Stadtmagazin Witten: Menschen

»Und hier kommst du ins Spiel«

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Ein sehr persönliches Interview mit einem alten Bekannten

Nach längerer Zeit tritt der Bochumer Musikkabarettist und selbst ernannte komische Poet Christian Hirdes mal wieder abendfüllend in Witten auf. Am 18. Januar präsentiert der Mitte 40-Jährige sein Soloprogramm ›Christian Hirdes KOMMT!‹ im Rahmen der Reihe ›Kultur auffem Hügel‹ im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde auf dem Steinhügel in Heven. Dort ist Hirdes ebenso ein alter Bekannter wie beim Stadtmagazin, in dessen Mitarbeiterkartei er schon seit Beginn des Jahrtausends als ›freier‹ geführt wird. Wer wäre also besser geeignet, den Künstler anlässlich seines anstehenden Gastspiels zu einem außergewöhnlichen Interview zu bitten?

Stadtmagazin (SM): Können wir uns duzen?
Christian Hirdes (CH): Ich bitte drum, alles andere wäre irgendwie komisch.

SM.: Apropos komisch: Was erwartet uns in deinem Programm ›Christian Hirdes: KOMMT!‹?
CH: Der Titel ist Ankündigung und Aufforderung zugleich. Mit Gitarre, Piano und jeder Menge alter und neuer Geschichten, Songs und Gedichte im Gepäck komme ich zu ›Kultur auffem Hügel‹. Und hoffe, dass ganz viele Liedermacher-, Kabarett- und Comedyinteressierte der Aufforderung nach- und auch dorthin kommen.

SM: Hat das Programm ein bestimmtes Thema?
CH.: Nein, es ist eine bunte Mischung aus alten Glanznummern und immer wieder kleinen Premieren, und es geht um One-Night-Stands unter Eintagsfliegen ebenso wie um den richtigen Umgang mit ›Süßes oder Saures‹-rufenden kleinen Monstern an Halloween. Natürlich werden Lisa und ihre vier chinesischen Freundinnen eine Rolle spielen. Vielleicht gibt’s aber auch noch irgendwas Neues, was ich derzeit noch gar nicht geschrieben habe.

SM.: Bin gespannt.
CH.: Frag mich mal.

SM.: Bei ›Kultur auffem Hügel‹ bist du ja nicht zum ersten Mal ...
CH.: Ich habe dort einmal solo gespielt, das ist aber schon so lange her, dass ich es nicht mehr datieren kann. Zuletzt war ich Ende 2012 bei einer Jubiläumsshow auf dem Steinhügel dabei, ›die Hundertste‹. Ich habe aber die ganze Zeit über die Veranstaltungsreihe verfolgt und hatte einen guten Kontakt zu Micki Wohlfahrt, wenn auch nur sporadisch, etwa durch gemeinsame Auftritte.  
 
SM: 2016 ist Micki ja dann völlig überraschend verstorben.
CH.: Ja, das war auch für alle Kollegen ein Schock. Ihn kannten ja wirklich viele, und wer ihn kannte, schätzte ihn von Herzen als außergewöhnlich sympathischen Kollegen und Veranstalter.

SM.: Und wann bist du Leslie Sternenfeld, der heute ›Kultur auffem Hügel‹ organisiert, zum ersten Mal begegnet?
CH.: Ich schätze, es war 2005, damals initiierte ich in einer Kneipe in Bochum eine ganz kleine Mix-Show namens ›Gemischte Tüte‹, mit eigener Tonanlage und ohne echte Bühne. Leslie war dort mit seiner damaligen Gruppe ›Luna und Latüchte‹ zu Gast. Ich glaube, es war einer ihrer ersten Auftritte.

SM.: Und wann hattest du selbst deine ersten Auftritte?
CH.: Schon Mitte der 90er hab ich mich verschiedentlich abendfüllend auf Bühnen getraut, mit eigenen Songs und Gedichten. Damals hatte ich gerade ein Germanistik-Studium angefangen, und während die Bühnen-Jobs dann langsam zahlreicher wurden, wuchs die Anzahl meiner Studiensemester kontinuierlich an. Ungefähr seit Anfang des Jahrtausends lag der Schwerpunkt endgültig auf dem angepeilten Künstlerberuf ...

SM.: ... wobei anfangs der ein oder andere Nebenjob schon noch nötig war, um über die Runden zu kommen, richtig?
CH.: Und hier kommst du ins Spiel, richtig.

SM.: Aber um mich geht’s ja hier nicht. Auch wenn ich bis heute in alter Verbundenheit den ein oder anderen Bericht fürs Stadtmagazin schreibe, ganz zu schweigen vom Verteilen ...
CH.: ... aber um dich geht’s ja hier nicht.

SM.: Richtig! Bei dir jedenfalls ging es ja dann steil bergauf: Tegtmeiers Erbe 2005, Prix-Pantheon-Gewinner 2006, St. Ingberter Pfanne 2007, hunderte Gastspiele in ganz Deutschland, TV-Auftritte in verschiedenen WDR-Comedy-und Kabarett-Formaten und bei Stefan Raab.
CH.: Ja, aber das solltest du so nicht schreiben, das wirkt so unbescheiden.

SM.: Deswegen erwähne ICH es ja.
CH.: Außerdem war ich zweimal bei Stefan Raab.

SM.: In den letzten Jahren hast du neben Solo- und Mix-Show-Auftritten und der Veranstaltungsreihe ›Nachgewürzt‹ in Oberhausen ja auch verstärkt im Varieté gearbeitet.
CH.: Gut recherchiert. Zuletzt war ich Mit-Moderator und Musikkabarettist in einer GOP-Produktion – mit insgesamt über 400 Shows, über sechs Spielorte und dreieinhalb Jahre verteilt.

SM.: Froh, dass es vorbei ist?
CH.: Schon, denn jetzt habe ich wieder mehr Zeit für meine abendfüllenden Solo-Abende – und für ganz neue Projekte.

SM.: Und fürs Stadtmagazin.
CH.: Na klar.

SM.: Danke für das Gespräch.
CH.: Krieg ich das noch zum Gegenlesen?
SM.: Sehr witzig.

Veranstaltungstipp: Christian Hirdes: KOMMT!

Samstag, 19.01., 20 Uhr
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe ›Kultur auffem Hügel‹ im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in Heven
Steinhügel 38
www.steinhuegel.de
www.christianhirdes.de

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