Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Lehren und Lernen

Sieben ›Gartenzwerge‹ im Abenteuerland

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»Was glaubt ihr, was das für ein Kraut ist?«, fragt Stephan Bevc, 1. Fachberater beim Kleingartenverein Nord. Sieben Knirpse nehmen das grüne Blatt in Augenschein, schnuppern neugierig daran. »Es riecht wie Bonbons«, findet ein Junge. »Wie ein scharfes Kaugummi«, meint ein anderer und vermutet: »Minze?« Nicht ganz. »Salbei«, klärt Stephan Bevc auf.

Das aromatische Kraut soll heute unter Aufsicht des Profis von den Kindern der ›Kita Oskarstraße‹ im Schulgarten eingepflanzt werden. Zusammen mit dem Oregano, dem Goldmajoran, dem Bohnenkraut und dem französisches Estragon. Die kleinen Nachwuchsgärtner bekommen Schaufeln in die Hand. »Los, los, wir sind nicht zum Spaß hier, ich brauche Arbeiter«, scherzt der Jugendbeauftragte. »Ihr müsst schon ins Beet klettern, sonst funktioniert es nicht.«

Der Kleingartenverein Nord e.V. öffnet seine Pforten regelmäßig für Kindergartengruppen und Schulklassen: In 15 Jahren haben rund 2.500 Kids die Anlage besucht. »Damit wollen wir unseren Beitrag zur Naturerziehung leisten«, so Stephan Bevc. »Viele Familien besitzen heutzutage ja keinen eigenen Garten mehr, die Kinder kennen Obst und Gemüse oft nur aus dem Supermarkt. Das ist bei uns anders. Schließlich ist in keinem Park die Artenvielfalt so groß wie in einem Kleingarten. Hier können die Kids Einblicke in die heimische Tier- und Pflanzenwelt erlangen und selbst säen, pflanzen und ernten.«

Ein echtes Abenteuer also. Schon bald stecken die Kinder bis zu den Ellenbogen in der Gartenerde. Plötzlich herrscht Aufruhr im Beet. »Boah, guck mal!« Vinzent, Cem und Din haben einen kleinen Gartenbewohner entdeckt. »Eine Kellerassel!« Stolz präsentieren sie ihren Fund den Mädchen. Nach dem Einpflanzen muss jedes Kind seine Pflanze gießen und die festgetrampelte Erde drumherum mit einer Harke lockern.
Weil Gartenarbeit hungrig macht, verspricht Stephan Bevc seinen kleinen Helfern zum Abschluss noch etwas Süßes. Dafür müssen sie ihm durch die Anlage folgen, die jetzt im Sommer in einem bunten Farbenmeer erstrahlt. »Was glaubt ihr, kann man Blumen essen? Nein? Kann man doch!« Zum Beweis pflückt er einige Blätter von der ›Fetten Henne‹ am Wegesrand und verteilt sie an die Kinderschar. Alle probieren – die Reaktionen schwanken zwischen »Igitt!« und »Mehr!«

Beim Rhabarber sind die Kids schlauer. »Du musst zuerst probieren!«, fordert Cem misstrauisch. Erst als Stephan Bevc sich ein Stückchen Rhabarber genüsslich in den Mund steckt, schießen dann doch alle Hände nach vorne. »Lecker!« Aber süß, darin sind sich alle einig, schmeckt auch der Rhabarber nicht wirklich. Dagegen liegt der rohe Fenchel den meisten schon etwas milder auf der Zunge.
»In zwei Wochen, wenn ihr wiederkommt, habe ich noch eine besondere Überraschung für euch«, verspricht Stephan Bevc. Er blickt in die Runde: »Wollt ihr denn wiederkommen und eure Beete pflegen?« Die Antwort der ›Gartenzwerge‹ fällt einhellig aus: »Jaaa!«

Auch wir haben heute übrigens einiges gelernt, zum Beispiel, dass Spitzwegerich bei Mückenstichen hilft. So funktioniert’s: Die Blätter einfach in der Hand zerdrücken und den Stich damit einreiben – schon lassen Juckreiz und Schwellung nach.

www.kgv-cr-nord.de

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