Stadtmagazin Lünen: In der Stadt

Ein zweites Zuhause

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Freiwillige Feuerwehr Brambauer stellt neues Gerätehaus vor

Modern, hell, großzügig: Das neue Feuerwehrgerätehaus an der Wittekindstraße ist ein echter Hingucker. »Die Passanten bleiben jetzt häufiger stehen und schauen, was los ist – und manche wollen sogar mitmachen«, freuen sich Löschzugführer Uwe Radmacher und Rüdiger Huld, stellvertretender Löschzugführer bei der Freiwilligen Feuerwehr Brambauer. »Seit der offiziellen Schlüsselübergabe im Februar haben sich bereits einige junge Menschen über uns und das Mitmachen in der Freiwilligen Feuerwehr informiert. Drei Kameraden haben wir dazugewonnen, die durch das Gebäude auf uns aufmerksam geworden sind.«

In kurzer Zeit ausrückbereit

Eigentlich war der Neubau längst überfällig. Denn das alte Quartier Baujahr 1959 reichte platztechnisch für 40 Feuerwehrangehörige sowie die Mitglieder der Jugendfeuerwehr einfach nicht mehr aus. »Es gab keine Duschen, keine separate Damentoilette, keine Werkstatt. Bei Einsätzen mussten wir uns hinter der Fahrzeughalle in einem kleinen Anbau umziehen, von Schwarz-Weiß-Trennung keine Spur. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr mussten sich direkt hinter der Drehleiter umziehen. Man stand sich ständig gegenseitig auf den Füßen.« Vor drei Jahren wurde das benachbarte Gelände der ehemaligen Turnhalle per Ratsbeschluss zum neuen Standort des Gerätehauses bestimmt, im Herbst 2017 erfolgte der erste Spatenstich. »Wenn wir bereit gewesen wären, in ein Gewerbegebiet umzuziehen, hätte es schon eher soweit sein können, aber wir wollten unbedingt am Standort bleiben, da wir hier schnelle Ausrückzeiten garantieren können«, so Uwe Radmacher. »Vier von unseren Mitgliedern wohnen direkt gegenüber der Wache, die nächsten im nahen Umkreis.« Das spart im Notfall wertvolle Zeit: Je nach Tagesverfügbarkeit sind die ersten Feuerwehrangehörigen vier bis fünf Minuten nach Alarmierung per Funk vor Ort und einsatzbereit.

Moderne Medientechnik und Raum für Gemütlichkeit

Das neue Quartier bietet viel Platz und innovative Ausstattung auf zwei Etagen. »Die Stadt Lünen hat uns eng in die Planungen einbezogen«, lobt der Löschzugführer. Dabei ging es nicht nur um die farbliche Gestaltung und Möbelauswahl. Ein weiterer Fokus lag auf der Schaffung einer digitalen Netzinfrastruktur: Für Schulungen und Dienstbesprechungen stehen jetzt spezielle Räume mit moderner Medientechnik zur Verfügung. Aufgrund der zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen der Öffentlichkeitarbeit wurde sogar ein zusätzlicher Beamer in der großen Fahrzeughalle installiert. Es gibt geräumige Umkleiden mit Schwarzweißbereich, eine Werkstatt und ein Büro mit Aktenschränken. »Man glaubt es kaum, aber den Papierkram haben wir vorher privat im Keller gelagert«, erzählt Rüdiger Huld. Draußen auf dem Hof können neben Löschübungen auch Grillabende stattfinden. Im Obergeschoss wurde neben dem modernen Schulungsraum zusätzlich ein abtrennbarer Bereich mit Getränkeausgabe und Küche angelegt – die Innenausstattung für die Nebenbereiche erstellten die Angehörigen des Löschzuges in Eigenleistung.

»Es ist eigentlich immer jemand da«

»Der gesellschaftliche Teil ist ganz wichtig, damit sich die Leute heimisch fühlen«, so Uwe Radmacher. »Bei aller Professionalität sind wir ja immer noch die ›Freiwillige‹ Feuerwehr.« In der Tat stellt das Feuerwehrhaus für die aktiven Mitglieder ein zweites Zuhause dar. Hier verbringen sie neben ihrer eigentlichen Arbeit und der Familie viel Zeit. »Es ist an sich immer jemand da.« Zweimal monatlich werden Übungsabende abgehalten, dazu kommen Erwachsenenfortbildungen, Dienstbesprechungen und die Brandschutzerziehung für Kindergärten und Schulen, die im Frühjahr zwei- bis dreimal pro Woche auf dem Gelände stattfindet. Von der Fahrzeugwartung bis zur Grünpflege werden auch alle anfallenden hausmeisterlichen Arbeiten von den Feuerwehrangehörigen selbst übernommen.

Einsätze mit Löschfahrzeug und Drehleiter

Rund 120 Mal im Jahr müssen die Kameraden zu verschiedensten Notfällen ausrücken: Vom vergessenen Essen auf dem Herd über das Kätzchen im Baum oder die ›hilflose Person hinter verschlossener Tür‹ bis zu Großbränden wie vor einem Jahr in der Recyclinganlage in Bönen – da war die Drehleiter zwei Tage im Einsatz. »Früher, in Zeiten der Kohleöfen, konnte man die Flammen oft aus großer Entfernung lodern sehen«, erinnert sich Rüdiger Huld. »Dank Rauchmelderpflicht und sanierter Wohnungen sind solche Wohnungsbrände zum Glück seltener geworden.« Im Einsatz bekommen jüngere Feuerwehrangehörige immer einen Kollegen oder eine Kollegin mit viel Erfahrung an die Seite gestellt. »Im Ernstfall bleibt keine Zeit zum Nachdenken«, so Rüdiger Huld. »Dann muss man funktionieren, seinen antrainierten Ablauf strukturiert abarbeiten.« Nach besonders belasteten Einsatzsituationen ist das sogenannte ›hot wash up‹ heute Standard, denn auch die Retter brauchen manchmal Hilfe. Hierzu stehen den Einsatzkräften Notfallseelsorger sowie speziell psychologisch geschultes Personal zur Verfügung.

Interesse?

Wer sich für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr interessiert, ist herzlich eingeladen, mal an einer ›Schnupperstunde‹ des jeweiligen Löschzuges teilzunehmen.
Zusätzlich öffnet der Löschzug Brambauer am 7. September in der Zeit von 11–23 Uhr seine Türen, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen.
Insbesondere Frauen und Mädchen sind aktuell noch stark in der Unterzahl. Das soll sich künftig ändern – schließlich verfügt das neue Gerätehaus endlich über separate Umkleiden und Duschen!

Übungsabende
Jeden 2. + 4. Freitag
Treffen um 19 Uhr am Gerätehaus

Tag der offenen Tür
07.09.19 · 11–23 Uhr

feuerwache-brambauer.de

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