Stadtmagazin Lünen: Kunst und Kultur

Lüner Legenden

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Das feurige Ungeheuer

Um das Jahr 1860 ging S. aus Grevel abends spät in die Greveler Flur Westeruatt, um ein Pferd nach Hause zu holen, das am Spätnachmittag dorthin auf die Weide gebracht worden war. Seine Tochter war bei ihm. Sie lockten und suchten das Pferd, fanden es aber nicht. Da sprengte plötzlich ein feuriges Ungeheuer auf sie zu, eine Art Pferd, das Feuerstrahlen aus den Nüstern blies und sie mit glühenden Augen anstarrte. S. hielt das Ungeheuer mit ausgebreiteten Armen zurück, indem er rief: »Wo well dat Undier henn?!« (Wo will das Untier hin?!) Darauf machte das Ungetüm kehrt und verschwand. Für einen Augenblick aber bebte die Erde unter furchtbarem Getöse. Als alles vorbei war, ging S. nur noch einige Schritte weiter und fand sein Pferd. Es graste friedlich, als wenn nichts geschehen wäre. (Beisenherz 1932)

Vom ›wachsenden‹ Hund bei Haus Wilbring

Ein Mann war vor einer Reihe von Jahren auf dem Weg von Brambauer durch Elmenhorst zurück nach Altenbork. Als er am Haus Wilbring vorbeikam, wurde es ihm unheimlich zumute. Ein kleiner schwarzer Hund lief vom Schloss ab immer hinter ihm her. Je weiter er zur Lippe kam, umso größer wurde der Hund, und umso mehr beschleunigte er seine Schritte. Als er, in Schweiß gebadet, im elterlichen Haus ankam, war der Hund schon so groß wie ein Kalb und ihm unmittelbar auf den Hacken. Er verrammelte die Tür und kroch mit Zeug und Schuhen unter die Bettdecke. So fand ihn am anderen Morgen seine Mutter. Der Mann hatte Risse* diese Geschichte schon vor Jahren erzählt. Er lebte 1933 noch und war damals etwa 68 Jahre alt. (Satori 1936)

* Alois Risse in Mengede-Groppenbruch

Der Klüngelpelz in Brechten

In der Gegend von Brechten und Brambauer geht der Klüngelpelz um, ein Tier »mit ’n graut harig Fell« (mit einem großen/langen haarigen Fell) und mit tellergroßen Augen. In Brechten zeigt er sich an einer bestimmten Stelle, im Grünen Weg. Der Klüngelpelz sorgt dafür, dass die Kinder auf dem Heimweg von der Schule und Kirche, die Mägde auf dem Weg vom Dorf nach Hause nicht zu lange herumlungern. (Satori 1927)

Quelle:
Fredy Niklowitz, Wilfried Heß, Dr. Widar Lehnemann:
›Hundert und eine Erzählung. Sagen, Legenden und Geschichten aus dem Raum Lünen.‹
Herausgeber: Stadt Lünen – Stadtarchiv
Lünen 2016

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