Stadtmagazin Castrop-Rauxel: In der Stadt

Gemeinsam erfolgreich in die Zukunft

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Ausbildungsprogramm NRW 2020 eröffnet Startchancen

Eine fundierte Ausbildung ist eine wichtige Voraussetzung für den beruflichen Erfolg und die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen. Aber auch für Unternehmen spielt sie eine wesentliche Rolle, schließlich sichert sie den Fachkräftenachwuchs im eigenen Betrieb und ermöglicht eine weitsichtige Personalplanung. Allerdings ist leider nicht jede Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz erfolgreich – aus unterschiedlichsten Gründen wie beispielsweise Lernschwäche, schlechte Noten, zu viele unentschuldigte Fehlstunden oder eine persönliche Lebenskrise. Dabei sagt das Zeugnis als solches recht wenig über die Schüler*innen aus, eine Fünf in Mathe bedeutet keinesfalls, dass null Engagement, Talent und Einsatzbereitschaft vorhanden sind. Gerade in der aktuellen Lage ist es für das eine oder andere Unternehmen wirtschaftlich schwierig, die Ausbildung der zukünftigen Mitarbeiter*innen zu finanzieren. »Umso wertvoller ist das Ausbildungsprogramm NRW 2020«, betont Ingo Orzeczek von der Regionalagentur Emscher-Lippe. »Es fördert mit Mitteln des Landes NRW und des Europäischen Sozialfonds zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche mit sogenannten Vermittlungshemmnissen mit einem Zuschuss zur Ausbildungsvergütung (300,00 € pro Monat für max. 24 Monate). Ebenso wird die Unterstützung und Begleitung der jungen Erwachsenen und der Unternehmen durch einen Bildungsträger – im Kreis Recklinghausen die rebeq GmbH – durchgeführt. So wird jungen Menschen und Unternehmen vor Ort gleichermaßen geholfen.«  Dass das gut funktioniert, zeigt das folgende Beispiel.

Semih Mizrak ist Inhaber des Vodafone-Shops auf dem Castroper Altstadtmarkt und hat 2019 zum ersten Mal einen Ausbildungsplatz angeboten. »Ich wollte unbedingt einen Azubi, um so später einen kompetenten Mitarbeiter zu haben, der unser Geschäft und unsere Arbeit genau kennt«, erzählt er. »Allerdings ist es für einen kleinen Familienbetrieb im Einzelhandel nicht ganz einfach, das wirtschaftlich zu stemmen. Als wir auf das Förderprogramm gestoßen sind, war uns sofort klar: Wir machen das! Und ich kann nur sagen, dass wir sehr zufrieden sind. Unser Auszubildender Jan ist bereits jetzt nach seinem ersten Lehrjahr ein toller Mitarbeiter – der kann alles! Aber auch die Zusammenarbeit mit der rebeq lief super, sie haben alles perfekt in die Wege geleitet; ganz unbürokratisch.« »Nun ja, so wenig Bürokratie ist es gar nicht, im Gegenteil«, schmunzelt Stefanie Haßel von der rebeq GmbH. »Aber wir versuchen halt, den Unternehmen so viel wie möglich davon abzunehmen.«

Beim Thema Ausbildung geht noch einiges

Das Ausbildungsjahr fängt zwar am 1. August 2020 an, Chancen auf eine Ausbildung in diesem Ausbildungsjahr sind jedoch noch zahlreich vorhanden, auch über dieses Datum hinaus.

Wer sich für einen Ausbildungsplatz interessiert, meldet sich schnellstmöglich bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit unter 0 23 61 / 40 20 21 oder beim Jobcenter Kreis Recklinghausen unter 0 23 61 /
3 06 72 16. Auch die rebeq GmbH kann Kontakte zu Betrieben vermitteln, die gerne ausbilden möchten.

Dies ist bei weitem nicht die einzige Hilfestellung, die von der rebeq GmbH geleistet wird. Es beginnt bereits mit dem Beratungsgespräch und dem anschließenden Zusammenbringen mit einem passenden Unternehmen. Von dem Ausbildungsprogramm NRW können nur Unternehmen profitieren, die ihren Ausbildungsplatz zusätzlich anbieten. Auch bei dieser Frage hilft die rebeq GmbH genauso, wie sie während der Ausbildung die Jugendlichen weiter begleitet. »Wichtig ist beispielsweise die zusätzliche Hilfe bei schulischen Problemen, ebenso wie eine berufsbegleitende Unterstützung. Schließlich kann es immer mal im Berufsalltag zu Problemen, Missverständnissen oder Auseinandersetzungen kommen«, erklärt Andreas Behrend (rebeq GmbH), »hier finden sowohl Ausbilder als auch Auszubildende in uns jederzeit einen Ansprechpartner, mit dem sie über kleinere oder größere Schwierigkeiten reden können.« Stefanie Haßel: »Gern setzen wir uns auch gemeinsam mit beiden an einen Tisch und ermöglichen in ruhiger Atmosphäre einen positiven Austausch und die Klärung der Anliegen. Das hilft insbesondere den jungen Menschen, denn viele tun sich da etwas schwer, den Chef auf Probleme mit der Arbeit oder Kollegen anzusprechen.« Dem stimmt auch Susanne Nowak vom Jobcenter Kreis Recklinghausen zu: »Ja, es ist wirklich von großer Bedeutung, Auseinandersetzungen sachlich zu regeln, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Die individuelle reflektierende Begleitung unterstützt die Entwicklung der Nachwuchskräfte – das ist so wesentlich!«

»Jugend eine Zukunft zu bieten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe«

Allen Beteiligten ist anzusehen, wie positiv sie das Projekt empfinden. »Das Ausbildungsprogramm NRW ist für die Arbeitgeber eine hervorragende Gelegenheit, den Fachkräftenachwuchs zu sichern«, freut sich Stefan Bunse, Leiter der Agentur für Arbeit in Castrop-Rauxel. »Vor allem aber erhalten Ausbildungsplatzsuchende, die bislang aus unterschiedlichsten Gründen leer ausgegangen sind und auf eine Gelegenheit brennen zu beweisen, dass sie mehr draufhaben als sie vielleicht bislang zeigen konnten, eine Chance dazu. Unserer Jugend eine Zukunft zu bieten, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die uns alle angeht.« »Und gerade jetzt in Corona-Zeiten muss das Thema Fachkräftegewinnung durch eigenen Nachwuchs im Fokus bleiben«, betont Thomas Ratte (Leiter der Wirtschaftsförderung Castrop-Rauxel), »gerade jetzt müssen junge Frauen und Männer eine berufliche Perspektive in unserer Region bekommen.«

Nähere Informationen zum Ausbildungsprogramm NRW: www.mags.nrw/ausbildungsprogramm-nrw

oder bei der Regionalagentur Emscher-Lippe www.ra-el.de

Ingo Orzeczek · Tel. 0 23 66 / 10 98-20 · ingo.orzeczek [at] emscher-lippe.de

Petra Giesler · Tel. 0 23 66 / 10 98-17 · petra.giesler [at] emscher-lippe.de

Ansprechpartnerin für Betriebe
Stefanie Haßel · Tel. 0 23 66 / 10 91 48 · hassel [at] rebeq.de

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