Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Sport und Freizeit

Dynamik, Präzision, Sportgeist und Gemeinschaft

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Rhein Ruhr Shooters

Angefangen hat wohl alles damals mit einer kleinen Spielzeugpistole, die Faszination hat Pascal (Kalle) Althöfer im Laufe der Jahre nie losgelassen – im Gegenteil! »Ich hatte immer schon Interesse an Waffen und am Schießsport«, erzählt der Schweriner. »Vermutlich ist es die Mischung aus aufregendem Kick, sportlichem Ehrgeiz und dem tollen Gefühl, wenn man ins Schwarze trifft.« Seit einiger Zeit geht er seiner Leidenschaft mit neuem Enthusiasmus nach. Er ist Mitglied der Rhein-Ruhr-Shooters e.V., gegründet im Mai dieses Jahres.

Der etwas andere Schießsport

Es handelt sich um eine recht junge Truppe, und doch sind die 14 Mitglieder nahezu allesamt alte Hasen. »Die meisten von uns können auf viele Jahre Sportschießen zurückblicken, einige haben durch ihren Militärdienst oder die Arbeit bei der Polizei dazu gefunden«, erzählt Alexander Pankoke, Vereinsvorsitzender und ganz nebenbei Kalles bester Kumpel. »Wir waren gemeinsam und freundschaftlich in einer Schießleistungsgruppe innerhalb des Bunds der Militär- und Polizeischützen aktiv, aber irgendwann entstand dann eben die Idee, unser ganz eigenes Konzept durchzuziehen und ›unseren‹ Verein zu gründen.« Apropos ›eigen‹: Es ist schon ein sehr besonderer, etwas anderer Sport, nicht zu vergleichen mit den allseits bekannten Schießsportarten. Aufgrund der militärischen Wurzeln werden durchaus damit verwandte, sehr spezielle Disziplinen ­ausgeübt. Kalle Althöfer: »Statisch und dynamisch, in Ruhe und in Bewegung! Geschossen wird im Stehen, im Liegen, knieend und sitzend – oft auch in Kombination. Es gibt hunderte von Kategorien, wie zum Beispiel die Waffe auf Zeit nachzuladen oder abwechselnd mit der rechten und linken, der starken und schwachen Hand zu agieren.«

Voraussetzung: Verantwortungsbewusstsein

»Schießen ist weit mehr, als nur mit einer Waffe zu hantieren, es geht um Disziplin und Gehorsam, um Achtsamkeit, Konzentration und nicht zuletzt um großes Verantwortungsbewusstsein. Übrigens – was viele gar nicht wissen – es werden auch ADHS-Kinder in Förderprojekten an Waffen herangeführt mit sehr positiven Resultaten«, erklärt Alexander Pankoke. »Das zeigt einfach, welche Fähigkeiten dadurch positiv gestärkt werden können.« Allerdings müssen für den Umgang mit Re­volver oder Karabiner so einige Voraus­setzungen erfüllt werden. Erste un­verzichtbare Grundbedingung ist ein einwandfreies Führungszeugnis: Sportschützen dürfen nicht vorbestraft sein. Neben dem Bestehen der höchst offiziellen Waffensachkundeprüfung müssen zudem regelmäßig Nachweise über absolvierte Trainingseinheiten auf dem Schießstand (mindestens einmal monatlich, alternativ 18 Mal aufs Jahr verteilt) erbracht werden – nicht zu vergessen die strikte Einhaltung von Aufbewahrungs- und Transportvorschriften.

»Auf keinen Fall eine Männerdomäne!«

»Für uns Rhein-Ruhr-Shooters kommen aber auch noch andere Dinge dazu«, berichtet Alexander Pankokes Frau Alexandra. »Man sollte gelehrig, offen und auf jeden Fall gesellig sein – schließlich verbringen wir viel Zeit miteinander.« Fünfmal im Monat treffen sich die Mitglieder zum Training: dreimal am Bochumer Langwaffenstand und zweimal in der Rheinberger Sportschützenhalle. »Und wir sitzen auch nach dem Training lange zusammen und quatschen. Das ist uns wichtig«, so Kalle Althöfer. Wichtig ist allen insbesondere eins: »Die Leute müssen zu uns passen«, betont Alexander Pankoke. »Wir wollen beispielsweise auf keinen Fall eine reine Männerdomäne – im Gegenteil!« Da wundert es nicht, dass fast die Hälfte der Truppe aus weiblichen Mitgliedern besteht.

Dreifacher deutscher Meister

Koch, ›Büromensch‹, Pilot und Pilotin … Die Rhein-Ruhr-Shooters sind ein richtig bunter Haufen mit einer großen gemeinsamen Leidenschaft. Dabei ermöglicht der Verein auch jede Menge Individualität. Dem einen geht es um Schnelligkeit, der anderen um Genauigkeit, der dritten und dem vierten um die Kombination von allem. Alexander Pankoke besitzt rund zehn Gewehre – seine Passion gilt insbesondere der Flinte –, Alexandra Pankoke hat mittlerweile drei. »Allerdings finde ich Langwaffen eher o.k.«, sagt sie, »mich interessiert viel mehr die 357 Magnum.« Und Kalle hat keine. Keine? »Ich suche noch, weiß noch nicht, ob Flinte oder Selbstladegewehr, Präzision oder Schnellschießen. Ich probiere mich einfach aus, und ich weiß, irgendwann wird es klick machen und ich werde spüren: Das ist genau mein Baby!« Dies ist bei seinem besten Freund etwas anders: Alexander Pankoke hat sich längst zu einem echten Shooting-Star entwickelt und allein in diesem Jahr in drei Disziplinen den deutschen Meistertitel geholt.

Wer den Rhein-Ruhr-Shooters mal über die Schulter schauen und sich einen Eindruck von dem ungemein vielfältigen Sportprogramm machen möchte, ist übrigens herzlich eingeladen. »Gäste und Interessenten sind immer willkommen, allerdings sollte schon eine Mitgliedschaft bei unserem Verein angestrebt werden. Wer nur mal hin und wieder mit einer scharfen Waffe schießen möchte, ist bei uns falsch«, so Alexander Pankoke. »Aber wenn einer echtes Interesse hat: einfach beim Training vorbeikommen, es sich anschauen, ausprobieren und mitmachen. Wir freuen uns auf euch!«

Weitere Informationen unter: www.slg-rrs.de

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