Stadtmagazin Castrop-Rauxel: Sport und Freizeit

Mit Motivation und Teamgeist

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Schneller, höher, weiter: Der Mensch will sich messen. Und es gibt keine Sportart, die ihm so sehr im Blut liegt wie die Leichtathletik. Seit vielen Jahren laufen, springen und werfen auch in Rauxel junge motivierte Athleten um die Wette. In diesem Jahr feierte die 2000 ›wiedererweckte‹ Leichtathletikabteilung des Rauxeler Turnerbundes ein kleines Jubiläum. »Nie hätten wir es uns träumen lassen, dass sich nach unserem Trainingsbeginn am Mittwoch, den 18. Oktober 2000, unser Privatleben von nun an nach dem Terminkalender der Leichtathletiksaison richten wird«, erklären die Neugründer Andreas und Heike Sube.

Kurz ein Blick zurück: Bereits in der Nachkriegszeit wurde die Sportart beim TB Rauxel mit viel Erfolg betrieben. 1947 wurde Adalbert Kolarczyk als erster Vertreter des Vereins Westdeutscher Jugendmeister im Fünfkampf und in den Disziplinen Speer-, Diskuswurf, Kugelstoßen und Weitsprung. Auch der Name Werner Trzmiel ist vielen Castroper Leichtathletikfans bis heute ein Begriff: In seiner Paradedisziplin 110-Meter-Hürdenlauf absolvierte der junge Mann 34 Länderkämpfe – Höhepunkte seiner Karriere waren die Teilnahmen an den Olympischen Spielen 1964 in Tokio und 1968 in Mexiko.

Später fiel die einst erfolgreiche Gruppierung in den ›Dornröschenschlaf‹. »Die Idee, eine Leichtathletikabteilung im Turnerbund Rauxel aufzubauen, entstand, weil unser Sohn Alexander, damals im zarten Alter von sieben Jahren, bei einem anderen Verein auf die Warteliste kam und man uns wenig Hoffnung auf einen baldigen Beginn machte«, erzählen Andreas und Heike Sube. Einst selbst erfolgreiche Leichtathleten, wollten sie ihre Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben. »Der damalige Vorstand des TBR war auch sofort von unserem Vorschlag begeistert. Wir bekamen eine Trainingszeit, Geräte und konnten loslegen.«

22 Mädchen und Jungen zwischen sechs und acht Jahren kamen zum ersten Trainingsnachmittag in der kleinen Turnhalle der Fridtjof-Nansen-Realschule – darunter einige ›Naturtalente‹. »Die Teilnahme an Wettkämpfen war zu Beginn gar nicht auf unserem Plan, jedoch packte uns natürlich irgendwann der Ehrgeiz, und wir fingen schnell an, uns auf die Kreismeisterschaften, die auch früher schon in Wanne-Süd stattfanden, vorzubereiten. Damals, noch für die LG Castrop-Rauxel startend, haben wir sofort vorne mitgemischt. Die anderen Vereine schauten schon etwas erstaunt auf diesen neuen kleinen Verein, der sofort zur echten Konkurrenz wurde.«

Mittlerweile ist die Abteilung 85 Sportler stark, beginnend mit den Kleinsten ab sechs über die jugendliche Leistungsgruppe bis hin zum jungen Erwachsenenbereich. Bei regionalen und überregionalen Meisterschaften stehen die TBR-Aktiven wieder ganz oben auf dem Siegertreppchen. Mit Lea Neese, Michelle Althaus, Daria Tsvetkova, Annika Behr und Kira Lipperheide hat der Verein seit 2000 insgesamt fünf teils mehrfache Westfalenmeister hervorgebracht. Kira durfte sich in diesem Sommer gleich über drei Titel freuen: Sie wurde Nordrhein-Westfälische Meisterin im Vierkampf, Westfalenmeisterin im Siebenkampf und mit Annika und Daria Westfälische Mannschaftsmeisterin im Siebenkampf.
Doch was wurde aus den ›Talenten der ersten Stunde‹? Viele von ihnen haben vom Platz auf die Trainerbank gewechselt. So wie Alexander Sube, der heute selbst lieber Fußball spielt, der Leichtathletik aber als Übungsleiter treu geblieben ist. Neben ihm verstärken Judith Schönknecht, Kat­rin Arhaus, Frank Althaus, Kimberly Mitchell, Christopher Nickel das Team rund um die Familie Sube.

»Es macht uns sehr stolz, als kleiner Verein so viel Erfolg zu haben, obwohl unsere winterlichen Trainingsbedingungen gegenüber großen Vereinen wie LG Olympia Dortmund oder TV Wattenscheid bedeutend schlechter sind. Wir haben keine Halle zur Verfügung, in der die Sportler im Winter auch mal mit Spikes sprinten oder an der Weitsprunggrube trainieren können.« Doch Motivation und Teamgeist können so einiges ausgleichen: In den letzten Osterferien flogen die jungen Leichtathleten aus Rauxel mit ihren vier Betreuern ins Trainingslager nach Portugal, wo im Stadion mit fetziger Musik oder am Strand bei Sonnenschein fleißig trainiert wurde.

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