Stadtmagazin Lünen: Lehren und Lernen

»Tour durch die Zukunft«

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Lüner Nacht der Ausbildung eröffnet neue Perspektiven

Der frühe Vogel fängt den Wurm? Manche Karrieren starten, wenn der Tag ausklingt – bei einem Feierabendgetränk und Gesprächen in entspannter Atmosphäre! Die Lüner Nacht der Ausbildung bietet einmal jährlich die Gelegenheit, Unternehmen, Berufe und Perspektiven in einem lockeren Rahmen kennenzulernen. Am 29. Mai können junge Menschen wieder hinter die Kulissen blicken und wertvolle Kontakte knüpfen.

Wo Ausbildung täglich gelebt wird

Ab 17 Uhr öffnen Betriebe, Einrichtungen und Behörden ihre Pforten: Fast 50 Unternehmen präsentieren mehr als 80 Ausbildungsberufe aus den Bereichen Handwerk, Industrie, Dienstleistung, Verwaltung und Gesundheit – nicht in einer anonymen Messehalle, sondern dort, wo Ausbildung täglich gelebt wird: in Werkstätten, Büros und Unterrichtsräumen. »Ein besonderer Reiz der Veranstaltung liegt im direkten Austausch«, erklärt Nicole Winterberg, die bei der Stadt Lünen mit ihrem Kollegen Sebastian Herbrecht und dem Teamleiter Eingliederungshilfe & Schule Jens Hendrik Heuser die NdA koordiniert. »Ausbilderinnen und Ausbilder sowie aktuelle Auszubildende stehen für Gespräche bereit, berichten aus ihrem Alltag und beantworten Fragen. Für viele Jugendliche ist das der erste persönliche Kontakt zu potenziellen Ausbildungsbetrieben – unkompliziert, ohne Bewerbungsunterlagen, aber mit nachhaltiger Wirkung.«    

Karrierestart per Shuttlebus

Die Ausbildungsnacht richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 13 sowie an Berufskollegs. Ebenso herzlich eingeladen sind Eltern, Lehrkräfte und alle, die ihre berufliche Orientierung noch nicht abgeschlossen haben. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Da ein Abend kaum ausreicht, um alle mitwirkenden Unternehmen zu besuchen, schließen sich einige Firmen an Standorten zusammen. Kostenlose Shuttlebusse sorgen für einen reibungslosen Transfer zwischen den Locations. Die Abfahrt ab ZOB (Zentraler Omnibus-Bahnhof) erfolgt im 30-Minuten-Takt, der Ein- und Ausstieg ist an den verschiedenen Messe-Standorten jederzeit möglich. Die Besucherinnen und Besucher können ihre Route somit frei gestalten. »So wird aus der Ausbildungsnacht eine echte ›Tour durch die Zukunft‹«, freut sich Nicole Winterberg.

Probieren geht über studieren

Es ist genau dieses Format, das die Veranstaltung von herkömmlichen Messen abhebt. Anstatt von Stand zu Stand zu ziehen, erleben die jungen Leute Berufe und Arbeitsumfelder direkt vor Ort. Bei Mitmachaktionen und kleinen Praxisaufgaben können sie selbst aktiv werden: schrauben, programmieren, messen, gestalten und ausprobieren. So entsteht ein realistisches Bild davon, was ein Beruf tatsächlich bedeutet – und ob er zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passt. Ihre Erkenntnisse können die Schülerinnen und Schüler dann in ihrem Berufswahlpass eintragen. »Dabei handelt es sich um eine persönliche Sammelmappe, welche sie über mehrere Schuljahre bei der Berufsorientierung begleitet«, erklärt Nicole Winterberg. »Darin werden zum Beispiel Praktikumserfahrungen, Zeugnisse und Bewerbungsunterlagen, Teilnahmebescheinigungen der Nacht der Ausbildung oder Ergebnisse aus Beratungen festgehalten. Ziel ist es, den eigenen Berufswahlprozess zu dokumentieren und Entscheidungen besser vorbereiten zu können.«

Gespräche und Bauchgefühl

Auch wenn viele Informationen online verfügbar sind, sei ­dieser individuelle Prozess in Verbindung mit authentischen Eindrücken durch nichts zu ersetzen, sagt Teamleiter Jens Hendrik Heuser. »Der Austausch mit Auszubildenden und AusbilderInnen ermöglicht ehrliche Antworten, spontane Nachfragen und Einblicke, die keine Website bieten kann. Zudem helfen praktische Erfahrungen und Gespräche vor Ort, Bauchgefühl und Entscheidungssicherheit zu entwickeln – ein wichtiger Faktor für eine langfristig passende Berufswahl.« Wer zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Ausbildungsplatz sucht, darf optimistisch sein: Insbesondere in Handwerk, Pflege, Technik und Dienstleistung gibt es momentan noch viele offene Lehrstellen. »Jugendliche haben jetzt gute Chancen – vor allem diejenigen, die sich informieren, persönlich auftreten und verschiedene Berufsfelder in Betracht ziehen.«
 
Fazit: Der Weg in die berufliche Zukunft muss weder anonym noch kompliziert sein. Wer am Abend des 29. Mai in Lünen unterwegs ist, sammelt Eindrücke, knüpft Kontakte und entdeckt vielleicht genau den Beruf, der zu ihm passt.

Lüner Nacht der Ausbildung

29.05., 17–21 Uhr
www.luener-nacht-der-ausbildung.de

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