Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Gesundheit und Wellness

Vorgestellt: Wurzel aus dem Zauberwald

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Eine Clownin in Castrop

Rote Nase, grüne Augenbrauen, weiter Rock, spitzer Hut und ein fragender, immer neugieriger Blick: Wenn Clownin Wurzel den Raum betritt, zaubert sie den Anwesenden ein Lächeln aufs Gesicht. Wir sprachen mit Nadja Voß, der Frau, die hinter der fröhlichen Kunstfigur steckt. Wobei – Kunstfigur trifft es nicht ganz. ›Wurzel aus dem Zauberwald‹ ist nämlich ein echter Charakterkopf!

Lebenslustig, liebenswürdig

»Sie mag Katzen, Süßigkeiten und – natürlich – Wurzelgemüse«, verrät Nadja Voß mit einem Augenzwinkern. »Am liebsten würde sie immerzu spielen, tanzen und singen. Gleichzeitig ist sie ziemlich vergesslich und, wenn man das so sagen darf, nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte. Das macht sie allerdings auch sehr liebenswürdig. Durch ihre kindlich naive Art wird sie überall schnell warm und kann die Herzen der Menschen berühren.«

»Etwas ausprobieren, das bunt und verrückt ist.«

Wie kommt man auf die Idee, Clown zu werden? In ihrem ›ersten Leben‹ war Nadja Voß Bankangestellte. »Irgendwann habe ich gemerkt: die tägliche Routine, diese ›täglich grüßt das Murmeltier‹-Mentalität, das ist nichts für mich. Es hat mich unglücklich und regelrecht krank gemacht. Also habe ich überlegt: Was kannst du gut? Dabei wurde mir bewusst, dass ich Menschen zum Lachen bringe, wenn ich mich mit ihnen unterhalte. Ich dachte, vielleicht ist das ja dein Talent. Ein Bekannter meinte daraufhin: Es gibt doch diese Klinikclowns … Ich habe mich damit beschäftigt, im Internet Clownsschulen entdeckt und beschlossen: Ich will diese neue Tür öffnen, etwas ausprobieren, das bunt und verrückt ist.«

»Die ersten Lächler haben mich groß wachsen lassen«

Nach ihrer einjährigen Grundausbildung in Köln und der Hospitanz bei erfahrenen Kolleginnen wagte die gebürtige Castroperin im Februar 2018 den Schritt in die Selbstständigkeit. »Das hat unglaublich viel Mut erfordert. Dazu kam das Lampenfieber. Ich weiß noch, wie aufregend es war, beim Nightshopping im Herbst im Kostüm aus dem Haus zu gehen und durch die Innenstadt zu laufen. Aber die ersten Lächler haben mich groß wachsen lassen.«

Als Kind hatte Nadja Voß Angst vor Clowns

Ob als Walking Act auf der Straße, zu Besuch in einer Einrichtung für Personen mit Behinderungen, in der KITA oder im Seniorenheim: Die kleine Gnomin mit dem grünen Spitzhut verströmt pure Lebensfreude. »Wo ich als Nadja Abstand wahren würde, geht Wurzel offen und empathisch auf die Menschen zu und sucht auch die körperliche Nähe, etwa in Form von Umarmungen, wenn sie spürt, dass dies gewünscht wird. Auf der anderen Seite sind die Menschen zu ihr viel offener, als sie es mir gegenüber wären. Sie schafft es, den ›Lichtschalter‹ anzuknipsen. Diesbezüglich kann ich viel von ihr lernen.« Wobei das wahre Gesicht von Nadja Voß immer durchschimmert. Als Kind hatte die Castroperin nämlich Angst vor Clowns. »Daher war es mir wichtig, dass ich nicht komplett hinter Schminke verschwinde, man mich hinter meiner Rolle noch erkennen kann.«

Lange Unterhose als Türöffner

Ist es die rote Nase, die den Unterschied macht? »Tatsächlich bewirkt die schon sehr viel, genauso wie die lange Unterhose, die gerade bei den Senioren ein echter Türöffner ist«, berichtet Nadja Voß mit einem Schmunzeln. »Ich nehme als Wurzel aber auch eine ganz andere Körperhaltung ein, spreche mit anderer Stimme.« Diese ›Maskerade‹ funktioniert so gut‹, dass selbst Töchterchen Annika schon ins Grübeln geriet. »Als ich die KITA meiner Tochter besuchte, erzählte sie ihren Freunden stolz: Das ist meine Mama! Die anderen Kids glaubten ihr nicht, die sagten: Ne, das ist doch die Wurzel aus dem Zauberwald! Abends kam Annika dann zu mir und fragte: Mama, du warst das doch wirklich, oder?«

»Gibt es Möhren?«

Nadja Voß liebt es, in andere Rollen zu schlüpfen. Zusätzlich zu ihrer Berufung als Clownin Wurzel ist sie Mitglied im Ensemble des Majestic Theaters Waltrop und Teil des mobilen Clownerie-Duos ›Frau Lang und Herr Kurz‹, das pädagogische und sensible Themen (wie Umwelt, Verkehrsführung, Missbrauch, Depression) kindgerecht aufbereitet. Alle diese Dinge möchte sie in Zukunft noch weiter ausbauen. »Aus einer Wurzel wird etwas Großes. Darauf freue ich mich!« Und Wurzel aus dem Zauberwald? Worauf freut die sich? Nadja Voß bekommt große, erwartungsvolle Augen, ihre Stimme klingt gleich einige Nuancen heller: »Ich wünsche mir viele Umarmungen, spannende Spiele und Süßigkeiten«, erklärt sie. »Au ja! Und Möhren, die mag ich gern. Gibt es Möhren?«

Weitere Infos: clownin-wurzel.de

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