Stadtmagazin Lünen: Ratgeber

Resteessen

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Schluss mit der Verschwendung!

Welker Salat, schrumpelige Kartoffeln oder braune Bananen, die Reste vom Mittagessen oder der Joghurt aus dem Kühlschrank, bei dem das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wurde: Lebensmittel wegzuwerfen, die eigentlich noch genießbar sind, ist gängige Praxis in vielen Haushalten.

Millionen Tonnen Lebensmittel landen im Müll

Laut einer durch das Bundesministerium für Ernährung und Wirtschaft geförderten Studie von 2012 entsorgt jeder Einzelne von uns pro Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm vermeintlichen Abfall – was einem Gegenwert von rund 235 Euro pro Person entspricht! In ganz Deutschland kommt so ein jährlicher Berg von Millionen Tonnen zustande. Gleichzeitig hungern nach Angaben der Welthungerhilfe auf der ganzen Erde täglich 795 Millionen Menschen. Natürlich könnte man einwenden, dass kein Kind in Afrika satt wird, wenn wir zu Hause unseren Teller leer essen, statt die Reste der letzten Mahlzeit in die Tonne zu kippen. Indirekt trägt unser verschwenderisches Verhalten aber durchaus zur Warenverknappung und Preissteigerung bei.

1.000 Liter Wasser stecken in einem Brot

Für die meisten von uns sind Nahrungsmittel immer und überall verfügbar. Aber die wenigsten wissen, woher die Produkte eigentlich kommen, wie viel Arbeit in ihnen steckt und welche Ressourcen für die Herstellung und den Transport benötigt wurden. Beispielsweise landen mit jedem Kilogramm Brot auch 1.000 Liter Wasser im Müll. Zudem verschwenden wir wertvolle Energie, was wiederum den Klimawandel verschärft, welcher in Zukunft die globalen Ernteerträge schmälern dürfte.

Ist der Joghurt noch genießbar?

Die wenigsten Lebensmittel, die auf der Müllkippe enden, sind tatsächlich verdorben. Oft entsorgen wir sie allein deshalb, weil sie unseren Ansprüchen nicht mehr genügen. Das betrifft vor allem Brot, Obst und Gemüse. Auch scheinbar abgelaufene Milchprodukte landen oft vorzeitig in der Tonne. Dabei können viele Speisen noch Wochen oder Monate nach Verstreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums mit gutem Gewissen verzehrt werden. Wir sollten lernen, uns wieder mehr auf unsere Sinne zu verlassen: Wenn der Joghurt gut aussieht und riecht, schmeckt er in der Regel auch noch gut. Für trockenes Brot gibt es tolle Rezepte. Und auch Früchte mit kleinen Druckstellen müssen nicht zwangsläufig aussortiert werden. Sie lassen sich zu leckeren Smoothies verarbeiten oder in ein Dessert integrieren.

Bewusst einkaufen

Schauplatz Supermarkt: Hier sind unzählige Menschen unterwegs, die gar nicht wissen, was sie wirklich brauchen. Sie greifen spontan zu dem, was sie am meisten anspricht, oder lassen sich durch verführerische Rabattaktionen und Familienangebote dazu verlocken, Speisen in unsinnigen Mengen zu erwerben. Marktforscher schätzen, dass sich ein Großteil der Wertvernichtung durch bewusstes Einkaufen vermeiden ließe. Jede Besorgung sollte daher schon zu Hause beginnen, ganz altmodisch mit einem Einkaufszettel. Wichtig: Gehen Sie niemals hungrig oder gestresst einkaufen!

Aufbewahrungstipps

Viele Lebensmittel wären länger haltbar, wenn man sie nur richtig lagern würde. Im Kampf gegen Motten, Schimmel und Austrocknung leisten Brotboxen, getrennte Obstschalen, Frischhaltefolie und gut verschließbare Tupperdosen hervorragende Dienste. Tipp: Platzieren Sie angebrochene Waren vorne im Schrank. So behalten Sie den Überblick über Ihre Vorräte. Leicht Verderbliches wie Fleisch und Fisch wird am besten im unteren, hinteren Bereich des Kühlschranks aufbewahrt, denn hier ist es am kühlsten. Überbleibsel des Mittagessens können portionsweise eingefroren werden. Und noch ein Rat für den Frühstückstisch: Schmutzige Messer haben in der Erdbeermarmelade nichts zu suchen. Nutzen Sie lieber einen sauberen Marmeladenlöffel.

Aufbewahrungstipp: Platzieren Sie angebrochene Waren vorne im Schrank. So behalten Sie den Überblick über Ihre Vorräte. (© Foto: Pixabay)

Rezepte

Brotsalat (zwei Personen)

400 g altes Brot oder Brötchen
400 g schrumpelige Tomaten
Diverser Salat
Frische Kräuter (zum Beispiel Basilikum, Petersilie, Schnittlauch)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Zitrone
1 Stück herzhafter Käse (Feta oder Parmesan)
150 ml Olivenöl
Salz, Pfeffer
Den Salat waschen und grob zupfen. Kräuter fein schneiden. Das alte Brot und die Tomaten grob stückeln. Zwiebeln und den Knoblauch fein würfeln. Käse hobeln oder stückeln.

Das Brot mit den Zwiebeln und dem Knoblauch in Olivenöl goldbraun braten. Die Tomaten dazugeben und kurz mitschwitzen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Pfanneninhalt in einer Schüssel mit dem Salat, den Kräutern und dem Käse mischen. Mit Zitronensaft beträufeln. Gut durchmengen. Fertig!

Arme Ritter

8 dicke Scheiben Kastenweißbrot, Toastbrot oder Baguette
300 ml kalte Milch
2 Eier
2 EL Puderzucker
1 Pck. Vanillezucker
1 Prise Salz
Butter zum Ausbacken
Zimt und Zucker zum Bestreuen

Kalte Milch, Eier, Zucker und Salz in einer Schüssel klumpenfrei rühren. Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen.
Jeweils eine Brotscheibe auf beiden Seiten in die Eiermilch eintunken, dabei ruhig etwas Flüssigkeit einziehen lassen. Die Scheibe sofort in das heiße Fett legen und auf beiden Seiten knusprig hellbraun ausbacken. Mit Zucker und Zimt bestreuen.

Wissenswert: Im 30-jährigen Krieg waren Arme Ritter ein Notessen, mit dem sich auch der verarmte Adel zufriedengeben musste. Das älteste deutschsprachige Rezept stammt aus dem 14. Jahrhundert. In einem deutschen Kochbuch werden sie 1691 ›Gueldene Schnitten‹ genannt.

Bunte Restepfanne (zwei Personen)

2 Portionen gekochte Nudeln vom Vortag
(alternativ: Kartoffeln oder Reis)
Wurst
Käse
1 Zwiebel
Gemüse, falls vorhanden (zum Beispiel Zucchini, Paprika)
2 Eier
Fett zum Braten
Salz, Pfeffer, Paprikagewürz

Zwiebel schälen, stückeln und in der Pfanne glasig dünsten. Wurst und Gemüse würfeln und ebenfalls anbraten. Nudeln dazugeben und kurz unter Rühren mitbraten. Alles mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Zum Schluss das Ei und den Käse darübergeben.

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