Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Kunst und Kultur

Künstlerische Freiheit mit Liebe und Leidenschaft

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Im Gespräch mit Karin Biela

Licentia Poetica … In der Tat, es ist wirklich ein bemerkenswertes Ausleben der künstlerischen Freiheit, das wir bei Karin Biela wahrnehmen – eine Entdeckungsreise der ganz besonderen Art. Wir stoßen auf Gedichte, humorvolle Anekdoten, zauberhafte Plaudergeschichten und Märchen ebenso wie auf hilfreiches ›Lesefutter‹ für Demenzerkrankte, aber auch auf wunderbare Fotografien und sogar auf Sternenbilder. Geboren und aufgewachsen in Merklinde durchlebte die frühere Castrop-Rauxelerin und heutige Münchnerin wahrlich extremst unterschiedliche Stationen in einem äußerst bewegten Leben.

Erste Gedichte ›inspiriert‹ durch Liebeskummer

Alles begann Ende der 70er-Jahre. Nach ihrem Hauptschulabschluss an der Harkortschule zog Karin Biela nach Münster und absolvierte eine Ausbildung zur Bürokauffrau. »Dort begann ich nach Abschluss meiner Lehre mit dem Schreiben erster Gedichte. Allerdings landeten sie zumeist versteckt in der Schublade, zu lesen bekam sie keiner, zumal sie vornehmlich durch Liebeskummer ›inspiriert‹ waren«, erzählt sie augenzwinkernd. Weiter ging es beruflich als Vertriebsmitarbeiterin von Siemens quer durch Deutschland nach Frankfurt am Main, Düsseldorf, Hannover und schließlich nach München. »Ich spürte allerdings schon länger, dass mich diese Tätigkeit nicht so erfüllte, wie ich es mir erwünscht hätte, da gab es einen großen Teil in mir, der nicht zum Tragen kam. Deshalb entschloss ich mich zu einem beruflichen Umbruch. Und glauben Sie mir, nach diesem Cut konnte ich plötzlich wieder völlig durchatmen, und auch meine Kreativität wurde komplett neu freigelegt.«

Empathische Senioren- und Demenzbetreuung

Sie absolvierte den Schritt in eine ganz neue berufliche und lebensbejahende Laufbahn, engagierte sich zuerst ehrenamtlich in der Nachbarschaftshilfe, um dann eine Hospiz-, Altenpflege- und Demenzbegleiter-Ausbildung abzuschließen. »Ich habe total bei Null wieder angefangen.« Anfang 2011 gründete sie den privaten Betreuungsdienst CHIRON CARE. Hier widmete sie sich samt Team in emphatischer Weise der Senioren- und insbesondere der Dementenbetreuung. In dieser Zeit entstand auch ihr erstes Buch, bei dem sie als Autorin und Mitherausgeberin aktiv war: ›Bohnerwachs und Kaffeeduft‹, ein Lese-Foto- und Arbeitsbuch für Menschen, die Senioren mit Demenz begleiten. Karin Biela: »Es war mir wichtig, den Betreuerinnen und Betreuern einen Leitfaden an die Hand zu geben.«

Den Geist inspirieren, die Gedanken erblühen lassen …

Kurz darauf erfolgte bei ihr selbst der nächste Einschnitt. Aufgrund einer schweren Wirbelsäulen-OP musste sie sich aus der aktiven Seniorenbetreuung weitestgehend zurückziehen. Dies bedeutete jetzt aber auf keinen Fall Untätigkeit oder Langeweile, nicht bei Karin Biela! Vielmehr übernahm sie eine freiberufliche Dozententätigkeit beim Deutschen Erwachsenen Bildungswerk und unterrichtet bis heute für die Qualifizierung zur ›Betreuungsassistenz nach § 53c SGB XI‹. Parallel entdeckte sie ihre Liebe zur Natur und den Tieren noch intensiver. »Ich war immer schon naturverbunden, das hat sich in den letzten Jahren sehr verstärkt.« Und auch ihr künstlerischer Schaffensdrang erhielt eine völlig andere Dimension.  Sie schreibt viel, thematisiert in manchen Geschichten oder Märchen das Thema ›Umwelt‹ und plädiert – ohne erhobenen Zeigefinger – für deren Schutz. Daneben lebt sie ihr visuell-virtuelles ›Herzenskind‹ – die Fotografie – noch stärker aus, gestaltet Wandkalender und Spiele und gründete schließlich ihren eigenen Apollon Tempel Verlag … Der Terminus kommt übrigens nicht von ungefähr. »Durch den olympischen Gott der Künste, vor allem der Dichtkunst, erhält mein Verlag seinen trefflichen Namen. Als griechischer Gott des Frühlings soll Apollon den Geist inspirieren, die Gedanken erblühen lassen und fruchtbare Impulse schenken. Und genau das ist mir ein Anliegen: jungen Schreibtalenten ebenso wie arrivierten Autoren eine Heimat zu bieten, in der ihre Werke zu Leben und zum Lesen erweckt werden. Denn das habe ich bei mir auch immer wieder festgestellt: dass beim Schreiben auch viele Gedanken, Ideen und Träume von einem selber erkennbar sind.«

