen, die auch zukünftig ein attraktives Stadtzentrum gewährleisten. Hierzu zählen unter anderem die Etablierung eines City- und Quartiersmanagements oder die Neugestaltung der Johannisstraße. Aus Sicht der Stadt Witten wäre es natürlich wünschenswert, wenn sich viele Eigentümerinnen und Eigentümer an entsprechenden Maßnahmen, wie beispielsweise dem vorgesehenen Hof- und Fassadenprogramm, beteiligen würden.

Der Katalog zur Belebung der Innenstadt und der Stadtteile wird abgerundet durch ein kommunales Wohnbaulandprogramm. Auf Basis des derzeit in Arbeit befindlichen gesamtstädtischen Baulandmonitorings werden zukünftige Wohnbauflächen mobilisiert und entwickelt, um den Bedarf aller Bevölkerungsschichten an attraktivem Wohnraum sicherzustellen. Eingriffe in den Freiraum sollen hierbei möglichst vermieden werden, bestehende Baulücken hingegen effizient genutzt werden.
Auch im verkehrlichen Bereich ist ein Bündel von Maßnahmen vorgesehen. Ein umfangreiches Konzept zur Förderung des Radverkehrs, das in Arbeit befindliche Parkraumbewirtschaftungskonzept sowie die gezielte Förderung von E-Tankstellen in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken sind Beiträge Wittens zur notwendigen Verkehrswende.

Nicht zuletzt steht auch die Gewerbeentwicklung innerhalb des Stadtgebiets im Fokus. Mit dem Ziel, passende Gewerbeflächen für Unternehmen bereitzustellen und im Umfeld der Universität qualitätsvolle Standorte für Zukunftstechnologien zu entwickeln, soll Witten auch zukünftig attraktiver Gewerbestandort sein. Hierfür verfügt die Stadt mit dem Handlungskonzept Gewerbeflächen über ein strategisches Instrument zur Deckung der zukünftigen Bedarfe. Nach der Erschließung des Gewerbegebietes ›Drei Könige‹ auf einer aufgegebenen Bahnfläche wird im Mittelpunkt der Gewerbeflächenentwicklung der kommenden Jahre unter anderem die Reaktivierung der ca. 10 ha großen Thyssendeponie im Stadtteil Annen stehen.

Abschließend möchte ich auf unsere Teilnahme am Programm ›Global Nachhaltige Kommune NRW‹ hinweisen. Im Rahmen dieses Förderprojektes werden vielfältige Akteure der Stadtgesellschaft in den nächsten 2 Jahren eine breit angelegte Nachhaltigkeits- und Stadtentwicklungsstrategie für unsere Stadt erarbeiten und dem Rat der Stadt Witten zur Entscheidung vorlegen.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern des Stadtmagazins einen guten Start in ein hoffentlich gesundes und erfolgreiches neues Jahrzehnt.

Ihre Bürgermeisterin Sonja Leidemann

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