Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Kulinarische Reise

Chia – Die Kraft der Maya

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Sie sind das ›Superfood‹ des 21. Jahrhunderts: Chia-Samen erobern die Küchen der Welt. Als Zutat von Brot und Gebäck, als Topping auf dem Jogurt, im Müsli oder im Salat. Ernährungsexperten und Sportler preisen die wertvollen Inhaltsstoffe der exotischen kleinen Körner. Doch wie gesund sind Chia-Samen wirklich?

Wurzeln in Mittelamerika

Ursprünglich stammt die Chia-Pflanze (Salvia Hispanica), die übrigens zur Gattung des Salbei gehört, aus Mittelamerika. Von den alten Maya wurden ihre Samen als Sattmacher und Heilmittel bereits vor Tausenden von Jahren geschätzt. Die Bezeichnung ›Chia‹ steht dementsprechend in der Sprache der Maya für ›Kraft‹. Mit den Spaniern gelangte die Pflanze im 15. Jahrhundert nach Europa. Doch erst in den letzten Jahren entwickelte sich auch bei uns ein regelrechter Hype.

Kleine Nährstoffbomben

Fünfmal so viel Kalzium wie in der Milch, fast dreimal so viel Eisen wie im Spinat, dazu jede Menge hochwertiger Proteine, Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe: Die winzigen Wundersamen sind echte Nährstoffbomben. Schon kleinste Mengen versorgen den Körper mit Energie. Darin ähneln sie übrigens unseren heimischen Leinsamen. Weicht man Chia-Samen vor dem Verzehr ein, können sie größere Mengen Wasser speichern und somit den Flüssigkeitshaushalt insbesondere bei sportlicher Anstrengung ausgleichen, ohne schwer im Magen zu liegen.

Heilkräfte nicht bewiesen!

Überdies werden ihnen wohltuende Wirkungen nachgesagt. Naturheilkundler beschreiben Chia als entzündungshemmend, entgiftend und verdauungsfördernd. Ob die beliebten Kraftkörner allerdings wirklich den Cholesterinspiegel regulieren, beim ­Abnehmen helfen und sich positiv auf Magen- und Darmerkrankungen oder Diabetes auswirken, ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Dafür gibt es inzwischen erste Berichte über blutverdünnende und blutdrucksenkende Effekte. Wer blutdrucksenkende Medikamente einnimmt oder unter einer Störung der Blutgerinnung beziehungsweise an niedrigem Blutdruck leidet, sollte vor dem Verzehr besser seinen Arzt befragen.

Ganz oder gemahlen?

Durch ihr mildes Aroma lassen sich Chia-Samen hervorragend mit anderen Zutaten kombinieren. Darüber hinaus sind sie extrem lange haltbar. Aber wie werden die kleinen Sattmacher eigentlich zubereitet? Um an die ganze Nährstoffpalette zu gelangen, muss man die Samen aufbrechen. Das funktioniert mit einem kleinen Mixer oder einer Kaffeemühle. Getreidemühlen sollte man besser nicht verwenden, da das Mahlwerk durch die ölige Konsistenz verkleben könnte. Anschließend mindestens zehn bis 15 Minuten in Wasser oder Milch quellen lassen (Verhältnis 1:6). Wer die rohen Samen uneingeweicht knabbern will, sollte dazu ein Glas Mineralwasser trinken.

Fazit: Chia-Samen enthalten tatsächlich viele supergesunde Inhaltsstoffe. Es gibt jedoch durchaus regionale Lebensmittel wie etwa die bereits erwähnten Leinsamen, die in puncto Nährwerte durchaus mithalten können. Zudem sind die amerikanischen Importe bedeutend teurer als unsere heimischen Saaten. Auf der Geburtstagsparty kann ein selbst gebackenes Brot oder ein Dessert mit Chia ein spannendes Highlight sein. Für das tägliche Müsli würden wir persönlich aber doch zum regionalen Produkt greifen, insbesondere da die Langzeitwirkung von Chia hierzulande noch nicht ausreichend erforscht ist und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit aus diesem Grund empfiehlt, einen Konsum von 15 Gramm pro Tag nicht zu überschreiten.

Chia-Bananen-Pfannkuchen

(zwei Portionen)
3 EL Chia-Samen
300 ml Milch
2 Bananen
180 g Mehl
50 g Zucker
1 Prise Salz
1 EL Backpulver
Vanilleschote
Etwas Butter

Zuerst die Chia-Samen mit der Milch vermischen und im Kühlschrank für etwa 20 Minuten quellen lassen. In der Zwischenzeit die Bananen mit der Gabel zerdrücken. Mehl mit Zucker, Backpulver, Salz und Vanillemark vermischen. Nach dem Quellen alle Zutaten miteinander zu einem glatten Teig verrühren. Butter in einer Pfanne schmelzen und die Pfannkuchen bei mittlerer Hitze ausbacken.

Chia-Basilikum-Smoothie

(zwei Portionen)
2 EL Chia-Samen
240 ml Milch
6 EL Jogurt
2 Handvoll Basilikumblätter
2 Limetten
1 Banane
1 Mango

Die Chia-Samen für etwa 15 Minuten in vier Esslöffel Wasser einweichen. Basilikumblätter und Banane grob zerkleinern. Zwei Teelöffel Limettenzesten abreiben, vier Esslöffel Limettensaft auspressen. Alle Zutaten im Mixer cremig pürieren. Die eingeweichten Chia-Samen zugeben und nochmals auf höchster Stufe durchmixen. Den Smoothie mit Mangostückchen garnieren.

Chia-Mais-Süppchen

1 EL Olivenöl
1/2 Zwiebel
750 ml Gemüsebrühe
100 ml Sahne
Currypulver
Kardamom
Pfeffer (schwarz)
750 g Maiskörner
1 EL Chia-Samen (gemahlen)
1 Prise Salz
100 g Parmesankäse am Stück
1 EL Chia-Samen (körnig)

Das Öl in einem Topf erhitzen und darin die fein gehackte Zwiebel sanft anbraten. Mit Brühe und Sahne auffüllen, den Mais hinzugeben, mit Salz, Pfeffer, Kardamom und Curry würzen und alles eine Viertelstunde leicht köcheln lassen. Nun das Chia-Mehl zufügen und die Suppe pürieren. Die Hälfte des Parmesans einrühren und noch ein paar Minuten auf kleiner Flamme sieden lassen. Achtung: Zu hohe Temperaturen zerstören die Nährstoffe. Abschmecken und die Maissuppe mit geriebenem Parmesankäse und Chia-Samen bestreuen.

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