Stadtmagazin Lünen: Dies und Das

»Der Garten ist meine Seele«

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Hier duftet es frisch und zitronig, dort liegt ein schweres, süßes Aroma in der Luft, dann wieder erschnuppern wir einen Hauch von orientalischen Gewürzen: Der Spaziergang durch ›Brigittes Cottage-Garten‹ ist ein Fest für die Sinne. Das finden auch die unzähligen Bienen, Hummeln und Libellen, die zufrieden von Blüte zu Blüte schwirren und sich an köstlichen Pollen laben.

»Der englische Cottage-Stil ist keineswegs so geradlinig, wie gemeinhin angenommen«, erklärt Brigitte Ruhnau. »Ich lasse der Natur ihren Raum und wähle daher gezielt Pflanzen, die Nahrung und Unterschlupf für Tiere und Insekten bieten – da darf auch mal eine Laus über ein Blatt krabbeln oder eine Treppe bewachsen.« So hat sich die Lünerin im Laufe der Jahre ein kleines Paradies auf Erden geschaffen. Das liegt gleich hinter dem Wohnhaus, einer schmucken Jugendstilvilla von 1907 an der Brechtener Straße.

Im Sommer erfreuen 300 Rosen das Auge mit ihrer knallbunten Blütenpracht, dazu kommt eine Vielzahl von herrlichen Stauden und Gehölzen. Knorrige alte Obstbäume, romantische Kletterrosen und naturnahe Teiche verleihen dem 1.000 Quadratmeter großen Gelände einen verwunschenen Charakter. Zwei Pavillons und verschiedene versteckte Sitzplätze laden zum Träumen und Verweilen ein. »Ob Geranium oder Taglilien, Allium, Blaue Hortensien oder Clematis – bei mir blüht und grünt es das ganze Jahr über«, schwärmt die Besitzerin, die viele Stauden sowie ein- und zweijährige Blumen selbst im Gewächshaus heranzieht.

»Als mein Mann und ich 1975 hierherzogen, war das Haus abbruchreif und das Grundstück verwildert. Wir haben alles selbst bepflanzt.« Kaum zu glauben, dass die engagierte Hobbygärtnerin noch bis zum letzten Jahr Vollzeit im Büro gearbeitet hat. »Nach Feierabend draußen loszulegen, das hat was von Yoga«, schmunzelt Brigitte Ruhnau. »Man kriecht auf Knien durch die Erde, ganz für sich. Das ist mehr als eine Leidenschaft, es ist eine ›Beklopptheit‹, die ich gerne pflege.« Ideen sammelt sie auf ihren zahlreichen Gartenreisen durch England, Holland, Frankreich und Italien. »Inspiration, ja, aber keine Nachahmung. Der Garten ist meine Seele, mein Lebenselixier. Er wächst aus mir selbst heraus.«

Tipp: Als Teilnehmerin der ›Offenen Gartenpforte‹ öffnet Brigitte Ruhnau ihren Cottage-Garten regelmäßig für Gäste. Gegen eine Spende an die Waldschule Cappenberg kann der Besuch mit einem original englischen ›Cream Tea‹ (Tee und Scones) verbunden werden.

Brigitte Ruhnau
Besichtigung des Gartens nach Vereinbarung
(Kontakt bitte beim Verlag erfragen: info [at] stadtmag.de)

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