Stadtmagazin Castrop-Rauxel: In der Stadt

»Schaukeln sind das Schärfste!«

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Stadt sorgt auf Spielplätzen für Sicherheit

Was ist denn das für ein Lärm? Kleine Wirbelwinde sind heute Vormittag auf dem Spielplatz am Telgenkamp nicht zu sehen, dafür vier eindeutig erwachsene Männer mit elektrischen Heckenscheren: die ›Spielplatztruppe‹ der Abteilung Stadtgrün in Aktion.

39 Spielplätze, neun Bolzplätze und eine Skateranlage

»Wegen der parkähnlichen Landschaftsgestaltung mit Hügeln und Büschen ist das Mähen und Harken hier natürlich etwas aufwendiger«, erklärt Sachbearbeiter Martin Wrede. »Trotzdem versuche ich immer, eine solche Gestaltung durchzusetzen, denn der Parkcharakter ist für die Besucher viel ansprechender als eine ebene Fläche.« Vier Fachkräfte kümmern sich in Castrop-Rauxel um insgesamt 39 Spielplätze, neun Bolzplätze und eine Skateranlage. Sie sind sowohl für die Grünpflege als auch für die Sicherheit vor Ort zuständig und besuchen jeden Platz mindestens einmal pro Woche, um anfallende Gärtnerarbeiten durchzuführen, Müll zu entsorgen, Verschleißteile auszutauschen und die Einhaltung der sich ständig ändernden DIN-Sicherheitsnormen zu überprüfen. Zusätzlich wird – wie beim Auto – einmal jährlich eine Hauptuntersuchung durchgeführt, damit die Kinder hier bedenkenlos spielen können.

»Mit den Stahlketten der Schaukeln könnte man einen Lkw abschleppen«

Drei Schaukeln, Rutsche, Wippe, Kletterspinne und ein exotisches Geschicklichkeitsgerät namens ›Blue Bac Ball‹: Das kleine, aber feine Areal am Telgenkamp bietet Spiel, Spaß und Bewegung für verschiedene Altersklassen bis 14 Jahren. Im Internetportal Spielplatztreff.de wurde dies mit drei von fünf ›Entchen‹ bewertet. Rundherum stehen gemütliche Holzbänke, die zum Verweilen und Plaudern einladen – auch Eltern und Großeltern sollen hier am Ickerner Knoten eine gute Zeit haben. »Holz ist pflegeintensiver, aber auch wärmer und angenehmer zum Sitzen als selbstreinigende Metallbänke«, so Martin Wrede. »Nachteil ist, dass wir die Bretter ab und an erneuern müssen.« Bei den Spielgeräten setzen die Profis auf Grundkonstruktionen aus Metall. Denn das wird nicht morsch. »Mit den Stahlketten der Schaukeln könnte man einen Lkw abschleppen«, weiß Klaus Breuer, Bereichsleiter ›Stadtgrün und Friedhofswesen‹. »Nur die Gelenke müssen aufgrund des natürlichen Abriebs regelmäßig ausgetauscht werden.«

»Eine Schramme ist normal«

Für den Fall, dass es doch einmal zu einem Sturz kommen sollte, sorgen weiche Kiesflächen für eine möglichst sanfte Landung. »Kinder müssen sich ausprobieren, toben, Erfahrungen sammeln«, so Klaus Breuer. »Die eine oder andere Schramme oder Beule davonzutragen, ist ganz normal und wird auch vom Gesetzgeber so akzeptiert. Aber es darf niemals gefährlich werden. Eine hundertprozentige Sicherheit kann es leider nicht geben. Aber wir müssen alle Gefahren ausschließen, die ein Kind nicht erkennen kann.« Deshalb rücken die Experten neuen Gerätschaften mit ganz besonderem, genormtem Prüfwerkzeug zu Leibe: »Beispielsweise können wir Kordelfangstellen identifizieren, gefährliche spitze Winkel ermitteln oder die Größe von Lücken überprüfen«, erläutern die Mitarbeiter Marcel Bernsdorf und Marc Rubenschuh. Beispiel: »Wenn der Körper durchpasst, sollte auch der Kopf durchpassen.« So wird gewährleistet, dass kein kleiner Klettermaxe zwischen zwei Streben steckenbleibt.

KiJuPa entscheidet mit

Neue Spielgeräte werden übrigens unter Einbindung der ›Spielzeugforscher‹ des Kinder- und Jugendparlaments ausgesucht. Schließlich sollen die mitentscheiden, die es betrifft: die Castrop-Rauxeler Kinder.  »Selbstverständlich immer unter Berücksichtigung des zur Verfügung stehenden Budgets«, schmunzelt der Bereichsleiter. Zum Glück sind die Wünsche der Kinder nicht zwangsläufig kostspielig. »Die alten Klassiker, die ich früher als Kind selbst geliebt habe, werden auch heute noch gern genutzt.« Er verrät: »Schaukeln sind das Schärfste!«

Kontaktnummer für Hinweise und Beschwerden:
Tel. 0 23 05 / 106 – 28 92

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