Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Dies und Das

»Wir freuen uns auf Halloween!«

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Kinder basteln im Ickerner Kulturzentrum Agora

Halloween. Die Nacht der Geister und Gespenster, Hexen und Vampire. Auch im Kulturzentrum Agora in Ickern bereiteten sich 20 Kinder im Rahmen des Casterix-Ferienprogramms auf die gruselige Geisternacht vor. Mit einem Bastelnachmittag stimmten sich die Kleinen schon mal auf den schaurigsten Abend des Jahres ein: Geheimnisvolle Eulen, düstere Fledermäuse, unheimliche Spinnennetze, schreckliche Gespenster, grausige Vampire, fürchterliche Grabsteine und grauenhafte Skelette fertigten die Sechs- bis Zwölfjährigen bei Apfelschorle und schönstem Oktoberwetter an. Dass das Stadtmagazin zu Besuch ist, störte sie ganz und gar nicht. Im Gegenteil, die Neugier war groß, das Mitteilungsbedürfnis ebenfalls.

So erzählt die neunjährige Lucy gern, was sie an Halloween erwartet: »Mama verkleidet sich als Hexe, Papa als Skelett, und der Hund bekommt ein Bettlaken um, wo nur die Augen rausgucken.« Sie selbst will auch als kleine Hexe andere Menschen erschrecken. Mit grün geschminktem Gesicht, lila Spitzhut, einem bunten Sternenkleid und sogar einem Zauberstab wird sie Süßigkeiten sammeln gehen und anschließend Mamas leckere Kürbissuppe genießen, sagt sie, während sie Kieselsteine in schwarze Skelettgesichter verwandelt.
Auch die beiden besten Freundinnen Katelyn (9) und Lavinia (9) wollen als verkleidete Vampire die bösen Geister vertreiben, die sich an Halloween im Diesseits tummeln. Ihr Outfit können sie schon jetzt ganz genau beschreiben: schwarzer Mantel, weißes Make-up, Kunstblut an den Lippen und ein Gebiss im Mund. So werden an dem Abend leckere Süßigkeiten erbettelt. Ihre Bastelarbeiten wollen die beiden Mädchen übrigens an ihre Liebsten verschenken. »Für meine Mama und meinen einjährigen Cousin«, berichtet Katelyn. Und damit die Beschenkten auch möglichst lange etwas von ihren Präsenten haben, hat sie sich für das Anmalen von Steinen entschieden. Sehr clever!

»Dieses Halloween-Basteln bieten wir seit etwa zehn Jahren an«, so Saskia Wortmann, Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit im Kulturzentrum Agora, »und jedes Mal ist die Veranstaltung ruckzuck ausgebucht. Früher ist man eher im Karneval von Tür zu Tür gegangen, um Süßigkeiten zu erbetteln. Heute zelebrieren die Kinder lieber Halloween.« Zusammen mit ihren Mitarbeitern Nadine Nagel und Alexander Scheidle organisiert Saskia Wortmann das herbstliche Werkeln. »Alex war als Kind und Jugendlicher selbst oft als Teilnehmer dabei«, freut sich die Sozialpädagogin. Heute macht er eine Ausbildung zum Kinderpfleger und ist täglich in der Agora, um als Honorarkraft und Ehrenamtlicher zu unterstützen. »Für mich Hobby und Beruf zugleich«, sagt der 24-Jährige, der aus einer großen Familie mit vielen Geschwistern stammt und von daher viel Trubel im Haus gewohnt ist.

Wie immer steht auch beim heutigen Bastelnachmittag vor allem der Spaß im Vordergrund. Die Kinder sollen eine entspannte Zeit erleben und natürlich auch ihre kleinen Gruselkunstwerke mit nach Hause nehmen können. Ein bisschen Pädagogik fließt aber dann doch noch ein – aber nur ganz nebenbei. »Die Kinder lernen zu teilen, den Jüngeren zu helfen, sich von Älteren helfen zu lassen, andere zu integrieren. Zum Schluss muss der Arbeitsplatz auch selbstständig aufgeräumt und gesäubert werden«, erklärt Saskia Wortmann, die es zwischendurch nicht versäumt, die kleinen Handwerker zu loben, dass das Waschbecken so schön sauber geblieben ist – trotz der vielen bunten Pinsel, die dort ausgewaschen wurden.

Und auch ganz praktische Dinge werden vermittelt. Was ist eine Linkshänderschere, und wozu gibt es die? Wie macht man einen Knoten? Denn heutzutage werde in der Schule immer weniger gebastelt, entsprechende Fähigkeiten nicht mehr so stark gefördert.
Aus allen Teilen Castrop-Rauxels, sogar aus dem ›fernen‹ Frohlinde, haben die Eltern ihre Kinder zu dem Kreativevent rund um Kürbis & Co. nach Ickern gebracht. Dafür, dass sich 20 kleine Kinder in einem Raum befinden, geht es erstaunlich ruhig zu. »Das liegt daran, dass die meisten Kinder zum ersten Mal hier sind. Die müssen erst noch auftauen. Bei unseren ›Stammgästen‹, die regelmäßig bei uns sind, sieht das schon ganz anders aus«, schmunzelt Saskia Wortmann. Tja, auch kleine Gespenster müssen eben erstmal warm werden.

Halloween

Die alten Kelten glaubten, dass in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November die Grenze zwischen den Welten offen sei und die Toten zurückkommen würden, um die Lebenden zu besuchen. Die Iren, die diesen Brauch übernahmen, wollten die gruseligen Geister abschrecken und verkleideten sich daher selbst als Gespenster und Ungeheuer. Irische Auswanderer nahmen das Fest im 19. Jahrhundert mit in die USA. Von dort aus kam es wieder zurück nach Europa und wird seit rund 20 Jahren mit wachsender Begeisterung in Deutschland gefeiert. Der Name ›Halloween‹ ist übrigens eine Verkürzung des Ausdrucks ›All Hallows’ Eve‹, was nichts anderes heißt als Abend vor Allerheiligen.

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