KULTUR

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Skulpturen in Witten:
Gedenkstein für die März-Gefallenen
Nach 1920 aufgestellt

Auf dem Friedhof in Witten-Bommern befindet sich ein 1,40 Meter hoher Gedenkstein mit der Aufschrift ›Für die im März 1920 gefallenen Freiheitskämpfer‹. Er erinnert an drei Wittener Bürger, Fritz Kreisler, Albert Parchen und Albert Schenk, die an dem größten bewaffneten Arbeiteraufstand teilgenommen hatten, den es in Deutschland jemals gegeben hat. Anlass war ein Putschversuch der politischen Rechten gegen die verfassungsgemäße Reichsregierung unter Friedrich Ebert von der SPD. An der Spitze der Putschisten stand Wolfgang Kapp, ein extremer Nationalist, der in erster Linie den Versailler Friedensvertrag rückgängig machen und in Deutschland die Monarchie wieder einführen wollte. Der Putsch begann am 13. März 1920. Die Freicorpssoldaten der Putschisten fielen in Berlin ein, so dass die Regierung fliehen musste. Kapp ließ sich zum Reichskanzler ernennen. Sofort riefen die Gewerkschaften, welche die sozialen Errungenschaften der Republik bedroht sahen, zum Generalstreik auf, so dass im ganzen Reich die Arbeit ruhte. Auch die Ministerialbürokratie verweigerte Kapp den Gehorsam. In den größeren Städten des Ruhrgebietes übernahmen spontan gebildete ›Vollzugsräte‹ die Macht. In diesen Gremien hatten meist Vertreter der USPD und KPD das Sagen. Sie wollten sich nicht auf die Verteidigung des Bestehenden beschränken, sondern forderten eine ›Diktatur des Proletariats‹ für ganz Deutschland.
Als die Freicorps in Richtung Ruhrgebietsstädte marschierten, formierten die Arbeiter eine Rote Ruhrarmee. Auch in Witten wurden zwei Kompanien Arbeitersoldaten aufgestellt. Am 15. März konnten Rotarmisten aus Hagen und Witten am Bahnhof in Wetter 600 Mann des Freicorps Lichtschlag gefangen nehmen. Am Abend des selben Tages sammelten sich Arbeiter aus verschiedenen Städten des Reviers in Herdecke, wo ebenfalls eine Kompanie des Freicorps eingetroffen war. Die Putschisten kapitulierten am nächsten Tag. Am 17. März kam es zu schweren Kämpfen in Dortmund, die wieder mit der Niederlage der Freicorpssoldaten endeten. An diesem Tag brach auch in Berlin der Kapp-Putsch endgültig zusammen. Der Aufstand der Arbeiter im Ruhrgebiet aber ging weiter. Bald war das gesamte Ruhrgebiet in den Händen der Revolutionäre. Zentren des Aufstandes waren Hagen und Essen. Die Rote Ruhrarmee hatte jetzt etwa 50.000 Mann unter Waffen. Ihr Generalissimus war der Grundschullehrer Karl Stemmer aus Bommern. Die Reichswehr, die ebenfalls der Rechten nahe stand, hatte mittlerweile einen Belagerungsring um das Ruhrgebiet geschlossen. In Bielefeld vereinbarte Carl Severing im Auftrag der Reichsregierung mit den Vertretern der Aufständischen einen Waffenstillstand. Doch das Abkommen wurde weder von der Reichswehr noch von den Aufständischen gehalten. Am 28. März stellte die Regierung den Arbeitern das Ultimatum, bis zum 30. März die Rote Armee aufzulösen. Als dies nicht geschah, marschierte die Reichswehr unter General von Watter ins Ruhrgebiet ein – nach heftigen Gefechten war binnen einer Woche der Aufstand niedergeschlagen. Beim Ruhraufstand fielen insgesamt etwa 370 Freicorps- und Reichswehrsoldaten. Die linksgerichteten Arbeiter hatten über 2000 Tote zu beklagen. Chast

Artikel von S. 63 in Ausgabe 60 (03.2009)

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