Stadtmagazin Lünen: Kunst und Kultur

Hereinspaziert!

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Die Künstlergruppe ›Offene Ateliers Lünen‹

Langsam öffnet sich die Tür. Auf der anderen Seite liegt eine fremde Welt. Es ist eine Welt aus leuchtenden Farben und abstrakten Formen. Hier Gebilde aus Holz, Stein und Glas. Dort menschenähnliche Gestalten, Skulpturen, Schriftzüge, geheimnisvolle Illuminationen. Hereinspaziert, meine Damen und Herren! Begleiten Sie uns über die Schwelle ins Reich der Kunst …

Vielseitiges Repertoire

»Unsere Gruppe besteht aus derzeit 27 Mitgliedern, deren Ansätze in der bildenden Kunst ganz unterschiedlich ausgerichtet sind: Das Repertoire reicht von der ­Malerei über Grafiken, Bildhauerei und Fotografie bis hin zu Video- und Lichtinstallationen«, beschreibt Heinz Brück, selbst Maler. Nicht alle 27 sind hauptberufliche Künstler, aber für alle ist die Kunst mehr als ein Hobby. »Wer bei uns mitmachen will, muss eine kleine Qualitätsprüfung über sich ergehen lassen«, so Peter Tournee (Malerei, Grafik und Objekt).
»Ein Regeljob als Brötchenverkäufer – das wäre nichts«
Er gehört zu den wenigen, die das Privileg genießen, ihre Kunst als Broterwerb betreiben zu können. Wobei – so einfach, wie das klingt, ist es nun auch wieder nicht. »Man kann schlecht in die Zukunft planen und muss zwischendurch immer mal andere Aufgaben wahrnehmen. Aber alles, was ich mache, hat im weitesten Sinne mit der Kunst zu tun, etwa freie Dozententätigkeiten beim Kulturreferat Bergkamen oder in der ›Sommerakademie‹. Ein Regeljob als Brötchenverkäufer – das wäre nichts für mich.«

Aktionstag ›Offene Ateliers›

Im Oktober 2009 öffneten die Lüner Ateliers erstmals ihre Pforten für die Öffentlichkeit. Anlässlich der ›Local Heroes Woche‹ im Kulturhauptstadtjahr 2010 wurde das verkehrstechnisch mit Shuttlebussen und Fahrradtouren organisierte Event erfolgreich wiederholt. Inzwischen wird der Aktionstag in zweijährlichem Rhythmus durchgeführt. »Aber auch unabhängig davon kann sich jeder Interessierte bei uns melden und einen Blick hinter die Kulissen werfen«, so der Maler Dr. Bernhard Meyer.

675 Jahre, 675 Fotos

Ein weiterer wichtiger Termin im Kalender der Künstlergruppe ›Offene Ateliers Lünen‹ ist die Jahresausstellung, die noch bis zum 8. Januar in der Stadtgalerie zu sehen ist. In diesem Jahr verbindet sie sich mit der Jubiläumsaktion ›Mein K(B)lick auf Lünen‹, bei der 675 Fotos von Lüner Bürgern im Mittelpunkt stehen. »Dazu haben wir bereits im Vorfeld 30 Einmalkameras an Gruppen und Privatpersonen verteilt«, berichten Heinz Brück und Sigrid Geerlings-Schake (Malerin). »Die Idee war, dass jeder Teilnehmer die gleichen Voraussetzungen haben sollte. Es ging uns nicht um Profifotos, sondern um Abbilder der Eindrücke verschiedenster Menschen unserer Stadt: von Schülern über Vereinsmitglieder bis hin zu Flüchtlingen.«

Von der Kirche bis zum Schminktisch

So rückten ganz unterschiedliche Motive in den Fokus: Für einen katholischen Flüchtling etwa waren die Lüner Kirchen besonders faszinierend, der Umweltverein konzentrierte sich auf den Lippedamm mit seinen angrenzenden Grünflächen, ein junges Mädchen knipste ihr Zimmer mit Schminktisch und Familienhund. Nichts wurde aussortiert. »Selbst das versehentlich beim Radfahren entstandene Bild eines Fahrradlenkers ist für uns aufgrund der außergewöhnlichen Perspektive interessant«, so Sabine Klemp (Bilder und Skulpturen).

Bis zum 8. Januar

Am zweiten Advent wurde im Hansesaal parallel zur traditionellen Eröffnung der Jahresausstellung ein Labyrinth aus 148 Kartons errichtet und mit den Fotos bestückt. Zeitgleich schufen 13 Künstler im Foyer aus ausgewählten Bildern neue kreative Werke. Schon am Folgetag mussten die Installationen wieder abgebaut werden, doch die Kartons und die erarbeiteten Exponate werden noch bis zum Ausstellungsende am 8. Januar in leerstehenden Räumlichkeiten in der ganzen Stadt gezeigt.

Terminvorschau: Voraussichtlich im Mai 2017 werden die Lüner Ateliers wieder geöffnet.

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