Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Menschen

Promi-Interview im Doppelpack

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Man muss sich im Wettlauf der Witzgestalten schon was einfallen lassen, um sich von der Masse abzuheben. Optisch gelingt das Carmela de Feo ja schon mal hervorragend: Ihr Alter Ego ›La Signora‹ hat mit schwarzem Haarhäubchen und biederem Fräulein-Rottenmeier-Gouvernanten-Graufrack einen 1a-Wiedererkennungswert. Auch was die Instrumentenwahl betrifft, ist die Akkordeonistin auffallend konkurrenzfrei. Und wenn die ›Schwarze Witwe der Volksbelustigung‹ verkündet »man nennt mich La Signora und ich bin eine Frau«, ist eigentlich alles gesagt. Oder vielleicht doch nicht? Wir baten beide – La Signora und Carmela de Feo – um ein Promi-Interview. Und letztlich sind wir uns hinterher immer noch nicht ganz sicher: Wer ist jetzt die Kunstfigur, wer die Künstlerin? Wer hat das Sagen, wer gibt den Ton an? Eines steht auf jeden Fall fest: Faszinierend sind sie beide!

Name:
Carmela De Feo / La Signora

Alter:
44 / Ich bin sehr fit!

Schule/Studium/Beruf:
Musikstudium Hauptfach Akkordeon, Akkordeonistin/Alleinunterhalterin
Dat Leben ist die beste Schule, die du kriegen kannz! Glaub ma’!

Haarfarbe/Augenfarbe/Größe:
Braun, grün-braun, 156 Zentimeter
Haarfarbe ist echt. Augen, würde ich sagen, katzenstreugrau. Wahre Größe ist nicht in Zentimetern zu messen!

Familienstand / Kinder / privates Foto:
Ja, ich habe eine Familie – im echten Leben bin ich nicht allein, und ich wohne auch nicht in einer heruntergekommenen Behausung wie die Figur La Signora (nachzulesen in dem Buch ›Aus dem Leben eines Showgirls‹), aber das ist eben privat und gehört nicht in die Öffentlichkeit. Schließlich geht es ja um meine Arbeit.
Ich bin noch Zingle, denn bis gerade lebte ich ganz nach dem Motto meiner italienischen Omma, die mal zu mir sagte: »Die Liebe ist wie ’ne Einbauküche, nach ein paar Jahren schämste dich dafür!« / Ich habe bis jetzt noch nix gespürt. Also denke ich, hab noch keinen Braten inner Röhre. Ansonsten seid ihr die Ersten, die ich dann anrufen werde. Versprochen!

Beruf (berufliches Ziel):
Habe ich erreicht!
Ich will nach oben! Ganz oben! Zur Info: Ich bin schwindelfrei!

Hobby:
Ich muss gestehen, ich glaube, ich habe keines mehr. Meine Hobbys wie Singen und Tanzen lebe ich nun auf der Bühne aus und bekomme dafür einen Lohn. Meine Hobbys sind zu meiner Arbeit geworden.
Ich lerne Facebook-Profile meiner Fans auswendig! Und ich sach euch, da gibbet arme Seelen ...

Was lesen Sie zurzeit?
›Dark Places‹, Gillian Flynn (komme aber nicht weiter). Davor habe ich ›Still‹ von Zoran Drvenkar verschlungen.
Den Steuerbescheid meiner Agentin

Bei welcher Musik können Sie am besten entspannen?
Wenn sie aus ist. Ich höre ansonsten zu und denke über die Musik zu viel nach.
Blasmusik!

Liebstes Urlaubsziel?
Korsika / Wanne-Eickel

Welches Land möchten Sie kennenlernen?
Portugal
England – zur Queen – wir sind verwandt!

Wo und was essen Sie am liebsten?
Sushi bei meinem Japaner oder Pommes, Currywurst bei meiner Pommesbude umme Ecke!
Vor den Shows bei den jeweiligen Veranstaltern

Das Ruhrgebiet ist …
mein Zuhause!
um mich herum und ich mittendrin!

Wem möchten Sie gern einmal Ihre Meinung sagen?
– / Helene Fischers Mutter

Wem möchten Sie gern einmal begegnen?
Roberto Blanco / Helene Fischers Vater

Welche Charaktereigenschaften mögen Sie gar nicht?
Wut / Mitgefühl

Welche Charaktereigenschaften sind Ihnen wichtig?
Treue, Ehrlichkeit / Hartnäckigkeit

Ihre Stärke:
Die Menschen zum Lachen bringen zu können
Mein Körper – ich sehe verdammt gut aus!

Ihr Schwachpunkt:
Schokolade
Gibbet nicht! Wer erzählt denn so was Fieses von mir? Nee, sachs mir nicht, ich hab da ’ne Vermutung!

Was treibt Sie an?
Die Freude an meiner Arbeit
Mein Ziel, 500 Gramm pro Tag zuzunehmen

Was macht Ihnen Angst?
Aggressive Menschen
Wenn der Veranstalter nur Obst organisiert hat

Was macht Sie wütend?
Dumme, egoistische Menschen
Wenn der Veranstalter trotz meines dezenten Hinweises kein warmes Essen organisieren will oder kann oder wat auch immer! Eine Frau hat nun mal Bedürfnisse!

Was macht Sie glücklich?
Lachende Menschen
Tschuligung, die Frage ist falsch: Wat entspannt Sie? Wenn der Saal nicht pickepackevoll ist und man nicht jeden reingelassen hat. Manche Menschen gehören nun mal nicht in die Öffentlichkeit! Wenn Frau sich vor Jahren dieses Elend, wat da nehmen sie schweratmend aufm Sofa sitzt, ausgesucht hat, muss nicht der Rest der Welt auch drunter leiden müssen. Vor allen Dingen nicht ich! Also, einfach das Elend zu Hause lassen! Ich bitte drum! Es ist ein altes italienisches Sprichwort, dat sagt: ›’Ne weichgekochte Nudel krisse nicht mehr hart!‹ Denk mal drüber nach!

Welche Frage haben wir nicht gestellt, die Sie trotzdem gerne beantworten möchten?
Ob ich mir mein Leben so als Kind vorgestellt habe? Nein, ich dachte, ich muss Krankenschwester werden, weil man als Künstler nichts verdient. Sie haben italienische Eltern? Was sind Sie? Ich bin in Deutschland geboren – ich denke deutsch, ich träume deutsch. Also bin ich deutsch. Aber ganz tief in mir scheint etwas zu warten, es will ausbrechen – das ist das Italienische. Und es bricht aus – aber nur auf der Bühne. Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Gesundheit und dass alles so bleibt im meinem Leben, wie es jetzt gerade ist. So ist es gut!
Hömma, meinze, ich mache hier eure Arbeit? Also ein bisscken mehr Interesse eurerseits, ansonsten kann ich euch gerne ’ne Putzstelle organisieren, wenn euch dat hier zu anstrengend fürn Kopp wird. Ich will nicht wissen, wie ihr euch diesen Job erschlichen habt. Da fällt mir wieder ein italienisches Sprichwort ein: ›Lahmt das Pferd, nimm den Esel‹ In diesem Sinne: IA! ;-)

Termintipp

La Signora: ›Die Schablone, in der ich wohne‹ · 05.10. · Stadthalle

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