Stadtmagazin Lünen: Menschen

»Was ist denn los mit der Welt und den Menschen?«

Foto(s) zum Vergrößern anklicken

Quellenangabe in den Vergrößerungen

Prinzessin Corona auf abenteuerlicher Mission

»Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin namens Corona. Sie war sieben Jahre alt und lebte in einem großen Schloss hoch oben über den Siedlungen der Menschen.«

Ein philosophisches Märchen für Groß und Klein

Die Geschichte von Timm Steuber beginnt wie eine klassische Märchenerzählung. Am liebsten tollt die kleine Protagonistin durch den Schlossgarten, der von magischen Wesen bewohnt wird. Doch dann hat ihre Mutter einen bösen Traum. In einer Welt, in der jeder nur noch an sich denkt, ist das ›Wir‹ in Gefahr. Corona begibt sich auf eine abenteuerliche Reise von Ost nach West, um den Erdenbewohnern ihr verlorenes Miteinander zurückzubringen. Unterwegs trifft sie viele Menschen, mit denen sie plaudert – über das Sandburgenbauen, den Zusammenhalt von Bienen und das Leben im Augenblick. Ab sofort kann das philosophische Märchen für kleine und große Hörer kostenfrei bei Antenne Unna und Spotify gestreamt werden.

»Es gibt so viele Leute, die ein Leben von der Stange führen und gar nicht merken, dass das ›Jetzt‹ an ihnen vorbeizieht«

»Die Idee kam mir nachts in einer ruhigen Schicht, als ich wach im Notarztzimmer lag«, erzählt uns der Buchautor. »Es gibt so viele Leute, die ein Leben von der Stange führen, bis zur Rente in einem Beruf feststecken, den sie nicht mögen, nur um sich Dinge zu kaufen, die sich eigentlich gar nicht brauchen. Die sich immer nur auf das nächste Wochenende oder die Ferien freuen und gar nicht merken, dass das ›Jetzt‹ an ihnen vorbeizieht. Ich dachte, dass es schön wäre, wenn sie von einem charmanten und selbstbewussten kleinen Mädchen lernen würden, wie eine erfüllte Existenz aussehen könnte.« Mit dem berühmten Kunstmärchen von Antoine de Saint-Exupéry will er keine Vergleiche ziehen. Aber wer den ›kleinen Prinzen‹ mag, wird sicher auch Prinzessin Corona ins Herz schließen. Schließlich geht es in beiden Erzählungen um Menschlichkeit. »Es sind diese typischen Geschichten, die man seinen Kindern zum Einschlafen vorliest und danach auf der Couch noch mal aufschlägt, weil die Botschaft auch für Erwachsene interessant ist.«

»Viele träumen von so was, aber die wenigsten haben den Mut«

Wie seine Figur ist Timm Steuber ein Lebensretter. Von 2007 bis 2014 arbeitete er in Lünen am St.-Marien-Hospital und flog in dieser Zeit als Notarzt im Rettungshubschrauber ›Christoph 8‹ mit. Aus seiner damaligen Wahlheimat Brambauer zog es ihn nach Unna, wo er zuletzt als leitender Oberarzt tätig war. Heute widmet er sich verstärkt dem Bereich Weiterbildung und Kommunikationscoaching. Als selbstständiger Notarzt ist er aber weiterhin in der Notaufnahme im Krankenhaus und im Rettungswagen dabei. Und dann schreibt er eben auch noch Bücher … »Wenn man wie ich Medizin studiert hat, hört man oft: Mach Karriere, werde Chefarzt, verdien Kohle. Aber ich bin kein Karrieremensch, und irgendwann habe ich gemerkt, dass meine gesamte Energie für Dinge drauf ging, die mir nicht wichtig waren. Da habe ich mich auf die Säulen besonnen, die meinem Leben Sinn verleihen: meine Familie und das Reisen. Heute entscheide ich selbst, wie viel ich arbeite und wann ich Urlaub mache. Letzteres ist übrigens gar nicht so teuer, wenn man bereit ist, auf Luxus zu verzichten. Wir haben ein Jahr in einem Wohnwagen gelebt. Viele träumen von so was, aber die wenigsten haben den Mut. Unsere älteste Tochter hat vierzig Länder gesehen.«

Tochter Leni signiert und summt

Das eint Leni mit Prinzessin Corona, die mit der Sonne von China bis nach Kanada reist. Und so versteht es sich von selbst, dass die Siebenjährige fleißig Papas Bücher signiert und beim neu erschienenen Hörspiel sogar eine kleine Sprechrolle als summende Biene übernommen hat. Der Autor selbst leiht seine Stimme einem Eisverkäufer. Ansonsten wurden die Rollen aber mit Profis besetzt – darunter Antenne Unna-Chef Thorsten Wagner und Radiosprecherin Jaqueline Kindling. »Ich bin selbst ein absoluter Hörspielfan und mit Serien wie Benjamin Blümchen, TKKG, die drei ??? und Alf aufgewachsen«, berichtet Timm Steuber. »Ich habe immer gesagt: Wenn es halbwegs machbar ist, möchte ich, dass meine Story vertont wird. Damit etwas für meine Kinder bleibt, wenn ich mal nicht mehr da bin.«
Wie man eine Sandburg baut …

Herausgekommen sind sechzig ebenso zauberhafte wie humorvolle Hörspielminuten mit Musik und atmosphärischen Hintergrundsounds. So kann man sich den magischen Schlossgarten mit dem Bach und dem sprechenden Baum oder Coronas Stationen in den fernen Ländern bildlich vorstellen und in die Szenen eintauchen. Bereits im Oktober wurde das Werk kapitelweise im Radio gesendet. Zudem findet man es kostenfrei in der Mediathek von Antenne Unna sowie bei Spotify und Audible – übrigens auch als Hörbuchversion. Für Leseratten gibt es nach wie vor das Bilderbuch mit den Illustrationen des Lüner Künstlers Felix Selent. Perfekt für die Mittagspause oder den Feierabend. Und wer weiß, vielleicht nimmt der Hörer/Leser ja auch noch etwas für sich mit aus der fabelhaften Märchenwelt – wie man eine Sandburg baut beispielsweise. Viele Erwachsene denken dabei nur daran, dass sie bald fertig werden, weiß die Prinzessin. »Wenn ich eine Sandburg baue, denke ich daran, eine Sandburg zu bauen. Es gibt nichts außer diesem Augenblick. Schaut euch spielende Kinder an und lernt das Leben im Jetzt!«

Weitere Infos: www.timmsteuber.de

Facebook Logo  diese Seite auf Facebook teilen0