»Es wird finster!«
›Das Ende der Nacht‹ erzählt von Geistern und Glühwürmchen
Sie wirkt wie ein Sonnenschein – doch unsere liebe Stadtmagazin-Kollegin Pia Lüddecke hat eine dunkle Seite. Am 1. März erschien ihr fünfter Roman ›Das Ende der Nacht‹ bei Edition Outbird. Das moderne Gothic-Abenteuer verwebt eine packende Krimi-Handlung mit uralten Mythen und Legenden.
Wir sind neugierig: Worum geht es im Buch?
Im Mittelpunkt steht Nuri Ramoska, eine junge Aushilfsjournalistin mit einem Faible für morbide Themen. Als auf dem Gelände einer verfallenen Chemiefabrik eine verstümmelte Frauenleiche gefunden wird, ist Nuri in ihrem Element. Das Verbrechen weist unheimliche Parallelen zu einer ungeklärten Mordserie aus den Neunzigerjahren auf. Noch mysteriöser wird der Fall durch eine alte Legende, laut der ein Gespenst zwischen den Fabrikruinen umgehen soll, welches jedem den Tod bringt, der es sieht. Bei ihren Recherchen begegnet Nuri Viktor Lux, dem undurchsichtigen Erben der Pharmafirma Lux Enterprises, und taucht in ein dunkles Kapitel der Vergangenheit ein …
Wie viel Nuri steckt in dir?
Nuri läuft nachts zur Höchstform auf. Ich bin im Dunkeln eher schreckhaft.
Was bedeutet das Glühwürmchen auf dem Cover?
Im Volksglauben kehren die Seelen der Verstorbenen als Glühwürmchen zur Erde zurück. Sie besuchen dann die Orte und Menschen, die ihnen zu Lebzeiten wichtig waren. Doch ihre Liebe kann leicht in Rachsucht umschlagen …
Woher nimmst du eigentlich deine Ideen? Schreibst du dann komplett ›aussem Bauch‹ oder entwickelst du deinen Plot am Reißbrett?
Ich bin ein großer Fan von urbanen Legenden und sogenannten Lost Places. Ein verfallenes Haus am Ende der Straße, Backsteinmauern voller Graffitis, ein verwilderter Garten, mondbeschienene Ruinen oder Überreste von Bunkeranlagen kurbeln bei mir sofort das Kopfkino an: Was könnte hier geschehen sein? Nach dem ersten Geistesblitz setze ich mich aber natürlich hin und arbeite Plot und Charaktere aus. Da meine Geschichten in der Regel mehr als eine Handlungsebene haben, wäre es anders auch gar nicht möglich. Am Ende müssen alle Fäden zusammenführen.
Welche Themen inspirieren dich am meisten?
Liebe, Tod und dunkle Poesie. Menschliche Abgründe. Unerforschte Dimensionen. Die Frage nach dem, was uns hinter dem ›Vorhang‹ erwartet. Das übliche Zeug ![]()
Ist Schreiben aktives Ausleben oder entspanntes Fantasieren?
Ersteres! Ich bin dann wie in einem Tunnel und kämpfe mit meinen Figuren ums Überleben. Wenn meine Heldin in eine scheinbar ausweglose Situation gerät, kann das schon zu Herzrasen führen.
Hast du Tricks, wie man in stressigen Schreibphasen – oder auch zu Redaktionsschlusszeiten des Stadtmagazins – den Kopf frei kriegt?
Den Stress merke ich wegen meines Tunnelblicks oft gar nicht so. Ich zwinge mich aber, zwischendurch zu verschnaufen – sei es beim Waldspaziergang, Joggen, Fechten oder bei einem Essen mit guten Freunden.
Wird es zum Buch auch wieder Lesungen oder Livehörspiele geben?
Ja! Mitte März wird der Roman im Rahmen der Leipziger Buchmesse vorgestellt. Und am 3. Oktober ist die Premiere des Livehörspiels im Schloss Bladenhorst in Castrop-Rauxel. Der Musiker Ernest und ich lesen hier wieder ausgewählte Szenen mit verteilten Rollen. Dazu sorgt Ernest mit neuen düster-rockigen Instrumentalsongs und Soundeffekten für Atmosphäre. Es wird finster!
Web: Pialueddecke.de · Instagram: @Pialueddecke_Autorin
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