Stadtmagazin Lünen: Wir bauen ein Haus

Hoch soll sie leben!

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100 Jahre Christuskirche Horstmar

Vor 100 Jahren waren es die Leute gewohnt, zu Fuß zu gehen. Den Luxus motorisierter Transportmittel kannte man damals eben noch nicht. Doch die acht Kilometer lange Strecke zur Pfarrkirche nach Kirchderne hatte es für die evangelischen Christen in Horstmar und Beckinghausen trotzdem in sich. Ältere Gemeindemitglieder konnten den beschwerlichen Marsch kaum bewältigen. Groß war daher die Freude über den Bau der evangelischen Christuskirche. Im Juli feiert das imposante Gotteshaus an der Preußenstraße seinen 100. Geburtstag.

Über 500 Gäste kamen zum ersten Gottesdienst
»Seit 1908 wirkte in Horstmar zwar bereits ein eigener Pfarrer, der damalige Hilfsprediger Hugo Werner, und es gab auch schon einen Friedhof und einen Betsaal in der heutigen Ludwig-Uhland-Realschule, aber der Bedarf nach einer eigenen Kirche wurde stetig größer«, weiß Pfarrerin Andrea Ohm. Immer mehr Menschen folgten dem Ruf der Zeche Preußen II und siedelten sich in Horstmar an. 1909 erwarb die Gemeinde bislang landwirtschaftlich genutzte Grundstücke in einer Gesamtgröße von 5.635 Quadratmetern. Hier wurde am 8. April 1912 der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Nur 15 Monate später war es so weit. Über 500 Gäste strömten zum Einweihungsgottesdienst am 6. Juli 1913. Bis 1961 gehörte der Bezirk Horstmar-Beckinghausen zwar noch zur evangelischen Kirchengemeinde Derne, doch nun besaßen die Menschen ein eigenes Haus, in dem sie ihre Messen feiern konnten, und mussten nicht mehr den weiten Weg durch die Felder antreten.

Dem Schicksal getrotzt
Es ist ein kleines Wunder und nicht zuletzt dem unermüdlichen Einsatz der Gemeindemitglieder sowie einer Stiftung und zahlreichen Spendenaktionen zu verdanken, dass die Christuskirche allen Widrigkeiten des Schicksals zum Trotz die letzten 100 Jahre überdauert hat. Ob im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs oder durch Bergschäden, immer wieder kam der Bau zu Schaden, wurden Renovierungen notwendig. Seit den 80ern steht das architektonische Juwel an der Preußenstraße unter Denkmalschutz.

Neu: Barrierefreie Erschließung
Brandaktuell ist die barrierefreie Erschließung mit neuer Treppenanlage, welche nach einem Entwurf des Architekten Ludger Sunder-Plassmann aus der Vorhalle der Zechenkirche entwickelt wurde. Das gewählte Material – einheimischer Ruhrsandstein – fügt sich harmonisch in die historische Architektur. Bei Nacht verstärkt ein modernes Lichtkonzept die Verbindung von Innen- und Außenraum und macht die monumentale Wirkung des Gebäudes erlebbar. Zum ›Tag der Architektur‹ soll das Ergebnis vorgestellt und die Kirche für Besichtigungen geöffnet werden.

Buntes Geburtstagsprogramm
Darüber hinaus dürfen sich Gäste anlässlich des runden Geburtstags auf ein spannendes Veranstaltungsprogramm freuen. Das Festwochenende zum Kirchjubiläum startet am 5. Juli um 19.13 Uhr mit einem bunten Gala-Abend. »Abwechslungsreich, amüsant und gespickt mit musikalischen Highlights wird die 100-jährige Geschichte unserer Kirche Würdigung finden«, verrät Andrea Ohm. Am 6. Juli lädt die Gemeinde zum großen Familienfest mit Musik und Tanz, Kirchenrallye, Bastelaktionen, Spielmobil, Hüpfburg, Orgelmärchen und vielem mehr.

Termine in der Christuskirche auf einen Blick
29./30.06.2013, 8–18 Uhr
Tag der Architektur
05.07.2013, 19.13 Uhr
Bunter Gala-Abend
06.07.2013, 12–18 Uhr
Familienfest
07.07.2013, 10.30 Uhr
Jubiläumsgottesdienst

www.gemeinde-preussen.de

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