Stadtmagazin Hagen: Kunst und Kultur

Tatort: Hagen

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Wenn der Herbstwind mit gespenstischem Pfeifen um die Häuser fegt und die Bäume reihenweise ihrer Blätter beraubt, wenn der Regen mit seinen großen schweren Tropfen das Straßenpflaster und die Fensterscheiben erschauern lässt, wenn die schillernden Farben und Gerüche des Sommers verblassen und stattdessen ein Hauch der Vergänglichkeit die Natur erfüllt – dann, ja dann gibt es kaum etwas Schöneres, als sich in die ebenso geheimnisvollen Windungen einer spannenden Kriminalgeschichte zu vertiefen. Besonders zur nasskalten Jahreszeit lassen sich viele vom Reiz schaurig-schöner Erzählungen verführen. In den eigenen vier Wänden tauchen sie ab in eine Welt voll bittersüßer Atmosphäre.

Was aber, wenn die Zeit, um sich in einem fesselnden Kriminalroman zu verlieren, fehlt? Für diese ›Notfälle‹ gibt es Kurzkrimis, aufregende Geschichten mit Gänsehautfaktor, die kompakt und spannend zugleich auf wenigen Seiten erzählt werden. Eine, die sich in diesem Genre auskennt und es selbst durch ihr kreatives Zutun bereichert, ist Birgit Ebbert. Die Wahl-Hagenerin aus dem Münsterland ist als Autorin von lokalen Kurzkrimis und Kinderbüchern bekannt, aber auch als Verfasserin von Schüler-Lernmaterialien und Elternratgebern.

Inspiriert durch das schriftstellerische Schaffen einer Amanda Cross, entdeckte sie vor langer Zeit das Kriminalgenre für sich und schöpft seitdem ihre Ideen aus dem reichhaltigen Fundus dessen, was sie umgibt: »Ich bin oft mit der Kamera unterwegs und streife einfach umher – immer auf der Suche nach neuen Inspirationen, neuen Themen und Tatorten. Auch die Figuren laufen mir auf diese Weise einfach zu. Sie sind auf einmal da und lösen einen Fall.«

Die Kurzkrimis von Birgit Ebbert spielen an Orten, die sie kennt, die ihr krimitauglich erscheinen – Hagen ist einer von ihnen. Die als E-Book erschienene Kurzkrimireihe ›Auf einen Mord in Hagen‹ hat hier ihren Schauplatz. Mit ihren unzähligen Ecken, Winkeln und Hinterhöfen eigne sich die Stadt, nach Ansicht der Autorin, hervorragend als Krimitatort. Es gebe unzählige ›Verstecke‹ für Leichen. Man müsse die Augen nur aufhalten.

Als Protagonist der Hagener Locations-Krimis fungiert der gestrauchelte Expolizist Gerd Neubert, ein vom Leben gebrochener Mann, den das Schicksal aus der Bahn geworfen hat. Er ist aus dem Polizeidienst ausgeschieden und lebt seitdem auf der Straße. Dennoch hält er den Kontakt zu seinen früheren Kollegen und steht ihnen hilfreich bei der Tätersuche zur Seite.

Die Figur des Gerd Neubert bricht mit einem ungeschriebenen Gesetz der gegenwärtigen Kriminalliteratur. Denn im Gegensatz zu anderen Kriminalermittlern ist er – wie viele der Ermittlerfiguren von Birgit Ebbert – nicht fest in den Polizeiapparat eingebunden. Nicht Polizisten sind hier auf Verbrecherjagd, sondern Privatpersonen, mitunter auch Laien, die – ganz im Geiste Agatha Christies – genau hinschauen und mehr auf gesunden Menschenverstand setzen statt auf Regeln. Sie begeben sich mit Begeisterung und Leidenschaft auf Verbrecherjagd, weil sie sich dazu berufen fühlen – nicht weil es ihr Job ist.

Birgit Ebbert lässt demnach Menschen wie du und ich agieren – perfekte Identifikationsflächen für jedermann! Sie setzt dabei vor allem auf größtmögliche Realitätsnähe – insbesondere bei ihren Kinderkrimis: »Viele Krimis für Kinder spielen oft fern der Realität. Immer wieder liest man Geschichten, in denen die Kinderermittler mit Toten und Spionage zu tun haben. Aber wie wahrscheinlich ist es tatsächlich, dass Kinder damit in Kontakt kommen? Meine Kinderkrimis schildern daher Fälle und Situationen, die Kinder auch tatsächlich in ihrem Alltag erleben könnten. Es gibt keine Leichen, aber dafür beispielsweise mysteriöse Vorfälle in der Schule, denen meine jungen Ermittler mit wachem Geist und wachsamem Auge auf den Grund gehen.«

Mit ebensolchem wird auch Birgit Ebbert weiterhin ›ihr‹ Hagen erkunden und sich hoffentlich zu immer neuen Geschichten inspirieren lassen. Die nächsten sind bereits in Planung – dieses Mal sogar in epischer Romanlänge …

Weitere Informationen über Birgit Ebbert wie auch über ihre ›Geschichten nach Maß‹ finden sich unter: www.birgit-ebbert.de