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oben: Die Gründungsmitglieder Ernst Janczyk, Toni Sattler und Hans Schülken
mitte: Das Konzept für die Neugestaltung des Platzes an der Wittekind-Schule
unten: Noch ist der Wittekind-Schulhof dort, wo ihn einst die Seilbahntrasse mit den Kohlenloren querte, ein unwirtlicher Ort.






Brami Gemeinschaft e.V.
Geschäftsstelle:
Wittekindstraße 25 · 44536 Lünen
Tel. 02 31 / 8 80 85 95-5 · www.bramis.de
›Bramis‹ seit 30 Jahren aktiv für Brambauer

Man schrieb das Jahr 1978, als sich unter dem Vorsitz von Fritz Bruckmann Geschäftsleute aus Brambauer zusammenschlossen, um mit vereinten Kräften den Standort zu stärken. 14 Jahre vor der letzten Schicht auf der Schachtanlage Minister Achenbach, die fast ein Jahrhundert lang das Leben in Brambauer bestimmte, machte man sich Gedanken um ein stabiles, lokales Wirtschaftsleben neben der Montan- und Großindustrie. Zu den Gründungsmitgliedern zählten auch Ernst Janczyk, Toni Sattler und Hans Schülken, die sich damals fürs Foto in Kostümen aus den Gründungsjahren der Zeche zeigten.

Die am 20. Februar vor 30 Jahren gegründete Werbegemeinschaft ›Brami Gemeinschaft‹, seit 2005 ein eingetragener Verein, hat ihren ursprünglichen Einzugsbereich in den Straßenzügen Waltroper und Mengeder Straße sowie Königsheide. Zu den traditionellen Aktivitäten der zumeist ehrenamtlich mitwirkenden Bürger gehören die verkaufsoffenen Sonntage im März/April und September jeden Jahres. Nicht nur die Geschäfte präsentieren sich, sondern auch Vereine und Institutionen sind beteiligt, zudem werden Kindertrödelmärkte veranstaltet. Von der Kreuzung am ehemaligen Kaufhaus Hufnagel bis zur Heinrichstraße ist dann stets die Waltroper Straße komplett für den Verkehr gesperrt.

Auf Fritz Bruckmann folgte 1980 Robert Jacobzig im Vorsitz, 1984 Wolfgang Melka, der das Amt 16 Jahre lang innehatte. 2000 übernahm Stefan Sattler das Ruder, 2003 Heinz Schnettker und schließlich 2005 Michael Ristovitch, der mit dem gesamten amtierenden Vorstand soeben im Amt bestätigt wurde.
Seither hat sich der Verein auch für Gewerbetreibende und Freiberufler geöffnet. Dies spiegelt sich nicht nur in der inzwischen auf stattliche 100 Betriebe verdoppelten Mitgliederzahl wider, sondern auch in der Besetzung des amtierenden Vorstandes mit Ingenieur Ristovich als 1. Vorsitzenden und Geschäftsführer sowie neben Optikermeister Frank Beyer der Anwältin Ulrike Schroeder als 2.Vorsitzende. Familienbetriebe stellen das Gros der Mitglieder. Politisch verhält sich der Verein neutral, sucht den Konsens mit allen Richtungen. Doch »die ›Bramis‹«, so Jörg Peter, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, »lassen es sich dabei nicht nehmen, als Mahner öffentliche Interessen wahrzunehmen«. Auch Integration ist ihnen wichtig. So beteiligt sich seit drei Jahren auch die Moschee an den Veranstaltungen in der Waltroper Straße mit einem Fest und eigener Darstellung.

Ein großes Projekt wurde in der letzten Zeit bewegt: die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb ›Stadt macht Platz – NRW macht Plätze‹. Gemeinsam mit der Glückauf gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH haben die ›Bramis‹ Ideen entwickelt und die Teilnahme am landesweiten Wettbewerb forciert. So wurde die Idee zur Schaffung eines öffentlichen Platzes auf dem Wittekind-Schulhof entlang der alten Achenbach-Seilbahntrasse unter dem Titel ›machma’ Platz ...‹ mit einem ersten Preis ausgezeichnet. Damit sind Zuschüsse des Landes gesichert. Die Stadt, bisher beratend und planend tätig, wird Eigenmittel in Höhe von 20% einbringen müssen. »Die Kommune trägt das mit«, ist sich Jörg Peter sicher.

Eine heiße Sommernachtsparty, aber auch der Abschied für die extremen Jahreszeiten wird gefeiert mit ›Sommer ade‹- und ›Winter ade‹-Partys. Die Sauberkeit der Haupteinkaufsstraßen liegt dem Verein ebenfalls am Herzen. Die Anlage von Müllbeutel-Depots für Hundekot gehört ebenso zu den Maßnahmen wie der Einsatz beim Dreckaufsammeln. Konnte man dies in der Vergangenheit über Arbeitslosen-Initiativen abdecken, so ist damit inzwischen eine kleine Firma beauftragt. Seit vielen Jahren unterstützt der Verein zudem das Brambauer Freibad. Unter anderem geht der Erlös von Postkartenverkäufen direkt an den Förderverein des Freibades.

Gerade in Zeiten ständigen Wandels und wirtschaftlichen Umbruchs hat ein weiterer Aspekt erheblich an Bedeutung gewonnen. Zur Attraktivierung des Ortsteiles, der Kaufkraftbindung und dem Umgang insbesondere mit gewerblichen Immobilien tut ein lokales Gewerbeimmobilien-Management Not. Jörg Peter nennt es ›ISG‹ (Immobilien-Standort-Gemeinschaft). Ein solches Quartiersmanagement, beispielhaft bekannt durch den Innenstadtbezirk an der Bochumer Huestraße, befindet sich zurzeit im Aufbau. Noch wird alles ehrenamtlich gehandhabt, allerdings muss die Arbeit wohl künftig in hauptamtliche Hände gelegt werden. Eine Studie dazu wurde bei der Universität Dortmund in Auftrag gegeben und liegt mittlerweile vor.

Aber bei all der aufreibenden Arbeit in und für Brambauer gibt es auch Grund genug zu feiern. 30 Jahre ›Bramis‹ sind ein trefflicher Anlass. Doch sparsames Wirtschaften gehört auch zum Erfolg, und so wird die Wiederkehr des Gründungstermins gemeinsam mit dem Frühlingsfest am 20. April 2008 auf der Waltroper Straße begangen. masc

Artikel von S. 30 in Ausgabe 39 (02.2008)

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