KULTUR

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„An diesem Abend lief alles richtig klasse, da hab ich ziemlich Glück gehabt.“, erinnert sich Tanja heute noch voller Begeisterung.
Tanja Wedhorn

In unserer Stadt verbinden viele, die zum ersten Mal ihren Namen hören, diesen sofort mit dem Wittener Reisebüro. Als es bei Tanja vor dem Abitur darum ging, welchen Beruf sie denn ausüben solle, war ihr eigentlich auch klar, dass sie in den Familienbetrieb gehen wird: „Das war für mich nie eine Frage, schließlich arbeiten in unserem Reisebüro meine Eltern und auch meine ältere Schwester.“

Doch in den letzten Schuljahren auf Wittens Schillergymnasium packte sie eine ganz besondere Leidenschaft, die Liebe zum Schauspielen. Und noch heute erzählt sie voller Begeisterung: „Jürgen Heimannsberg, ein Lehrer am Schiller, hat großen Anteil daran. Der hat damals die Theater-AG geleitet und auch die freie Gruppe Mimesis gegründet, mit der wir später häufig in der Werkstadt aufgetreten sind.“ Vor Tanjas erster Rolle stand aber zunächst einmal das Soufflieren. „Ich kam nämlich mit meiner Freundin zu spät zur Probe, und da hatten die die Rollen schon alle vergeben. Und so musste ich bei meinem ersten Stück seitlich neben der Bühne stehen und soufflieren. Aber beim nächsten Stück, Dürrenmatts ,Der Besuch der alten Dame‘, konnte ich dann direkt die Titelrolle spielen.“ Noch während ihrer Schulzeit spielte sie mit den Freien Theatergruppen Mimesis und Q-lisse neben den Klassikern auch „viele ganz absurde Sachen“.

Kaum verwunderlich, dass Tanja – fasziniert von den Brettern, die die Welt bedeuten – es dann doch auch beruflich mit der Schauspielerei versuchen wollte. Also hin zum Informationsgespräch an der Folkwangschule in Essen. Und das war „dermaßen frustrierend, dass ich mich dann doch erst mal in Dortmund eingeschrieben hab, um auf Grundschullehramt zu studieren.“ Doch gute Freunde glaubten an Tanjas Talent und rieten ihr, nicht aufzugeben. Also begann ihre ,Bewerbungstour‘ durch die Staatlichen Schauspielschulen der Republik. Und siehe da: Bereits beim dritten Vorsprechen an der Hochschule der Künste HdK, heute Universität der Künste, ist sie angenommen worden. Das war 1994. Tanja zog mit ihrem Freund direkt nach Berlin, wo sie heute in einer wunderschönen Altbauwohnung in Kreuzberg leben.

1998, am Ende ihrer Ausbildung an der HdK, stand das obligatorische Intendanten-Vorsprechen. Das ist ein zweistündiger Abend, bei dem alle Absolventen Monologe und Gesang vortragen. Eingeladen sind Intendanten, Regisseure und Dramaturgen, die junge Schauspieler fürs Theater suchen. „An diesem Abend lief alles richtig klasse, da hab ich ziemlich Glück gehabt.“, erinnert sich Tanja heute noch voller Begeisterung. Sie bekam ja auch gleich einen Stückvertrag mit dem Thalia Theater in Hamburg. Und außerdem war da noch ein Talentsucher von RTL anwesend, der sie direkt für eine Hauptrolle in der Krimiserie SK Babies engagierte: Traumstart also! Es folgten zahlreiche weitere Engagements bei Theater und Fernsehen. Derzeit ist Tanja in ihrer Hauptrolle als Nina jeden Dienstag um 19.25 Uhr in ,Die Nesthocker‘ im ZDF zu sehen. Im Sommer dreht sie für das ZDF einen Zweiteiler auf Madeira. Und auch weitere interessante Projekte sind geplant.

In Zukunft wird man den Namen Wedhorn in Witten wohl nicht mehr nur mit dem Reisebüro verbinden, sondern sich an vielen abwechslungsreichen Begegnungen mit Tanja auf der Bühne oder im Fernsehen erfreuen.

Artikel von S. 78 in Ausgabe 19 (06.2002)

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