Stadtmagazin Witten: In der Stadt

Gemeinschaft, Reisen, Abenteuer

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Unterwegs mit dem MTC Witten

Die silberne Harley Davidson V-Rod knattert wie ein Drachen, kurz bevor er sich aufbäumt und Feuer speit. Ich kann mir gut vorstellen, mich in den Sattel zu schwingen und loszureiten. Dem Ruf der Ferne zu folgen. Oder wenigstens eine kleine Runde über den Hof zu drehen. »Keine gute Idee«, lächelt Dirk Radowsky. »Zu wenig Platz. Außerdem ist es gar nicht so leicht, die gut 300 Kilogramm schwere Maschine zu kontrollieren. Man braucht lange Arme und Beine. Aber Sie dürfen sich gerne einmal draufsetzen.«

Alles begann vor über vierzig Jahren …

Der Mann muss es wissen. Seit über vierzig Jahren ist Dirk Radowsky, genannt ›Duesy‹, mit seinem Motorrad auf den Straßen unterwegs. Allein oder mit seinen Kumpels vom MTC Witten, einer sympathischen kleinen Gruppe von Ruhrpott-Bikern und Bikerinnen, die das Reisen und den Duft von Benzin in der Nase lieben. »Alles begann im Februar 1977, als ich mit Freunden – einer Hand voll junger Leute, hauptsächlich Schüler und Studenten – das Elefantentreffen am Nürburgring besuchte, das damals bekannteste Motorradtreffen«, erzählt er. »Das gefiel allen so gut, dass kurz darauf das Gründungstreffen unseres Vereins im Haus Roggenkämper stattfand.«

Von Marokko bis zum Nordkap

Die ersten Clubfahrten führten in die Eifel und zum Biggesee. Heute lassen die Biker zwischen März und Oktober kein Ziel aus: Vom Bayerischen Wald geht es bis Italien oder nach Portugal, von Österreich über Bosnien bis Griechenland, von Dänemark bis nach Finnland und Norwegen. Und auch in Amerika, Australien und der Türkei, in Jordanien, Marokko und Tunesien knatterten sie schon mit ihren Maschinen über den Asphalt. Sieben bis acht gemeinschaftliche Touren werden pro Saison veranstaltet, dazu kommen die Trips, die die Mitglieder einzeln unternehmen.

»Früher waren wir zelten, heute gehen wir auch mal ins Hotel«

»Ich persönlich mag Tirol, weil es dort schöne anspruchsvolle Strecken mit vielen Kurven und Bergen gibt«, berichtet Dirk Radowsky. Dieses Jahr ist er schon in Österreich, Italien und Luxemburg gewesen, als nächstes steht St. Petersburg auf dem Programm. Er schmunzelt: »Früher ging es darum, rauszukommen, Abenteuer zu erleben. Da waren wir ausschließlich zelten. Aber mittlerweile sind wir alle älter geworden und gehen auch mal ins Hotel. Für mich sind solche Fahrten heute in erster Linie Entspannung vom Beruf – ich arbeite als Bauführer im Hoch- und Tiefbau. Und anders als damals mit 23 freue ich mich immer darauf, wieder nach Hause zu kommen.«

Moderne Maschinen und alte Schätzchen

Wie die Fahrer, so haben sich auch die Gefährte verändert. »In unserer Gründungsphase hatten wir kleinere Motorräder mit 200 bis 250 Kubikzentimeter der Marken Honda, Yamaha, Suzuki, Kawasaki und Herkules. Heute nutzen wir modernere Maschinen mit durchschnittlich über 1.000 Kubikzentimeter, darunter auch Harley, Yamaha, BMW und Triumph. Ich selbst habe allerdings noch eine alte Honda CB 750 Baujahr 1970 in der Garage stehen, die ebenfalls regelmäßig bewegt wird. Das muss sein, um Motor, Bremsen und Kupplung geschmeidig zu halten.«

»Ich wünsche mir, dass wir noch lange Spaß daran haben, gemeinsam unterwegs zu sein, und alle Mitglieder gesund und unfallfrei bleiben«

Übrigens geht Sicherheit beim MTC Witten unbedingt vor. Bis zu 20 Personen fahren bei Touren versetzt in einer Gruppe, es gibt keine rasanten Aktionen und wilden Überholmanöver. ›Duesy‹ war mal. »Ich bin froh, dass ich meine Harley habe und im gemütlichen Tempo über die Straße tuckern kann. Schließlich möchte ich ja die Landschaft genießen.« Was er sich für die Zukunft wünscht: »Dass wir noch lange Spaß daran haben, gemeinsam unterwegs zu sein, und alle Mitglieder gesund und unfallfrei bleiben!«

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