Kunst und Kultur

›Mr. Power of Hammond Sound‹

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Seit 2001 widmet sich Peter Weltner ausschließlich der Musik.

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In den 50er-Jahren diente sie in amerikanischen Kirchengemeinden als preisgünstiger Pfeifenorgelersatz, wanderte dann über die Gospel- und Blues-Bühnen, ehe sie in den späten 1960ern durch große Rockbands wie Uriah Heep oder Deep Purple größte Popularität erlangte: die elektromechanische Orgel, im Volksmund ›Hammond Orgel‹ (nach ihrem Erfinder Laurens Hammond) genannt. In den 80ern und 90ern wurde ihr unverwechselbarer Sound durch die synthetischen Klänge des Synthesizers verdrängt. Jetzt feiert das kraftvolle Instrument sein Comeback. Wir trafen Peter Weltner, den ›Mr. Power of Hammond Sound‹.

Der Wahl-Lüner gehört zu einer weltweit geringen Anzahl von Hammond-Spezialisten, die sich selbst mit den Basspedalen begleiten. Um Verwechselungen vorzubeugen: Mit den Heimorgeln der Alleinunterhalter hat sein Spiel nichts zu tun, jeder Ton ist hand- bzw. fußgemacht! Gemeinsam mit dem Herner Roland Specke bildet Peter Weltner das Orgel-Schlagzeug-Duo Hammond Daze, das sich fern aller Schubladen zwischen Rock, Blues, Soul, Swing und Jazz bewegt. »Bei uns bekommen Sie alles – vom romantischen, fast zärtlichen Flüstern bis hin zum schmutzig röhrenden Bühnenmonster«, so der Tastenprofi. Das Musikmaterial besteht zu 80% aus seiner Feder. Den Rest bilden Improvisationen, die den Musikern buchstäblich aus Händen und Füßen fließen. Dabei bedient Peter Weltner nicht nur seine New B3, sondern zudem ein obenauf stehendes Stagepiano sowie ein daneben platziertes Keyboard!

Bereits im Alter von sechs Jahren setzte klassischer Klavierunterricht den Grundstein für seine musikalische Karriere. »Musikunterricht für Kinder ist immer eine Gratwanderung, das weiß ich aus meiner eigenen Arbeit als privater Musiklehrer«, schmunzelt er. »Die Kids sind begeistert – bis sie feststellen, dass es Arbeit ist. Heute bin ich froh, dass mein Vater damals streng mit mir war und ich die ›Durststrecke‹ überwunden habe.« Hinzu kamen Blockflöte, Akkordeon und Heimorgel – letzteres erlernte der talentierte Spross als Autodidakt, »weil sich mein Klavierlehrer mit ›diesem modernen Zeug‹ nicht auskannte.« Mit 24 bekam er seine erste Hammond Orgel – ein Geschenk der Eltern zur Meisterprüfung. »Bis zum 50. Lebensjahr war ich selbstständig als Orthopädiemechaniker tätig. In dieser Zeit machte ich nur nebenbei etwas Hausmusik, spielte als Keyboarder in verschiedenen Bands und Akkordeonorchestern. 2001 entschloss ich mich dann, meinen Beruf an den Nagel zu hängen und mich ganz der Musik zu widmen!«

Der Beginn einer neuen Epoche, die Peter Weltner in die Profiliga der Konzertorganisten führte: Mit wechselnden Schlagzeugern gastierte er in deutschen wie internationalen Clubs und Konzertsälen. Seit Januar 2010 bedient Roland Specke für ihn das Drum-Set. Wer den ›Mr. Power of Hammond Sound‹ live auf der Bühne erleben möchte: Am 23. Oktober spielt das Duo sein neues Album ›Melody + Groove‹ live und öffentlich im ›Home of Blues‹ (ehemals ›Greif‹) ein. Los geht’s um 21 Uhr. Der Eintritt wird teilweise durch die ›artists agency‹ gesponsert und beträgt daher nur 5 Euro an der Abendkasse. Für jede Eintrittskarte gehen jeweils 1,66 Euro an den Evangelischen Kindergarten Johannes und den Katholischen Kindergarten St. Gottfried.

Hammond Daze
23.10., 21 Uhr
Home of Blues
www.peter-weltner.de
www.hammonddaze.de

Artikel von S. 23 in Ausgabe 55 (10/2010)

Melody + Groove: das Orgel-Schlagzeug-Duo Jammond Daze ›Mr. Power of  Hammond Sound‹