Stadtmagazin Castrop-Rauxel: In der Stadt

Die Rückkehr der Becklemer Fellhosen

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›Wenn Katze und Maus sich einigen, hat der Bauer keine Chance‹ (Sprichwort)

Der Tatort: ein verschlafenes Nest namens Becklem. Die Protagonisten: Toulouse von Olfen, Freigeist und Bandenchef. Egbert auf der Flur, verwöhnter Unternehmersohn mit homoerotischen Neigungen. Otto Becklem, begeisterter Kreuzworträtsellöser. Der dicke Willi mit der Augenklappe. Die doofe Lotte, die an einer Identitätskrise leidet. Und schließlich: Cashy und Travis, Toulouses Nachfolger bei den Becklemer Fellhosen.

»Katzen sind echte Persönlichkeiten, ganz wie wir Menschen«, lächelt Sigrid Karsten, Katzenmami und Erfinderin der Becklemer Fellhosen. »Und sie sprechen mit uns! Man muss ihnen nur aufmerksam zuhören …« Vor fünf Jahren erschien ihr Roman rund um Bauernhofkater Toulouse und seine liebenswerte Katzengang. Kein Kinder- oder Jugendbuch, sondern eines für Freunde der Samtpfoten, wie die Autorin ausdrücklich hervorhebt. »Meine Geschichte ist humorvoll, spannend und nachdenklich – wenn Sie Katzen mögen. Anscheinend gibt es auf der Welt genügend Leser, bei denen das der Fall ist!«

Alles begann in einer klaren, warmen Mainacht in einem Pferdestall in Olfen, wo eine große weiße Katze in den Wehen lag. »Sie ahnte ja nicht, was der Menschenwelt mit einem ihrer neuesten Jungen bevorstand.« Denn Toulouse, der kleine rostrote Bauernhofkater mit den großen Ohren, wurde ein echter ›Lausejunge‹, im Roman wie auch im echten Leben. »Ja, es gab ihn wirklich und er hat mich immer wieder inspiriert!« Im Jahr 2004 – damals lebte die Familie noch in Recklinghausen – wurde der kleine Bauernhofkater von Tochter Christina adoptiert. »Wir nannten ihn Toulouse, nach dem malenden Kater aus Aristocats.« Als die Familie ein halbes Jahr später nach Becklem zog, kam Toulouse mit. »Bauernhofkater sind eigenwillige Tiere und dieser hatte nur Flausen im Kopf: Er hat den Weihnachtsbaum auseinandergenommen, das Geschirr in der Küche zerdeppert, sich selbst in der Dusche eingesperrt und die ganze Nachbarschaft mit seinen Streichen verunsichert – ich könnte das ganze Buch nacherzählen!«

Zunächst verfasste Sigrid Karsten, die neben ihrer Tätigkeit als gelernte Personalkauffrau und diplomierte IHK-Sekretärin schon immer gerne geschrieben hatte, ein ›Katertagebuch‹. »Es kamen so viele witzige Ereignisse zusammen, dass meine Mutter mich auf die Idee brachte, daraus einen Roman zu machen.« Also änderte sie die Namen der menschlichen Darsteller und erfand noch einige tierische Charaktere hinzu – geboren waren die ›Becklemer Fellhosen‹! Witzige, fantasievolle Abenteuer aus der Katzenwelt auf 130 Seiten – nicht nur eine Herzensangelegenheit der Autorin, sondern auch ein Familienprojekt. Tochter Christina entwarf die Homepage, Ehemann Harry zeichnete die Bilder. Seit 2006 ist das Buch in zwei Auflagen erschienen. Und Sigrid Karsten arbeitet schon an einer Fortsetzung.

»In den ›Becklemer Fellhosen Teil II; Cashy und Travis‹ gerät die Fellhosenwelt durch Differenzen zwischen den verschiedenen Tierrassen ins Wanken«, verrät die Schriftstellerin, die sich auch jenseits der Schreibstube für Integration einsetzt, zum Beispiel durch den Aufbau einer mehrsprachigen Kinder- und Jugendbibliothek. »Immer mehr Menschen ziehen nach Becklem und natürlich bringen diese Menschen Tiere mit. Irgendwann fangen einige Vierbeiner an, sich gegenseitig zu bekämpfen. Dann beschließen die Katzeneltern, einen interkulturellen ›Tatzenkindergarten‹ zu gründen …«

Im Mittelpunkt des bunten Plädoyers für mehr Miteinander stehen Katze Cashy und Kater Travis, die vor fünf Jahren in die Familie kamen – im Roman wie auch im echten Leben.

»In diesem Jahr – mein erster Roman war noch nicht ganz fertig – hatte sich unser Toulouse auf Nimmerwiedersehen aus dem Staub gemacht«, erinnert sich Sigrid Karsten wehmütig. »Aber so sind sie, die Bauernhofkater.« Sie schmunzelt: »Wer weiß, welche Nachbarschaft er heute unsicher macht.«

http://fellhosen.becklem.net/
Buchbestellungen über die Homepage möglich!

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