Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Gesundheit und Wellness

»Ich mache immer alles mit!«

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Leben mit Morbus Bechterew

Freudig jagt Johnny dem Ball hinterher. Ein Spiel, von dem der Sheltie nicht genug kriegen kann. Und eine sportliche Herausforderung für Ulrike Frie. Wer die Castrop-Rauxelerin mit ihrem Hund beobachtet, merkt ihr ihre Erkrankung nicht an. »Ich mache immer alles mit – ich brauche nur mehr Pausen«, erklärt die ehrenamtliche Sprecherin der DVBM-Therapiegruppe mit Sitz am EvK.

Symptome mit 17, Diagnose mit 34

Die Beschwerden traten mit 17 auf. »Ich war Leistungsschwimmerin und hatte eigentlich immer Rückenschmerzen. Natürlich dachte ich, dass es vom Sport kommt.« Tabletten und Spritzen brachten keine Linderung. »Wir wussten nicht weiter. 1998 schickte mich mein Arzt dann in die Rheumaklinik.« Die Diagnose: Morbus Bechterew. Ulrike Frie war inzwischen 34 Jahre alt. »Mittlerweile weiß ich, dass erste Symptome im frühen Erwachsenenalter typisch sind – wie die Tatsache, dass oft Jahre vergehen, bis die Ursache erkannt wird.«

Täglich Schmerzmittel

Morbus Bechterew ist eine chronische, entzündliche Wirbelsäulenerkrankung, die auch Gelenke, Bänder, Sehnen und Augen betreffen kann. Wie viele MB-Patienten nimmt Ulrike Frie seit ihrer Jugend täglich Schmerzmittel ein. Auch die Gymnastik ist ein fester Bestandteil ihres Lebens geworden. »Ich werde morgens wach und kann mich nicht bewegen. Daher mache ich schon im Bett die ersten Übungen.« Heilen kann man Morbus Bechterew nicht. Aber man kann die Schübe hinauszögern und der Versteifung der Wirbelsäule entgegenwirken, um den für MB-Patienten typischen ›Buckel‹ zu vermeiden.

Therapiegruppe: Bewegung, Begegnung, Beratung

Über den NRW-Landesverband und die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V. wird die Ortsgruppe Castrop-Rauxel nicht nur mit Infobroschüren versorgt. Die Experten des DVMB stehen den Mitgliedern zudem als Berater in medizinischen und rechtlichen Fragen zur Seite. Zweimal wöchentlich findet Rehasport (Schwimmen und Turnen) am EvK statt. Die Stunden werden durch speziell geschulte Physiotherapeuten betreut und nach ärztlicher Verordnung über die Krankenkasse abgerechnet. Wanderungen, Nordic Walking und Ausflüge ins Solebad ergänzen das Gruppenprogramm.

»Ich lass mich durch die Krankheit nicht beeindrucken!«

Heute ist Ulrike Frie durch Medikamente und Gymnastik so gut eingestellt, dass sie alles machen kann, was sie gerne tut: »Schwimmen, Radeln, Inlinerskaten, Tanzen und natürlich Spaziergänge mit unserem Hund Johnny.« Die Schmerzen sind nach wie vor ihr ständiger Begleiter. Aber: »Die hat man und dann muss man damit umgehen. Ich lasse mich durch die Krankheit nicht beeindrucken!«

DVMB Gruppe Castrop-Rauxel
Ulrike Frie: Tel. fragen Sie die Redaktion
www.bechterew.de

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