Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Lehren und Lernen

Romantik, Wissen und Gruselfieber

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Schülerbücherei am ASG

Sophie schwärmt für Krimis und romantische Fantasiegeschichten wie die Biss-Romane. Freundin Lisa ist ein totaler Gruselfan: Am liebsten schmökert sie in den schaurig-schönen Büchern der ›Gänsehaut‹-Reihe. Alle Mädchen lieben die raffinierten ›Dreh-Bücher‹, die eine Story aus zwei Perspektiven erzählen. Und die Jungs? Gregs Tagebuch, ein witziger Comicroman, gehört zu Felix’ und Gian-Lucas Favoriten. Und natürlich die coolen Geschichten der Skulduggery-Pleasant-Saga um ein lebendes Skelett. Das lesen übrigens auch die Mädchen ganz gerne. Ebenso wie Harry Potter – den gibt es in der Schülerbücherei sogar in Englisch. Und die Klassiker, allen voran Miss Marple. Und Bücher mit optischen Täuschungen. Und, und, und …

Die zwölf Mädchen und zwei Jungen, die regelmäßig in der zweiten großen Pause ›Büchereidienst‹ schieben, reden vor Begeisterung wild durcheinander. Man erkennt auf einen Blick: Hier ist keiner dabei, weil er ›muss‹. Helfen ist Ehrensache und nun will jeder seine Lieblingsbücher vorstellen. Das dauert – die Schülerbücherei des Adalbert Stifter Gymnasiums ist nämlich ein wahres Schlaraffenland für Leseratten. In den Räumlichkeiten auf der ersten Etage des ehemaligen Direktorenhauses befindet sich, neben gemütlichen Sitzmöglichkeiten, auch ein gut sortiertes Sortiment an Lesestoff zum Reinschnuppern und Ausleihen. Angeboten werden vor allem Jugendromane für die Stufen 6 bis 8, aber auch viele Sachbücher zur Unterstützung des Unterrichts, z. B. aus den Reihen ›Was ist Was?‹ oder ›Sehen, Staunen, Wissen‹. Dazu einige Hörbücher, Biografien und Handapparate für die Oberstufenschüler. Es gibt eine ›Coole Mädchen-Ecke‹ und einen ›Boy’s Corner‹ – »wir werfen gerne aber auch mal einen Blick in die Jungs-Ecke«, verrät eine Schülerin schelmisch grinsend.

»Es geht uns nicht um Masse, sondern um Aktualität, weshalb wir uns beim Kauf neuer Bücher an den Wünschen und Tipps der Schüler orientieren«, erklärt Frau Schwarz, die die Bibliothek gemeinsam mit ihrer Kollegin Frau Klötzsch leitet. »Einen 50 Jahre alten Wälzer will doch keiner lesen …« Letzteres stimmt allerdings nicht ganz: Gerade hat eine Gruppe Mädchen mit Hilfe einer Lehrerin Texte in alter Schrift übersetzt. »Obwohl es heute durch das Internet zahlreiche Alternativen gibt, haben die Kinder nach wie vor Lust am Lesen! Wir wollen dieses Vergnügen fördern, zum Beispiel durch unsere Teilnahme am deutschlandweiten Vorlesewettbewerb der 6. Klassen, aber auch, indem wir den Schülern die Möglichkeit bieten, es sich in unserer Bibliothek so richtig gemütlich zu machen, in eine Geschichte einzutauchen und neue Lebenswelten kennenzulernen. So wird auch die Fantasie angeregt!«
Und das nicht zu knapp: Die Freundinnen Sophie und Lisa haben bereits erste Gehversuche als Nachwuchsautorinnen unternommen. »Mein Buch handelt von einem Mädchen, das mit den Eltern nach München zieht«, strahlt Lisa. Über 26 Kapitel hat sie bereits verfasst – auf dem Computer. »Wenn man immer schreibt, dann hat man irgendwann keine Lust mehr, alles mit der Hand zu notieren.«

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