Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Sport und Freizeit

Kleine Wasserratten erobern das Hallenbad

Foto(s) zum Vergrößern anklicken

Quellenangabe in den Vergrößerungen

Richtig schwimmen lernen mit der DLRG

Sommer, Sonne, gute Laune! Und so richtig Spaß macht der Sommer, wenn man auch schwimmen gehen kann. Ob im See, im Meer oder auch ›nur‹ im heimischen Schwimmbad. Eine Erfrischung im kühlen Nass tut immer gut. Damit der Spaß jedoch nicht böse endet, sollten vor allem Kinder sicher schwimmen können. Die DLRG bietet Kurse für kleine Wasserratten im Alter von sechs bis zwölf Jahren, das Stadtmagazin durfte dabei sein im Hallenbad an der Bahnhofstraße.

Weg mit der Angst!

Warme, feuchte Luft empfängt die Besucher der Schwimmhalle. Hell scheint die Frühlingssonne durch die großen Fenster, es riecht nach gechlortem Wasser und der fröhliche Lärm von 80 Kindern zeugt von jeder Menge Freude. Die Anfänger werden im flachen Becken unterrichtet, in welchem sie stehen können. Die Fortgeschrittenen dürfen ins Schwimmerbecken. Pressewart Michael Trösken erklärt, was die jungen Teilnehmer vor allem in diesem Kurs lernen sollen: die Angst vor dem Wasser zu verlieren und sich an das feuchte Element zu gewöhnen. »Erstes Ziel ist es, den Kopf einzutauchen und im Wasser gleiten zu können.« Darum kümmern sich rund 25 Mitglieder der DLRG, die den Kindern ehrenamtlich das Schwimmen beibringen.

So geht die richtige Armbewegung

Eine von ihnen ist Eva Königsbüscher, die im DLRG-Vorstand das Amt der technischen Leiterin innehat. Dem kleinen Jona zeigt sie vom Beckenrand aus, wie man mit der richtigen Schwimmtechnik ganz mühelos durchs Wasser gleitet. »Wichtig ist die richtige Armbewegung. Nicht am ganzen Körper durchziehen, sondern auf Schulterhöhe beenden«, erklärt die Schwimmlehrerin dem jungen Schüler und uns. Michael Trösken ergänzt: »Bedeutsam ist zudem die richtige Atemtechnik. Also zwischen den Zügen den Kopf unter Wasser tauchen. Nur so wird man sportlich schwimmen können.«  

Stolzer Sprung ins Wasser

»Schwimmen? Muss man doch können!«, so Annegret Hörmann, die ihre beiden kleinen Großnichten Maryam und Amina einmal wöchentlich zum Schwimmunterricht begleitet. Erst letztens habe sie von einem Kind gehört, das beinahe ertrunken wäre. Eine erschreckende Vorstellung für die Großtante der beiden vier- und siebenjährigen Mädchen. Daher nimmt sie auch keine Mühen auf sich und fährt einmal quer durch die ganze Stadt, um die Kinder erst abzuholen und dann zum Training zu bringen. Die vierjährige Amina ist noch zu jung für den Kurs an der Bahnhofstraße, sie macht bei den ›Kleinen‹ mit, die mit ihren Eltern im Lehrschwimmbecken an der Uferstraße in Ickern das Schwimmen lernen. Natürlich springt Großtante Annegret mit ins Wasser. Hier ist es auch um einige Grad wärmer, daher schwimmen hier Kinder ab zehn Monaten bis fünf Jahren. Ihre ältere Schwester Maryam ist bereits vor einer Woche vom Ein-Meter-Brett ins Schwimmerbecken gesprungen, wie sie ganz stolz erzählt. »Sehr gut aufgehoben« seien die Kinder bei der DLRG, da ist sich Annegret Hörmann sicher. Und weil Sport, vor allem das Schwimmen so hungrig macht, gibt es nach dem Training im Bistro eine leckere Portion Pommes für alle drei.

Immer weniger Kinder können richtig schwimmen

»Bundesweit können immer weniger Kinder sicher schwimmen«, weiß Michael Trösken. Einen Überblick über die Situation in Castrop-Rauxel hat er nicht, sieht jedoch, dass die DLRG-Kurse leider nicht mehr so schnell ausgebucht sind wie früher. Für ihn und seine ›Kollegen‹ steht jedenfalls fest: »Schwimmen ist lebenswichtig!« Und nach dem Kurs, der sieben bis zehn Abende dauert und 24 Euro kostet, können sich alle Kinder im Wasser »deutlich besser als vorher bewegen.«
Viele von ihnen haben auch so viel Gefallen an ihrer neuen Freizeitbeschäftigung gefunden, dass sie unbedingt dabei bleiben wollen. Einige machen sogar den Rettungsschwimmschein, den man ab zwölf Jahren erwerben kann, und bringen bald selbst Kindern das Schwimmen bei. Fleißig lernen sie im knallroten DLRG-T-Shirt im Hallenbad während der Theoriestunde, wie man sich als Rettungsschwimmer richtig verhält: »Laut und deutlich sprechen. Aber niemals schreien. Bei Kindern immer auf Augenhöhe gehen.« Bei so vielen künftigen Rettungsschwimmern muss man sich keine Sorge um Leib und Leben machen.

426 Mitglieder, davon 60 Aktive, zählt die DLRG, die nicht nur Menschen das Schwimmen beibringt, sondern auch einen Rettungswachdienst am
Rhein-Herne-Kanal betreibt.  
Mehr Infos unter:
https://castrop-rauxel.dlrg.de/kg-castrop-rauxel.html

Facebook Logo  diese Seite auf Facebook teilen0