Stadtmagazin Lünen: Dies und Das

»Liebe auf den ersten Blick!«

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Mein bester Freund

Sie sind anhänglich, verspielt, scheu, dickköpfig, fröhlich, gewitzt … – und immer treu an unserer Seite. Hunde gelten seit Urzeiten als bester Freund des Menschen. Aus diesem Grund haben wir den flauschigen Vierbeinern einen eigenen Fotowettbewerb gewidmet: Hundehalter wurden auf unserer Facebookseite aufgerufen, das schönste Bild ihrer Lieblinge zu posten. Unter über 60 süßen, lustigen und herzerwärmenden Fotos erhielt die Gahmenerin Maureen Tichawski mit ihrem Bild von der English Bulldog-/Weimaraner-Dame Sunny die meisten Likes. Wir trafen die 33-jährige Gewinnerin und ihren Mann Romuald zum Interview.

Können Sie Sunny mit ein paar Worten beschreiben?

»Sie ist total liebevoll und anhänglich. Dabei manchmal so still, dass man gar nicht merkt, dass sie überhaupt da ist. Oft ist sie einfach zufrieden damit, im Garten in der Sonne zu liegen.« (Beide schmunzeln) »Sie denkt, sie sei ein Schoßhund – aber sie wiegt mit ihren 30 Kilogramm natürlich etwas mehr.«

Wie kam die Hündin in Ihre Familie?

Romuald Tichawski: »Heute ist Sunny dreieinhalb, aber als wir sie zu uns geholt haben, war sie erst zehn Wochen alt und so klein wie ein Meerschweinchen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie ist mir förmlich in den Bart gekrabbelt.«
Maureen Tichawski: »Eigentlich wollten wir nur gucken. Aber dann hat sich der Hund meinen Mann ausgesucht. Inzwischen ist Sunny das siebte Kind unserer Patchworkfamilie.«

Dem Bild nach zu urteilen hat Sunny aber noch eine andere ›beste Freundin‹ – sie und die kleine Melody scheinen ein gutes Duo zu sein …

»Das funktioniert ganz toll. Melody füttert sie immer, und wir müssen aufpassen, dass sie sich das Essen nicht in den Mund steckt, nachdem der Hund abgebissen hat. Auch mit den anderen Kindern versteht sich Sunny gut, aber zwischen ihr und unserer Kleinsten besteht die engste Verbindung.«

Sie wohnen in einer sehr idyllischen Umgebung. Hier kann man bestimmt schön mit dem Hund spazieren gehen …

Romuald Tichawski: »Auf jeden Fall. Wir gehen raus und haben Felder und Wiesen vor uns.«
Maureen Tichawski: »Da flitzt sie gerne durch – am besten wenn das Feld schön matschig und frisch gedüngt ist.«



Der Zweite: Tyson

Eine Kämpfernatur

Platz zwei ging an Sebastian Verbnik mit Tyson. Sebastian Verbnik stellte uns seinen Hund mit den Worten vor, er habe »viele Rückschläge, aber auch viel Tolles« erlebt. Er verriet uns, wie der sechs Jahre alte spanische Terrier in seine Obhut kam und was ihn so besonders macht:

»Ich habe Tyson mit 1,5 Jahren aus einer spanischen Tierschutzorganisation nach Deutschland geholt. Er hatte vorher als Einzelgänger auf der Straße gelebt und einen entsprechenden Dickkopf. Er lernte jedoch schnell und hatte Spaß am Hundesport Agility, wo er in den letzten Jahren auch recht erfolgreich an Turnieren und Meisterschaften teilgenommen hat. Aktuell laufen wir zusammen die Qualifikationsturniere für die Deutsche Meisterschaft.

Vor rund vier Jahren gab es einen kritischen Punkt in Tysons Leben, als die Mittelmeerkrankheit Leishmaniose ausbrach. Leider wurde dies vom ersten Tierarzt nicht erkannt, er lag zwei Wochen in der Klinik und magerte von zehn auf fünf Kilo ab. Die Leishmaniose hatte seine inneren Organe angegriffen, und der Tierarzt verabreichte eine Kur mit dem teuersten und stärksten Mittel mit den Worten: ›Die Werte sind schlecht, dieses Medikament ist sehr stark, aber es ist seine einzige Chance, und mehr kaputt machen können wir nicht.‹ Und Tyson kämpfte weiter und das Mittel half, er konnte sich erholen und ein Vierteljahr später war er wieder der alte.

Der Sport schaffte schon eine enorme Bindung zum Hund, aber diese Situation umso mehr. Tyson weicht mir nicht von der Stelle, ich denke, er ist einfach dankbar, weil er weiß, dass er in Spanien auf der Straße nie überlebt hätte.«


Tyson beim Agility-Training