IN DER STADT

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oben: Faithful Breath 1974

mitte: EN–1

unten: Cover Fading Beauty

Lokale Rocklegenden – FAITHFUL BREATH
Text Jürgen Weritz

FAITHFUL BREATH entstanden 1967 in Bochum und veränderten sich im Laufe der Jahre vom progressiv-psychedelischen über den symphonischen Rock bis hin zum Hardrock.
Begonnen hatte alles im Herbst 1967. Damals verließen Gitarrist und Sänger Heinz »Heimi« Mikus und Bassist Horst »Piet« Stabenow ihre Beatgruppe »The Magic Power«, um mit einigen Freunden »Faithful Breath« zu gründen. Als im Herbst 1970 der Schlagzeuger wegen Einberufung zur Bundeswehr ausfiel, lieh man sich Anfang 1971 Jürgen Weritz von der Wittener Gruppe »Mama Werwoll« aus, 1972 folgte ihm Mama Werwoll-Keyboarder Manfred »Carl« von Buttlar, der nun mit Orgel und Mellotron die Gruppe in eine symphonische Richtung lenkte.
In dieser Besetzung erspielte sich Faithful Breath mit eigenem Musikmaterial einen guten Ruf in deutschen Landen, dass sich die Veröffentlichung einer LP anbot. Ende 1973 ging man ins Studio und nahm drei lange Stücke auf, von denen »Tharsis«, bei dem Renate Heemann aus Witten als Sängerin mitwirkte, sogar von einigen Fachjournalisten als Meisterwerk eingestuft wurde.
Die Platte erschien 1974 im Eigenverlag als »Fading Beauty«. Auf einer Veranstalter-Information schrieb Lutz Meyer, ein Freund der Gruppe: »Die Musik von Faithful Breath dreht sich um düster-dramatische Themen wie Weltuntergang, Vergänglichkeit, Angst ... der Zuhörer kann sich ihrer Faszination kaum entziehen. Live wird die Wirkung durch gezielte optische Effekte unterstützt – die Zuhörer erwartet ein gruseliger Trip in die Sagenwelt.«
Die weiteren Jahre der Geschichte von Faithful Breath folgen im Heftchen der CD »Back on my hill« mit Aufnahmen von 1977, aber erst 1980 als LP erschienen.
Der Sammlerwert der ersten LP stieg im Laufe der Jahre erheblich an, und zwar auf über 100 Euro im Bestzustand (Ebay 2005: 113,– Euro). Bei dieser Nachfrage war eine CD-Veröffentlichung überfällig und kam schon 1991 in den USA heraus. Da diese CD schon lange nicht mehr erhältlich ist, wurde »Fading Beauty« 2005 erneut als CD heraus gebracht, Ende 2004 ist auch eine Wiederveröffentlichung auf Vinyl erschienen.
Zum Schluss noch eine Stimme zu Faithful Breath aus den bekannten Nachschlagewerken. Steven und Alan Freeman schreiben in »The Crack in the Cosmic Egg« (Leicester 1996): »Ursprünglich waren sie eine symphonische Rockgruppe, und zwar eine der frühesten ihrer Art in Deutschland. Ihr Erstling »Fading Beauty« hat es zu Recht geschafft, als Klassiker verehrt zu werden, hat er doch ausgedehnte, seitenlange Suiten, bestehend aus melodischem, oft gesetztem und erregendem Rock, vorwärtsgetrieben von überwältigenden Keyboard-Wogen und weitschweifigen Instrumentalabschnitten, und das alles verschmilzt zu geheimnisvollen Stücken mit Science-Fiction- und Fantasy-Grundlage.«
Richtig bekannt wurde Faithful Breath aber erst Ende der 70er Jahre, als sich die Band auf eine 4-Mann-Formation reduzierte und mit Jürgen Renfordt (Gesang), Heimi Mikus (Gitarre, Gesang), Manfred von Buttlar (Keyboards, Gesang) und Jürgen Weritz (Schlagzeug, Percussion) ihre zweite LP mit dem Titel »Back on my hill« einspielte. Der Titel »This is my love song« hielt sich über Monate beim WDR II in der damaligen Kult-Sendung »Schlager-Rallye« und tauschte mit Pop- und Rockgrößen wie Mike Oldfield, Peter Gabriel und San-tana die Platzierungen. Aber das ist eine andere Geschichte, die bei der zu erwartenden Veröffentlichung dieser zweiten LP als CD erzählt werden soll.
Als einziges Bandmitglied aus dieser Zeit ist neben Jürgen Renfordt nur noch Jürgen Weritz mit Musik aktiv. Er spielt in der Wittener Rockband »EN – 1«, die in diesem Jahr noch zweimal in Witten auftreten wird: am 5. August beim Kultursommer in Haus Witten und am 23. September bei der 6. Stockumer Oldie-Night.

Artikel von S. 60 in Ausgabe 43 (05.2006)

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