Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Sport und Freizeit

Kampfgeist und Geselligkeit

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Internationales Badminton-Turnier für Schwule, Lesben und ihre Freunde

Turnschuhe quietschen auf dem Hallenboden, Bälle zischen pfeilschnell durch die Luft. Dann plötzlich bricht Jubel aus, ein Athlet brüllt seinen Triumph heraus: Am ersten Februarwochenende bildete der GrubenGoldCup 2020 den Auftakt zur diesjährigen Wettkampfsaison im Badminton. Zum bereits siebten Mal wurde das große internationale Turnier für Schwule, Lesben und ihre Freunde im Sportforum Castrop-Rauxel veranstaltet. Und wer denkt, dass hier mit rosa Wattebäuschchen über regenbogenfarbenen Netzen gespielt wird, der irrt gewaltig.

Wie ›Mensch ärgere dich nicht‹ in anstrengend

»Vielleicht sind wir etwas farbenfroher als andere Turniere, da die Teams nicht unbedingt in Vereinsfarben auflaufen, aber davon abgesehen geht es auf dem Feld genauso ehrgeizig zur Sache wie im normalen Ligabetrieb. Badminton ist ja ein absoluter K.O.-Sport, das hat ein bisschen was von ›Mensch ärgere dich nicht‹ in anstrengend: Man will unbedingt gewinnen, den Gegner bezwingen«, verrät uns Thorsten Janke, Leiter der Badminton-Abteilung des SC AufRuhr e.V. Der schwul-lesbische Ruhrgebietsverein mit Sitz im benachbarten Herne zeigt sich für die Ausrichtung des sportlichen Großereignisses verantwortlich.

Geselliges Rundumpaket

Rund 100 Sportlerinnen und Sportler aus ganz Deutschland, Holland und der Schweiz kommen jährlich in den Pott, um an den Wettbewerben im Doppel und Mixed teilzunehmen. Während beim ›Schleifchen-Turnier‹ am Freitagabend mit wechselnden, zugelosten Partnern gespielt wird, erfolgen die Paarungen am Samstag nach Spielstärke. Wobei es, wenn man genauer hinschaut, dann doch nicht bloß ums Gewinnen geht: Der GrubenGoldCup ist ein geselliges Rundumpaket inklusive Catering, Disco, Abschiedsbrunch und – wenn es der Zeitplan zulässt – Ausflügen wie etwa zum Bergbaumuseum. »Viele Athleten kennen sich untereinander und freuen sich aufs Wiedersehen«, berichten Harry und Reiner vom Orga-Team. »Das ist für die meisten sicher die Hauptmotivation.« So kämpferisch die sportlichen Begegnungen ablaufen, so fröhlich ist die Stimmung zwischen den Spielen, selbst auf Verliererseite. »Ich habe heute vor allem das Buffet abgeräumt«, scherzt Thorsten.

»Wir möchten signalisieren, dass wir da sind!«

Dabei sein kann übrigens jeder, der Lust hat und weiß, wie man einen Badmintonschläger hält. Man muss weder einem Verein angehören, noch Teil der LGBT-Szene sein. »Wir wollen ja niemanden ausgrenzen, weder andere noch uns selbst«, betonen die Organisatoren. »Wir möchten einfach signalisieren, dass wir da sind. Denn wenn man sich so in Europa umsieht, auch mal Richtung Osten blickt, wird es immer notwendiger, ein Zeichen zu setzen. Gleichzeitig hoffen wir natürlich, mit dem Turnier neue Leute anzusprechen, die vorbeikommen, zuschauen und uns kennenlernen oder sogar aktiv teilnehmen möchten.« Wer sich allein anmeldet, bekommt einen Partner vermittelt. »Es gibt also keine Ausreden, um nicht mitzumachen«, lächelt Thorsten. Und wer nicht bis zum nächsten Jahr warten möchte, kann jederzeit zum Probetraining beim SC AufRuhr vorbeischauen. »Herne ist ja nicht wirklich weit weg.«

Der SC AufRuhr e.V. ist der schwul-lesbische Sportverein im Ruhrgebiet. Im Jahr 1991 gegründet, bietet er mehr als 230 Mitgliedern Sportarten wie Volleyball, Badminton, Basketball, Schwimmen, Fußball, Bowling, Radfahren, Tischtennis und Tanzen. Damit gehört der SC AufRuhr e.V. zu den aktivsten Sportclubs für Schwule, Lesben und deren Freunde in Deutschland.
www.sc-aufruhr.de

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