Blick in die Sterne

Interessanterweise steht Apollon nicht nur für Künste, sondern gilt auch als Gott der Heilung und Weissagung, womit wir wieder bei einer sehr besonderen Facette von Karin Biela ankommen. Sie legt Karten, erstellt Horoskope und berät Menschen mit den unterschiedlichsten Anliegen bezüglich ihrer astrologischen Prägung. Schon als junges Mädchen zog es sie zu den Sternen. Wie kam es dazu, fragen wir.  »Vielleicht spielt eine Rolle, dass mein Geschichtslehrer Alexander von Pronay an der Hartkortschule in Merklinde ein sehr bekannter Astrologe war. Obwohl er im Unterricht darüber nicht sprach, interessierte ich mich schon als Jugendliche für Themen wie Karten legen und eben Astrologie. 2004 machte ich ein Astrologie-Fernstudium bei den bekannten Astrologen Allgeier und Noé. Erst ab diesem Zeitpunkt erstellte ich auch selbst Horoskope. Ich muss aber dazu sagen, dass die Astrologie nicht (!) der Schwerpunkt meiner spirituellen Arbeit ist. Die letzten Jahre habe ich mich mehr mit den Themen ›Ritualarbeit‹, ›Pendeln‹, ›Kraftorte‹ und ›Räuchern‹ beschäftigt. Nichtsdestotrotz können die Astrologie oder ein Horoskop hilfreiche Dienste leisten. Ich vergleiche es mit einem Routenplaner, den ich mir vorher anschaue, um mehr Informationen über meine geplante Reise zu erhalten. Auch die kosmische Prägung eines Menschen ist meiner Ansicht nach in einem Geburtshoroskop erkennbar. Natürlich spielen seine Erziehung, Umgebung, der Zeitgeist und vieles mehr ebenso eine Rolle. Deshalb mag ich in der Regel keine Zeitungshoroskope, es sei denn, ich betrachte sie als Unterhaltung. Überhaupt kann man in zwei Sätzen nicht die komplette Astrologie erklären. Soll heißen, auch Aussagen à la ›wie passt ein Skorpion zum Wassermann‹ sind keine seriöse Astrologie, sondern wirklich lediglich Unterhaltung, weil ich für ein detailliertes Horoskop definitiv alle Faktoren mit einbeziehen muss. Beispielsweise wo befinden sich die persönlichen Planeten, in welchen Häusern sind sie, und wie stehen sie in Verbindung zueinander.«

Überraschung:

Karin Biela verspricht der Stadtmagazinredakteurin, ihr ein persönliches Wassermann-Widder-Partnerschaftshoroskop zu erstellen – wow, wir sind so was von neugierig. Überhaupt sind wir gespannt, was noch so alles von ihr auf die künstlerischen und spirituellen Beine gestellt wird: Was aus ihrer Feder fließt, welche Fotos sie noch schießt und was Schönes noch ersprießt … Wir freuen uns drauf!

Informationen zum Verlag und den veröffentlichten Büchern, Spielen und Kalendern finden sich unter www.apollontempelverlag.com
Infos zur Karin Bielas ›Sternenkunde‹ finden sich unter www.jsjupiterspirit.de

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