Stadtmagazin Castrop-Rauxel: In der Stadt

Wo die Magnolie blüht!

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Frühlingsspaziergang durch die Kleingartenanlage Deininghausen

Das leise Rattern eines Rasenmähers, der Duft nach frischen Kräutern und feuchter Erde, Nachbarn, die sich über den Maschendrahtzaun hinweg unterhalten, die Harke noch in der Hand, und ja, auch einige blank geputzte Gartenzwerge, die zwischen bunten Blumenknospen drollig hervorlugen: In der Kleingartenanlage Deininghausen ist der Frühling erwacht!

»Nach dem langen Winter blüht und grünt es vielleicht noch nicht so wie gewohnt, doch bis Forsythien und Magnolien, Kirsch- und Apfelbäume ihre volle Pracht entfalten, ist es jetzt nur noch eine Frage der Zeit«, so Gartenwart Joachim Barth. Das wissen auch die Mieter der 70 Parzellen, viele von ihnen nutzen den ersten schönen Tag des Jahres, um ihre Lauben und Beete auf Vordermann zu bringen. Und wir lassen uns die Gelegenheit auf einen Frühlingsspaziergang nicht entgehen!

»Eigentlich müssen zwei Drittel der 380 bis 460 Quadratmeter großen Grundstücke für den Obst- und Gemüseanbau genutzt werden. Allerdings wird diese Regelung nicht immer eingehalten: Wir haben einige langjährige Mitglieder, die aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzer treten müssen, aber ihre Gärten trotzdem behalten wollen. Dann drücken wir natürlich ein Auge zu.«
Einer, dem das emsige Treiben im Grünen nach wie vor große Freue bereitet, ist Werner Barthoff, Vorsitzender und Mitbegründer des Kleingartenvereins Deininghausen e. V. »In der Erde buddeln, dabei grillen und ein Bierchen trinken, das ist für mich der schönste Zeitvertreib und ein wichtiger Ausgleich zum Alltag!« Er erinnert sich noch gut an die Anfänge: »Zu Beginn der 80er-Jahre hatte die Stadt überraschend eine Ackerfläche an der Nierholzstraße zur Verfügung gestellt. Zur Aufwertung des Ortsteils sollte eine grüne Lunge geschaffen werden. Da sich meine Frau seit langem ein eigenes Gärtchen wünschte, haben wie uns sofort für das Projekt engagiert.«

Vom 1. Spatenstich im November 1983 bis zur Einweihung im Juli 1986 mussten die Kleingärtner aber noch viel Schweiß und Herzblut in die Anlage stecken: Sie zogen den Außenzaun und legten die Versorgungsleitungen für Strom und Wasser sowie zusätzliche Drainageleitungen. »Inzwischen kommen die Pächter nicht mehr nur aus Deininghausen, sondern auch aus Dortmund und Umgebung, weshalb der Zusammenhalt nicht mehr ganz so stark ist wie früher, als alle an einem Strang ziehen mussten. Aber im Großen und Ganzen sind wir eine nette Gemeinschaft!«

Ähnlich sehen es auch Anita und Udo Rattey, seit 1992 Mitglied im KGV. »Früher in Deninghausen hatten wir keinen Balkon, da bin ich immer sehnsüchtig hier spazieren gegangen – es war Liebe auf den ersten Blick«, verrät Anita Rattey. »Der Aufenthalt an der frischen Luft, selbst die Gartenarbeit ist für mich Erholung pur. Inzwischen wohnen wir in Dortmund, doch unseren Garten hegen und pflegen wir nach wie vor.«

Den Lohn ernten die Kleingärtner jeden Sommer in Form von reichlich Obst und Gemüse aus eigenem Anbau. »Da weiß man, was man hat und dass keine Chemie dran ist«, erklärt Joachim Barth und lächelt: »Wenn Freunde unseren Salat oder unsere Tomaten probieren, dann hören wir regelmäßig: ›Oh, das schmeckt aber gut!‹

Ihr ökologisches Bewusstsein demonstrieren die engagierten Gartenfreunde mit einem Bienenhaus, das derzeit renoviert wird und zwei Bienenvölker beherbergt. Im Herzen des grünen Areals befindet sich ein Insektenhotel für Wildbienen und andere Nützlinge. Außerdem wurden ein großer Todholzhaufen und eine Trockenmauer angelegt. Hier finden Igel und Vögel, Käfer und Salamander einen sicheren Unterschlupf.

Veranstaltungstipp: Sommerfest im KGV Deininghausen: 5.-7.Juli

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