Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Dies und Das

Olympiade im Eichenwäldchen

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Ein Besuch bei den Pfadfindern vom Stamm Nordlicht

Die Zeltsaisoneröffnung der Castrop-Rauxeler Pfadfinder vom Stamm Nordlicht findet traditionell im Rahmen der so genannten ›Praxistage‹ statt, in diesem Jahr an einem Wochenende Anfang April. Und diesmal im Gegensatz zu den vorherigen Jahren buchstäblich vor der eigenen Haustür, also am Pfadfinderheim in der Hafenstraße in Bladenhorst. Eine günstige Gelegenheit für das Stadtmagazin, am sonnigen Samstagnachmittag einmal vorbeizuschauen, um ein wenig über das ›Abenteuer Pfadfinden‹ zu erfahren und den Stamm Nordlicht, der zur Dachorganisation BdP gehört, kennenzulernen. Nicht einmal eineinhalb Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt sind wir hier in einem Eichenwäldchen, scheinbar fernab der Stadt. Während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die unterschiedlichen Aufgaben der heutigen ›Olympiade‹ vertieft sind, führt uns Schatzmeister und Meutenführer Sascha Schneider ein wenig herum und zeigt uns als erstes die Jurte und die Kohten. Wie bitte?

Selbst ist der Pfadfinder

»Die Kohten sind die Schlafzelte«, erläutert der Anfang 30-Jährige und erklärt die Bauweise der aus jeweils vier Planen und einem ›Kohtendach‹ zusammengesetzten Konstruktionen, die durch Stangen, Seile, Heringe und das ›Kohtenkreuz‹ in der Mitte zusammen- und in Form gehalten werden. »Auch die Wölflinge, also die Jüngsten im Stamm, bauen ihre Zelte selbst auf«, erzählt Sascha und gewährt uns einen Einblick in das Innere, wo jeweils vier bis sechs Isomatten und Schlafsäcke davon zeugen, dass ein Pfadfinderwochenende ein tolles Abenteuer, aber eben kein Luxusurlaub ist. Im Gegenteil: Während festes, wasserdichtes Schuhwerk, Campinggeschirr- und Besteck sowie Kluft und Halstuch laut ›Packliste fürs Lager‹ obligatorisch sind, sollen Handys, Musikabspielgeräte, Spielzeug und »heimliche Süßigkeiten unbedingt zu Hause bleiben.«

Wölflinge, Ranger und Rover

Doch zurück zu den Zelten: »Das größere ist die Jurte, sozusagen unser Wohnzimmer bzw. Allzweckraum.« Ähnlich konstruiert wie die Kohten, ist die Jurte allerdings um einiges geräumiger und bietet allen 33 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Praxistage Platz. Die Feuerschale in der Mitte lässt auch die gemütliche Gemeinschaftsatmosphäre erahnen, die hier beim abendlichen Zusammensitzen der ›Nordlichter‹ herrscht, wenn am ›Indoor-Lagerfeuer‹ gespielt, gesungen und geklönt wird. Hier werden auch heute Abend, nach dem Quaff-Ball-Turnier – »eine Variation des Harry-Potter-Sports Quidditch« – die Zeremonien stattfinden, bei denen die Mitglieder des Stammes unter sich sind. Dazu gehört zum Beispiel die Aufnahme neuer Wölflinge  bzw. Pfadfinder in den Stamm, die hierfür das entsprechende ›Versprechen‹ abgeben. Im Gegenzug erhalten sie dann ihre Halstücher, die nicht nur ihre Zugehörigkeit demonstrieren, sondern deren Farbe auch eine Bedeutung hat: »Die sechs- bis zehnjährigen Wölflinge tragen ein gelbes Halstuch – ebenso wie ich als ihr Meutenführer«, erklärt Sascha. »Das blau-gelbe Halstuch wird von den zehn- bis sechzehnjährigen Pfadfinderinnen und Pfadfindern getragen und von den noch älteren, also den jungen Erwachsenen.« Diese werden als Ranger (weiblich) bzw. Rover (männlich) bezeichnet.

Meuten, Gilden und Sippen

Sascha selbst bildet zusammen mit seinen Kollegen Quak, Scrat und Michael die Leitung des Stammes. Auch außerhalb der Zeltsaison, die beispielsweise noch Pfingst- und Sommerlager, Freibad- und Stammesfest  beinhaltet, sind sie bei den wöchentlich stattfindenden Gruppenstunden gefragt. Freitags etwa treffen sich im Pfadfinderheim die Wölflinge der ›Meute Graubruder‹, donnerstags die Pfadfinder der ›Gilde Ragnarök‹, die je nach Alter der ›Sippe Ratatosk‹ oder der ›Sippe Nodhogg‹ angehören.

Füreinander und für die Natur

Die Aktivitäten sind vielfältig, fördern Kreativität, Hilfsbereitschaft, Respekt, Eigenständigkeit und Verantwortungsgefühl – füreinander und für die Natur. Und machen natürlich Spaß. Gleiches gilt auch für die gerade stattfindende ›Olympiade‹. Auf der Terrasse des Pfadfinderheims arbeiten Kinder gemeinsam an Bildern, oder besser gesagt Gesamtkunstwerken, die neben verschiedenen Farben auch Blätter und andere Elemente beinhalten. Im Keller wird gruppenweise an kleinen Brückenkonstruktionen gewerkelt, die fantasievoll aus Holzstäbchen und einigen anderen Materialien zusammengesetzt werden und am Ende ein bestimmtes Gewicht aushalten sollen.

Dabei sein ist alles!

Vor dem Haus werden die Ergebnisse einer Rallye durch die Natur zusammengetragen und begutachtet, und im Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss gestalten die Kinder ihre eigenen Trikots, die es schließlich für eine richtige Olympiade braucht. Und wird es wie bei einer solchen am Ende auch Gewinner und eine Preisverleihung geben? »Nun ja«, verrät Sascha als einer der Preisrichter vorab, »das hier ist zwar schon ein Wettbewerb, dessen Ergebnisse präsentiert und gewürdigt werden, aber am Ende wird es dabei nur Gewinner geben – und als Preis heute Abend ein großes Fest für alle.« Dabei sein ist eben alles!

BdP Stamm Nordlicht

Hafenstraße 31
44579 Castrop-Rauxel
Tel. 0 23 05 / 8 44 24 (AB)
info [at] stammnordlicht.de

Die einzelnen Gruppen

Wölflinge (ab 6 Jahren)
Meute Graubruder
Gruppenstunden
freitags 16–18 Uhr
meute [at] stammnordlicht.de

Gilde Ragnarök bestehend aus
Sippe Ratatosk (10–12 Jahre)
Gruppenstunden
donnerstags 17–19 Uhr
und
Sippe Nodhogg (13–16 Jahre)
Gruppenstunden
donnerstags 18–20 Uhr   
Gilde [at] stammnordlicht.de

Ranger und Rover
(junge Erwachsene)
Gruppenstunden
dienstags 18–20 Uhr

RR [at] stammnordlicht.de

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