Stadtmagazin Lünen: Kirche aktuell

›Wir kommen daher aus dem Morgenland‹

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Die Sternsinger von St. Marien

Egal, ob es regnet, stürmt oder schneit: Am Wochenende rund um den Dreikönigstag werden im Gemeindegebiet St. Marien wieder Hunderte Kinder in der Nachbarschaft ausschwärmen, um Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln. »Anstrengend ist es schon«, verrät die neunjährige Ruth Kirschbaum, bei den Sternsingern schon ein ›alter Hase‹, schließlich marschiert die Kleine bereits seit sechs (!) Jahren regelmäßig für die Teilgemeinde St. Norbert mit. »Wir sind dann immer den ganzen Tag auf den Beinen und manchmal wird man klitschnass. Aber es macht mir Spaß, mit meinen Freunden etwas für Kinder in Not zu unternehmen!«

Den Brauch des Sternsingens gab es übrigens schon im Mittelalter. Noch bis ins 20. Jahrhundert zogen meist arme Kinder von Haus zu Haus und sammelten für sich und ihre Familien. Seit 1958 werden Sternsingaktionen zentral durch das katholische Kindermissionswerk gesteuert. Rund 500.000 Teilnehmer gehen  jährlich bei der größten Hilfsaktion von Kindern für Kinder auf die Straße. Gesammelt wird traditionell für die Entwicklungshilfe in der dritten Welt. »Aktuell sind rund 2.900 Projekte beim Kindermissionswerk registriert«, weiß Pastoralreferent Andreas Dahlmann, als Kind selbst im Dienst der guten Sache unterwegs. »Wir werden wie schon in der Vergangenheit wieder unsere Partnergemeinden in Indien, Albanien und Sambia unterstützen.«

Bevor es losgehen kann, werden die Sternsinger aber erst einmal auf ihren Marsch vorbereitet. Das bundesweite ›Beispielland‹ ist in diesem Jahr Tansania. »Wir werden darüber sprechen, wie die Menschen dort leben oder welche gesundheitspolitischen Ziele die UN bis 2015 erreichen will. So wird nebenbei etwas über Politik gelernt.« Die Situation in den Nachbargemeinden ist natürlich ebenfalls Thema. »Außerdem werden bei der Gelegenheit die Kronen gebastelt, Gewänder anprobiert und ganz praktische Fragen geklärt, wie z. B. wo es am Aktionstag Mittagessen gibt.«

In Einzugsbereich von St. Norbert ist es am 5. Januar so weit. Als Weise aus dem Morgenland verkleidet ziehen die Kinder durch die Gassen, klopfen an Türen, singen ihr Lied (›Wir kommen daher aus dem Morgenland …‹) und schreiben mit Kreide den Segen an die Tür der freigiebigen Bewohner. Anders als in St. Norbert, wo nach Möglichkeit jedes Haus besucht wird, werden in der Innenstadt aus organisatorischen Gründen nur angemeldete Haushalte angesteuert. Bei einigen Gruppen – die jüngsten Sternsinger haben gerade einmal das Kindergartenalter erreicht – sind Begleitperson dabei.

»Natürlich kommt es vor, dass Leute gar nicht erst aufmachen«, erzählt Ruth. »Aber die meisten sind nett und spenden etwas!« Sie strahlt: »Oft gibt’s auch Süßigkeiten dazu, und zwar so viele, dass wir gar nicht alles essen können und die Hälfte an die Tafel oder das Kinderheim abgeben. Manchmal, wenn das Wetter besonders schlecht ist, werden wir auch zum Kakao eingeladen. Aber meist haben wir dafür gar keine Zeit, weil wir noch so viele Kilometer schaffen müssen.«

Oft sind die fleißigen Sammler bis zum Einbruch der Dunkelheit im Einsatz. Am Ende des Tages wird dann noch das Geld ausgezählt. »Natürlich wollen alle Kinder wissen, was sie ›verdient‹ haben«, lächelt Andreas Dahlmann. »In den letzten Jahren haben sich unsere Aktionen immer richtig gelohnt. Besonders spendabel waren die Anwohner im Tsunami-Jahr, da wurden 15.000 Euro gesammelt. Aber auch in ›normalen‹ Jahren kommen wir auf 7000 bis 9000 Euro.« Ruth Kirschbaum freut sich schon auf den 5. Januar. Wir wünschen ihr und ihren Mitstreitern gutes Wetter!

Wer will mitmachen und ein Sternsinger werden?
Die St. Marien Gemeinde sucht noch engagierte Kinder.
Anmeldungen bei Andreas Dahlmann
Weitere Infos: www.st-marien-luenen.de

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