Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Dies und Das

Mitten aussem Leben ODER Was für'n Hin und Her!

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Hui, beim Mannderbeimirwohnt und mir ist so einiges los: Seit neuestem wirbelt Matilda jetzt unser Leben durcheinander. Wau!

Manches haben wir uns stressiger vorgestellt: Sie schläft schon recht gut durch, pieselt zu 99,9 Prozent draußen im Garten – die verbliebenen 0,1 Prozent sind definitiv durch uns verbaselt worden – frisst gut, schlummert viel, spielt gern ... Andere Sachen haben es in sich: Wie gewöhnt man ihr das Beißen ab? Bei was rufen wir wie oft in welcher Intensität ›nein‹ oder ›nö‹ oder ›aus‹? Und auf welches Wort einigen wir uns sicherheitshalber? Denn das ist dMdbmw und mir schon klar: dass wir möglichst identische Code-/Kotwörter benutzen sollten.

So, seit Samstag üben wir etwas mit Matilda. Es geht ums Reagieren und Kommen. Plan: Wenn sie bei dem einen ist, gibt der andere ein Signal (huhu, Pfiff o. ä.), und in dem Moment, da sie reagiert und sich auf ihn zubewegt, wird das zukünftige Signalwort gerufen, damit sie das Rankommen mit diesem Laut verbindet. DMdbmw und ich einigen uns auf ›hier‹, weil der Begriff ›komm‹ ja recht häufig auch im allgemeinen Sprachkontext benutzt wird.

Los geht's: Matilda ist beim Mdbmw, ich pfeife, sie guckt und kommt sofort angerast. In dem Moment sage ich positiv betont ›hierhin!‹, und als sie da ist, bekommt sie Lobleckerli und -hudelei. Runde zwei: Dmdbmw pfeift, sie schaut auf, macht sich sofort zu ihm auf den Weg, und er ruft ebenfalls mit bestätigendem Klang ›hierher, hierher!‹. Klappt super. Matilda wird auch von ihm verbal, mental und futteral belohnt.

Ich: »Du hör mal, wir wollten doch das gleiche Wort benutzen. Du hast aber nicht ›hierhin‹ sondern ›hierher‹ gerufen. Das geht so nicht!«

DMdbmw: »Da hast du völlig recht – das geht so nicht, echt nicht! Es heißt nun mal hierher und nicht hierhin.«

Ich: »Laber, laber, Rhabarber – schon klar. Wo kommst du her, wo gehst du hin ... Bin ja nicht blöd. Aber das hier ist doch was anderes. Ich zeige schließlich mit meinen Fingern auf den Platz vor mir, das ist eine direkte Ortsangabe – also ›hin‹! Vor allem klingt ›hin‹ klarer. Das könnte hilfreich sein.«

DMdbmw: »Nichts desto trotz wäre es grammatisch falsch, wo kämen wir denn da hin?«

Matilda sitzt die gefühlte zweistündige Diskussionsrunde auf der Wiese und schaut völlig irritiert zwischen uns hin und her. Irgendwann hat sie die Schnauze voll: »Ihr könnt mich mal, ihr beiden! Ich geh’ jetzt paddeln – ob her oder hin oder hin oder her, schitt-egal!«

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