Stadtmagazin Witten: Gesundheit und Wellness

Kampf den Pollen!

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20 Millionen Deutsche leiden unter Heuschnupfen, d. h. sie reagieren allergisch auf Pollen. Bei diesen nahezu unsichtbaren Plagegeistern, die jede Landpartie zum Alptraum werden lassen, handelt es sich übrigens um das männliche Erbgut der Pflanze! Allein eine einzige Roggenähre soll rund vier Millionen Pollenteilchen produzieren, die dann bei günstigem Wind bis zu 400 Kilometer zurücklegen können …

Jetzt im April fliegen vor allem die aggressiven Birkenpollen. Aber auch Erle, Haselnuss und diverse Gräser quälen uns mit ihren Blütenstäuben. Wer vor der so genannten Hyposensibilisierung beim Arzt zurück schreckt, kann sich mit (müde machenden) Antihistaminen helfen. Oder Sie probieren es auf die altmodische Art. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Hausmittelchen, die das Immunsystem zur Pollensaison so weit stärken, dass man fast ohne Medikamente auskommen kann. Glauben Sie nicht? Ein Versuch lohnt!

Studien belegen, dass eine gezielte Versorgung mit dem Spurenelement Zink die Pollenallergie den Histaminspiegel um bis zu 60 Prozent senkt. Neben Präparaten aus der Apotheke ist eine zinkreiche Ernährung mit Eiern, Edamer, Rindfleisch, Leber, Austern und Linsen ratsam. Vitamin C steht ebenfalls in dem Ruf, Allergie-Attacken zu verhindern oder abzumildern. Natürliche Quellen sind zum Beispiel rote Paprika, Kiwi, Orangen, Grünkohl oder Broccoli. Magnesium beseitigt nicht nur Wadenkrämpfe, es reduziert laut AOK auch allergische Symptome nachhaltig. Hier helfen Bananen, Milch- und Vollkornprodukte, Fisch, Geflügel, Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Blattspinat und, ja, Schokolade. Übrigens: Die besten Erfolge treten natürlich auf, wenn die zusätzliche Nährstoffzufuhr rechtzeitig begonnen wird. Trotzdem ist es nie zu spät, um damit anzufangen!

Eine weitere (und zugegeben etwas gewöhnungsbedürftige) Geheimwaffe gegen den Pollenflug ist die Nasendusche: Allergikern wird empfohlen, ihre Nase zweimal täglich kräftig durchzuspülen. Auch ein Urlaub im hohen Norden oder an der See soll wahre Wunder wirken. Wer sich nicht so einfach vor der Pollenplage aus dem Staub machen kann, sollte die Fenster möglichst geschlossen halten und täglich (mit Staubschutzmaske) saugen. Lüften Sie nur während der schwachen Pollenflugzeiten (in der Stadt morgens zwischen 6 und 8 Uhr, auf dem Land abends von 19 bis 24 Uhr). Entfernen Sie Wandteppiche und andere Staubfänger sowie Topfpflanzen, die einen Lebensraum für Milben bieten. Straßenkleidung sollte auf keinen Fall mit ins Schlafzimmer genommen werden. Außerdem sollten Sie sich vor dem Zubettgehen die Haare waschen. Zur Beruhigung und zum Abfangen der Pollenkörner aus der Atemluft kann Vaseline auf die Nasenschleimhaut aufgetragen werden.
Achtung bei rohem Obst oder Gemüse! Ausreichend Vitamine sind zwar wichtig zur Stärkung der Abwehrkräfte, allerdings neigen viele Pollenallergiker dazu, Kreuzallergien auf verwandte Nahrungsmittel zu entwickeln. Tipp: Gemüse kurz anbraten, Früchte mit Joghurt mischen.

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