Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Sport und Freizeit

»Ein sportlicher Partner«

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Zu Besuch beim Hundesportverein Castrop-Rauxel

Wie der Blitz fegt Joshy über den Platz: durch den Tunnel, über die Hürden und im Zickzackkurs um die Slalomstangen herum, den Blick immer schön auf Frauchen Katharina Brimberg geheftet. Die muss richtig Gas geben, um mit dem kräftigen Appenzeller Sennenhund mitzuhalten. Derweil stehen die anderen Teams schon in den Startlöchern. Sobald ein Duo über die Ziellinie ›fliegt‹, folgt das nächste.

»Wir haben ein funktionierendes Rudel«

Insgesamt tummeln sich zehn Hunde unterschiedlichster Couleur auf dem Gelände am Grutholz. Da überrascht es doch ein wenig, dass überhaupt nicht gebellt wird. »Wir haben eine funktionierende Rudelstruktur«, lächelt Frank Brimberg, 2. Vorsitzender beim HSV Castrop-Rauxel e.V. »Hunde müssen wissen, wo sie in der Hierarchie stehen. Das bringen wir ihnen mit viel Geduld, Verständnis und Konsequenz bei. Wobei Konsequenz nicht mit Härte zu verwechseln ist. Aber die Tiere brauchen klare Regeln: Was verboten ist, bleibt verboten, und was erlaubt ist, bleibt erlaubt.«

Vom kleinen Mischling bis zum Riesenschnauzer

Seit seiner Gründung 2012 hat sich der HSV im bundesweiten Hundesport einen Namen gemacht. Viele Mitglieder sind parallel aktiv im Pinscher-Schnauzer-Klub Castrop-Rauxel, mit dem regelmäßig zusammengearbeitet wird. Das Angebot auf dem Platz am Grutholz reicht vom Welpenspiel über die Junghundeerziehung und das Begleithundetraining bis hin zu Geländelauf, Vierkampf und Obedience. »Wir legen keinen Wert auf Größe oder Rasse, denn jeder Hund kann vernünftig erzogen werden«, betont Frank Brimberg. »Bei uns sind alle herzlich willkommen, vom kleinen Mischling bis zum Riesenschnauzer.«

Obedience – die ›hohe Schule der Unterordnung‹

Die Disziplin ›Obedience‹ (engl. ›Gehorsam‹) wird auch als ›Hohe Schule der Unterordnung‹ bezeichnet. Hier kommt es besonders auf die harmonische, schnelle und exakte Ausführung der Prüfungen an. »Die Tiere müssen Anweisungen wie Sitz, Platz und Steh auf Distanz befolgen, Gegenstände apportieren, Geruchsaufgaben lösen und ihre Verträglichkeit gegenüber Artgenossen und anderen Menschen unter Beweis stellen«, erklärt Ausbildungswartin Melanie Kasperek. »Da die Beziehung zwischen Hund und Hundeführer quasi mitbewertet wird, ist ein eingespieltes Team die wichtigste Grundvoraussetzung.«

Durchs Gelände …

Beim Geländelauf über 1.000, 2.000 oder 5.000 Meter ist vor allem Ausdauer gefragt. Hier gehen die Teilnehmer wie bei den meisten anderen Turniersportarten gestaffelt nach Alter und Geschlecht an den Start. »Wobei es durchaus vorkommen kann, dass kräftige Vierbeiner ihrem menschlichen Begleiter durch das Zuggeschirr zu einem schnelleren Tempo verhelfen«, schmunzelt Frank Brimberg. »Unsere Läufer waren im Gelände zuletzt extrem erfolgreich, haben erste, zweite und dritte Plätze bei den Bundessiegerprüfungen des Deutschen Verbandes für Gebrauchshundsportvereine belegt.«

›Leichtathletik mit Hund‹

Im sportlichen Vierkampf geht es um Tempo und Technik, Kondition und Koordination. »Der Parcours mit Hürden, Slalom und Hindernissen wird von Hund und Halter gemeinsam bewältigt, weshalb man den Vierkampf auch als ›Leichtathletik mit Hund‹ beschreiben könnte«, erklärt der 2. Vorsitzende. »Anders als beim Geländelauf werden die Tiere dabei ›frei‹ geführt. Neben den sportlichen Herausforderungen kommt als vierte Disziplin der ›Gehorsam‹ hinzu.« Und dann gibt es noch den sogenannten ›Combinations-Speed-Cup‹, ein Staffellauf mit Hürden, Slalom und Hindernissen, bei dem drei Vereinsmitglieder mit ihren Hunden als Mannschaft antreten.
»Wir sind keine klassische Hundeschule, aber die Sozialkompetenz des Tieres ist natürlich Voraussetzung für alle Turnierhundesportarten«, so Frank Brimberg. »Wir sehen den Hund nicht als Sportgerät, sondern als Partner, den man überall mit hinnehmen kann, sei es ins Restaurant, in den Park, zur Fahrradtour oder zum Wettkampf.«

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