Stadtmagazin Lünen: Sport und Freizeit

Schwalbe, Salto und Spagat

Foto(s) zum Vergrößern anklicken

Quellenangabe in den Vergrößerungen

Zu Gast bei den Sportakrobaten des SAV Lünen 05

An diesem Donnerstagabend erinnert die Sporthalle der Realschule Brambauer an eine wuselige Zirkusarena: Rund 20 Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen 6 und 15 Jahren vollführen zum Takt der Musik federleichte Luftsprünge, drehen elegante Pirouetten, lassen sich aus dem Stand in den Spagat gleiten, schlagen Räder und üben Handstand. Bei den meisten klappt das auch schon ganz gut. Und wenn jemand ›kopfüber‹ doch mal ins Wanken gerät, sind die Trainerinnen Sandra und Nina schnell zur Stelle.

»Um Angst abzubauen, werden unsere Kleinen ganz langsam an die verschiedenen Figuren herangeführt«, erklärt Sandra. »Dazu gehören beispielsweise auch Landeübungen auf weichen Matten. Schwierigere Elemente wie Saltos oder Pyramiden werden zunächst mithilfe von Sicherheitslongen einstudiert. Und natürlich ist immer jemand von uns dabei, der aufpasst und gegebenenfalls Hilfestellung leistet – erst mit beiden Händen, dann mit einer Hand und irgendwann stehen wir nur noch daneben.« Im zarten Alter von sieben Jahren kam sie mit ihrer Schwester vom Turnen zur Sportakrobatik und damit zum SAV Lünen 05. Und auch der Vater ist inzwischen als Hilfstrainer im Club aktiv.

Während in der Nachwuchsgruppe der Spaß an der Bewegung im Vordergrund steht, zeigen die Fortgeschrittenen ihr Können als Startergemeinschaft mit dem TuS Witten-Stockum auch auf Wettkämpfen. Schwindelerregende Darbietungen mit waghalsigen Flugeinlagen und Pyramiden gehören zum Repertoire des erfolgreichen Teams, das in über 25 Jahren schon Landesmeister und Deutsche Meister hervorgebracht hat. Bis zu dreimal pro Woche wird dafür bis zu drei Stunden trainiert. »So viel Zeit ist nötig, insbesondere bei Paar- oder Gruppenchoreografien«, erklärt Sandra. »Die Partner müssen sich blind vertrauen und verstehen.«

Anders als beim Turnen kommen in der Sportakrobatik keine Geräte zum Einsatz. Höhe und Flugphasen werden allein mithilfe des eigenen Körpers oder dem des Partners erreicht. Das erfordert Kraft und Körperspannung, Balance und Beweglichkeit. »Aber die allerwichtigste Voraussetzung ist die Motivation«, lächelt die junge Trainerin. »Spagat kann man lernen, dafür sind wir zuständig.« An Begeisterung mangelt es den jungen Akrobaten in Brambauer jedenfalls nicht: Wo man hinschaut, sieht man leuchtende Augen und rote Backen. Ein Mädchen plumpst beim Versuch eines Radschlags zurück auf die Matte – und steht sofort wieder auf. Übung macht den Meister! Und wer am Ball bleibt, wird vielleicht schon bald bei der nächsten Show oder einem Wettkampf auf der Bühne stehen.

»Weil jeder Einzelsportler, jedes Paar und jedes Gruppenteam seine eigene Choreografie hat, wird es nie langweilig«, erzählt Sandra. »Instrumentalmusik und farbenfrohe Kostüme verbinden die akrobatischen Figuren zu einem großen Ganzen. So erzählen wir bei unseren Auftritten kleine Geschichten. Das macht die Sportakrobatik für die Zuschauer so spannend.«

Veranstaltungstipp: Einmal im Jahr wirkt die Showgruppe des SAV Lünen 05 in Kooperation mit dem TuS Stockum beim Wittener Traditionsevent ›Sport trifft Theater‹ mit, demnächst wieder am 21. und 22. Februar um 19 beziehungsweise 18 Uhr. Gezeigt wird ›Der Schwan‹. Auf Anfrage stehen die Sportakrobaten auch für Hochzeiten, Geburtstage etc. zur Verfügung.

Facebook Logo  diese Seite auf Facebook teilen