Stadtmagazin Witten: Dies und Das

Manege frei!

Foto(s) zum Vergrößern anklicken

Quellenangabe in den Vergrößerungen

Kleine Zirkusartisten proben für den großen Auftritt

Musik erklingt, der Vorhang öffnet sich, Artisten strömen in die Manege: Jongleure und Zauberer, Tänzerinnen und Artistinnen, Akrobaten und Einradfahrer … Am 30. November wird die kunterbunte Show des ›Zirkus Konfetti‹ im Saal der Martin-Luther-Kirchengemeinde vor Publikum präsentiert. Allerdings handelt es sich dabei um keine gewöhnliche Show. Denn die mitwirkenden Zirkuskünstler sind gerade einmal sechs bis zwölf Jahre jung – und jetzt schon ziemlich aufgeregt. Schließlich werden die meisten von ihnen zum ersten Mal im Rampenlicht stehen.

Auch das Selbstbewusstsein wird gestärkt

»Im Moment probieren sich die Kinder in den verschiedenen Disziplinen aus«, berichtet Theater- und Zirkuspädagogin Meike Krüger. Sie leitet das Projekt der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis Hattingen-Witten gemeinsam mit ihrem Kollegen Michael Remmert und ehrenamtlichen Helfern. »Die Kinder erlernen dabei neue Fähigkeiten, ihre Eigenwahrnehmung und ihr Selbstbewusstsein werden gestärkt. Später entscheiden sie selbst, welche Disziplinen sie vertiefen und vorführen wollen. Dann geht es ans Einstudieren der einzelnen Kunststücke.«

»Man muss ein Baumstamm sein«

Die erste Probestunde im Haus der Ruhrtalengel beginnt für Silvia, Ersa, Giulia, Dilara, Inas und Nicolas mit einer Vertrauensübung: die Muskeln anspannen und sich langsam rückwärts in Meikes Arme fallen lassen – gar nicht so leicht, wenn man es nicht gewohnt und dazu noch ein bisschen kitzelig ist. Doch alle sechs meistern die Aufgabe mit Bravour, und so gibt es von der einzigen Zuschauerin im Saal schon den ersten Applaus. »Das ist die wichtigste Grundlage in der Akrobatik«, erklärt die Projektleiterin. »Man muss ein Baumstamm sein, gerade und stabil, die Füße fest mit dem Boden verwurzelt.«

Gemeinschaft ohne Sprachbarriere

Insgesamt machen 30 Mädchen und Jungen, zum Teil aus Familien mit Fluchthintergrund, beim Zirkusprogramm mit. Die Kosten werden über Fördergelder des Landesjugendrings NRW und die Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend NRW finanziert. Kooperationspartner sind die Waisenheimat e.V. und die Ruhrtal-Engel Witten.  »Das Angebot ermöglicht es den Kindern, ohne Sprachbarriere Gemeinschaft zu erleben und Freundschaften zu schließen«, so die Pädagogin.

Ein namhafter Zirkuskoffer

Als nächstes wird der Zirkuskoffer ›Onkel Heinz von Gurgelstein‹ ausgepackt. Zum Vorschein kommen viele Gerätschaften, mit denen man tolle Sachen anstellen kann. Wie zum Beispiel die bunten Jong­lierteller, die auf Stöcken gedreht werden – und zwar nicht nur im Stehen, sondern auch im Sitzen und Liegen, beim Laufen und sogar hinter dem Rücken. Im Nu haben sich die kleinen Nachwuchsartisten über die ganze Halle verteilt. Ganz schön wuselig. »Aber am Tag der großen Aufführung wird alles ganz geordnet ablaufen«, lächelt Meike Krüger. »Es gibt einen Backstage-Bereich hinter Vorhängen, Musik, Licht und natürlich eine Manege – wie in einem richtigen Zirkus. Und bis es so weit ist, wird noch ordentlich geprobt!«

Zirkus Konfetti

30.11. · 17 Uhr
Gemeindesaal der
Martin-Luther-Kirchengemeinde
Eintritt frei

Facebook Logo  diese Seite auf Facebook teilen